My path of life

15 Jul

Diesen Beitrag hielt ich am 07.07.2018 – so oder so ähnlich – in freier Rede und in Englischer Sprache im Munich English Advanced Toastmasters Club in München:

When I was 16, I spent a year as an exchange student at a US High school, where I encountered the well-known poem by Robert Frost which in parts I still remember today:

The Road less Taken

“Two roads diverged in a yellow wood, …
and I –
I took the one less traveled by,
And that has made all the difference.”

Dear Toastmasters,
I do not know why, but paths and ways have always run through my life like a common thread.

After I finished my high school in Germany, my Curriculum Vitae – the path of my life – seemed very straight forward. I studied industrial engineering at a private dual university of applied sciences, actually the first one of its kind. After my diploma in 1998, I moved to Munich to start my first job in the controlling department of a local car manufacturer.

At that time, I worked hard during the day, and often I partied hard during the night. The rhythm of my life seemed to be “Life is a high way, I wanna ride it all night long” – except that my favorite vehicle was not a car but a mountainbike.

As years passed by, I unconsciously felt something was missing in my life – but I could not say what it was. I travelled a lot in search of that something to fill the void inside me.  I hiked through woods and jungles, I scuba dived the nicest seas, and climbed the mountains … and still had not found what I was looking for.

Accidently – or should I say: by chance – in 2007, I found the Way of St. James. Today I know the way actually found me. At some point on my pilgrimage, I came to that point, when I almost drowned. I almost drowned in a river of tears – my own tears. It was like a broken dam of emotions, setting free the tears I had been holding back for the last ten or more years. I realized that as a woman living and working in a man’s world (engineering and the automotive industry actually IS a man’s world), I had not allowed myself to show or even feel any kinds of emotions.
Of course, it took me some years to find words for all those emotions I had not been able to express in years – like anger, fear, frustration or emptiness. And it also took me years to learn actually to feel these feelings instead of covering them up inside me. But by doing so, I not only reconnected with myself, but I also discovered empathy enabling me to connect with other people around me as well.

Eventually, I subscribed in several educations and trainings as a naturopath and as a stress pilot next to my regular job. This enabled me to accompany people to a healthier, stress-free life.

At that time, I realized staying any longer in my deadhearted, senseless but well-paid job at the car manufacturer would cause me getting severely ill sooner or later. Therefore, I quit.

That was six years ago. Since then, my life has been full of ups and downs and twists and turns. Two of the funniest probably being me studying theology about 20 years after resigning from church as a paying member – and me as a vegetarian since almost 25 years joining MEAT.

But there are even more paths and ways joining the common thread of my life: I recently learned to be a guide for other pilgrims, and I served as a Pathway guide in Toastmasters. Maybe the reason for all of this was the biblical saying I chose as a thirteen-year-old for my confirmation. I had forgotten about it for quite a long time – but recently, it suddenly came to my mind again, because it seemed to fit my life quite well.

I chose Matthew 7, verses 13-14:

13 For wide is the gate and broad is the road that leads to destruction, and many enter through it.
14 But small is the gate and narrow the road that leads to life, and only a few find it.

Whether my life will lead to destruction or to life, remains to be seen. Nevertheless, I do not regret any of the twists or turns. Because every single of them has made me the person I am today.

A small detail I discovered while researching for this speech, is that I remembered Robert Frost’s poem mentioned in the beginning the wrong way. First of all, the title actually quotes “The road NOT Taken” and the tenor is you’ll never find out what happened walking the other path.

For me, this doesn’t matter so much: I prefer to sum up Roberts Frosts poem with the quote of Franz Kafka: Paths are made by walking them. So let’s discover together, where my current paths – MEAT & Developing Leadership – will lead me.

As the pilgrims say: Buen Camino!

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Sprachlos

1 Mai

Diesen Beitrag hielt ich am 26.04.2018 in freier Rede, so oder so ähnlich, im Toastmasters Club Speakers Corner in München:

Als ich klein war, war mein Leben sehr digital. Natürlich war das vor 30 Jahren mit Computern & Smartphones noch nicht so verbreitet wie heute. Aber zumindest was Sprache und Kommunikation betraf, gab es bei uns zu Hause nur 0 oder 1. Was Diskussionen und verschiedene Meinungen anging, gab es nur schwarz oder weiß, richtig und falsch, Friede-Freude-Eierkuchen oder totale Eskalation.

Mein Vater wurde häufig sehr laut, wenn er sich unter Druck gesetzt fühlte. Als Kind machte mir das Angst, so dass ich mich nie traute, meine Meinung zu äußern, vor allem nicht, wenn sie anders war als seine.

In der Schule hasste ich es Aufsätze zu schreiben. Denn für vieles hatte ich einfach keine Worte, und ich war es ja nicht gewohnt, eine eigene Meinung zu haben. Selten hatte ich das Gefühl, genau das ausdrücken zu können was ich fühlte oder dachte. So fühlte ich mich oft unverstanden.

Nicht nur in Bezug auf Arbeit oder Sport fiel es mir schwer, das richtige Maß zwischen „zu viel“ oder „zu wenig“ zu finden, sondern auch im Hinblick auf meine Kommunikation. Entweder wurde ich nicht verstanden, weil ich mich überhaupt nicht traute, meine Meinung zu sagen, oder wenn ich es dann tat, formulierte ich Kritik so weichgespült, dass meine Position nicht klar war – oder ich wartete so lange damit, meine Befindlichkeiten zu äußern, bis diese quasi wie ein Vulkanausbruch aus mir herausquollen, und mein Gegenüber in Schutt und Asche zurück ließen. Was mir also fehlte, waren die Zwischentöne, denn die hatte ich Zeit meines Lebens nie gehört.

Erst im Laufe der Zeit, als ich anfing auch mich selbst besser zu verstehen, lernte ich es, die Zwischentöne wahrzunehmen – meine und die der anderen. Kurze Zeit später begann ich, einen Blog zu schreiben (diesen hier :-)). Ich fand Freude daran, meine Gedanken in Worte, kurze Texte und Gedichte zu verpacken. Ein paar Jahre später habe ich sogar mein erstes Buch veröffentlicht. Ich, die Zeit ihres Lebens Aufsätze schreiben gehasst hatte!

Seit ich vor vier Jahren bei den Toastmastern angefangen habe, fällt es mir zunehmend leichter, Worte für meine Gedanken und Gefühle zu finden und kann diese nun auch immer besser mündlich zum Ausdruck bringen – auch für die Zwischentöne. Nach wie vor arbeite ich daran, diesen zunehmend mehr Klarheit und Präzision zu geben.

Die zahlreichen Gelegenheiten auf der Bühne, v. a. in meinen Ämtern als VP-E und aktuell als Präsidentin, und natürlich v. a. das Feedback, das ich von Euch erhalten habe, haben meine Selbstsicherheit und meinen Mut gesteigert, auch persönliche Dinge von mir preiszugeben.

Ich bin euch sehr dankbar für die Begleitung und eure Unterstützung auf meinem Weg, heraus aus der Sprachlosigkeit in den authentischen Selbstausdruck. Natürlich gibt es auch immer mal wieder noch Situationen, die mich fassungs- und sprachlos machen. Dann heißt es: Zurück auf Los – passend zum neuen Eisbrecher.

Dass ich auf dem Area Wettbewerb vor 4 Wochen den dritten Preis gewonnen habe, hätte ich mir vor vier Jahren nicht träumen lassen. Leider hat es einen Nachteil: es macht süchtig nach mehr. Und so freue ich mich darauf, wenn ihr mich auch weiterhin mit Eurem Feedback unterstützt.

Mein Ziel ist die ganz große Bühne.

Das Kreuz mit dem Kreuz

27 Apr

Seit mittlerweile fast 20 Jahren lebe ich in Bayern – und ich füge hinzu: Lebe ich gerne in Bayern!
Nun sind ja die Bayern bekanntermaßen in vielerlei Hinsicht ein etwas spezielles Völkchen (sofern man vor dem Hintergrund der inner-bayrischen Vielfalt überhaupt von einem Völkchen sprechen kann…).

Dass sich die Freistaatler im Vergleich zu den anderen Bundesländern viel herausnehmen, ist für mich als Zugezogene lange Zeit mehr als gewöhnungsbedürftig gewesen. Nun ja, mit der Zeit gewöhnte ich mich daran und finde es mittlerweile auch manchmal recht sympathisch…

Aber das uns unser neu auserkorener Ministerpräsident Söder nun in staatlich-bayrischen Behörden und Institutionen das Kreuz aufhängen will, geht nun, finde ich, wirklich zu weit!

Nicht nur, dass ich der Meinung bin, dass wir aktuell weitaus wichtigere und dringendere Themen haben, die es zu diskutieren gilt. Auch möchte ich hinterfragen, in wieweit dass öffentliche durch Behörden institutionalisierte Zurschaustellen eines religiösen Symbols überhaupt mit der Religionsfreiheit im Deutschen Grundgesetz vereinbar ist.
Religionsfreiheit bedeutet ja auch, dass ich die Wahl habe, gar keiner Religion anzugehören.

Und so finde ich es doch sehr zweifelhaft, wenn sich jeder Bürger, Einwohner oder Steuerzahler egal welcher Nationalität und Religion bei jedem Behördengang (die sich ja auch im Zeitalter der Digitalisierung leider nicht komplett vermeiden lassen) mit einem religiösen Symbol konfrontiert sieht, dass für ihn oder sie möglicherweise gar keine Bedeutung hat? Von den Mitarbeitenden, die dem täglich ausgesetzt sind, mal ganz abgesehen…

Selbst ich als christlich sozialisiert aufgewachsener Mensch verbinde mit dem Kreuz – vor allem wenn es mir „aufgezwungen“ wird – eher Last & Schmerz auf dem Gang nach Golgatha als ein positiv konnotiertes Gefühl von Heimat und Verwurzelung.
Wie mag es da erst Anders- oder gar nicht Gläubigen gehen, von denen ein nicht unerheblicher Teil ja auch in Bayern geboren und/oder aufgewachsen ist und/oder zur Leistungsfähigkeit Bayerns beiträgt?

Wenn Herr Söder mit dieser Aktion die Wurzeln „unserer“ kulturellen Herkunft stärken will (wer auch immer an dieser Stelle „unser“ ist), sollte er lieber für einen guten Boden sorgen. Einen guten Boden, der voll ist von Nährstoffen, Saft und Kraft für Innovation und Fortschritt – und frei von Parasiten, Schimmel und anderem Ungeziefer (da kann jetzt jeder hineininterpretieren, was er will…). Das Betonen von Unterschieden oder Provozieren Andersgläubiger führt erfahrungsgemäß eher zu Hass und negativer Stimmung als zu einem positiven „Dünger“ für Bayern.
Zugehörigkeit unter einer Bedingung (z. B. einer bestimmten Glaubensgemeinschaft anzugehören) oder Gleichmachen aller Differenzen hat für mich weder etwas mit Heimat noch mit Wurzeln zu tun. Mit Heimat verbinde ich persönlich eher das Gefühl von Freiheit und Angenommen sein in meiner individuellen Einzigartigkeit (und da gehört für mich meine spirituell-religiöse Identität dazu).

Dazu von mir eine persönliche Geschichte:

Neulich war ich am Stand der Erzdiözesen München/Freising und Salzburg auf der Reisemesse f.re.e. „Wie?“, denkst Du jetzt vielleicht, „was hat denn die Kirche mit Tourismus zu tun?“ Dachte ich zunächst auch, als ich das zum ersten Mal gehört hatte, aber diesmal war ich dort wohlgemerkt als Ausstellerin in meiner Funktion als Pilgerbegleiterin, nicht als Besucherin. Wie ich dazu gekommen bin, obwohl ich ironischerweise noch nicht mal zahlendes Mitglied einer Kirche bin, geschweige denn, dass ich katholisch wäre, ist sicherlich eine längere Geschichte, die irgendwann 2007 auf meinem ersten Jakobsweg begann.
Was mir an dem Stand jedenfalls gut gefiel, waren diese kleinen Holzkreuze, die man sich mitnehmen konnte und an einem Lederband um den Hals tragen kann.

Plus statt Kreuz

Lieber „Plus“ statt „Kreuz“…

Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Ja, wie wäre es denn, wenn den Menschen (nicht nur in Bayern) das Christentum oder der Glauben nicht als „Pflicht“, „schwer“, „Zwang“ oder „Last“ auferlegt würde – und als solches kommt es mir vor, wenn ich mit Kreuzen in öffentlichen Gebäuden nicht beglückt, sondern erdrückt werde?
Wäre nicht ein Weg viel sinnvoller, der uns die Wahlfreiheit lässt? Ein Weg, der die Leichtigkeit betont oder ein Weg, der für alle, die es wollen, den Mehrwert eines (christlichen) Glaubensbekenntnisses hervorhebt?

Ich für meinen Teil bin froh, in einem Land (Deutschland) und in einer Zeit (21. Jahrhundert) zu leben, der mir die Freiheit gewährleistet, das zu glauben, wovon ich überzeugt bin und nicht den Überzeugungen meiner Landesfürsten folgen zu müssen. Ob die von der Presse betitelten „Kreuzzüge“ des Herrn Söder ein Schritt in die richtige Richtung sind, wird sich zeigen – immerhin hat bereits das 2. Vatikanische Konzil vor über 50 Jahren erkannt, dass auch in anderen Religionen Wahres und Heiliges ist…

Was ist für Sie, lieber Leser, Wahr und Heilig? Was ist Ihr persönlicher Mehrwert, den Sie mit Heimat, Tradition oder Religion verbinden?
Ich freue mich auf Ihre Kommentare.

Ihre Christina Bolte

PS: Ob Herr Söder sich der Doppelsinnigkeit dieser Entscheidung – „seiner“ Bevölkerung ein Kreuz aufzuerlegen – überhaupt bewußt ist? Immerhin möchte er ja im Herbst ein paar Kreuze zurück haben. Nun denn – falls die Wählerinnen und Wähler ihm keine geben sollten, hängen dann ja noch genügend in den Behörden herum…

Achterbahn und Hölle

6 Jan

oder: 12 Verhaltensmuster, an denen Du erkennen kannst, dass Du mitten in einer Depression steckst

Dies ist ein sehr persönlicher Beitrag (wer schreibt schon gerne über solche Themen in Bezug auf sich selbst), aber ich habe gemerkt, dass das Schreiben etwas Therapeutisches hat. Ich behalte mir vor, ihn bei unsachlichen Kommentaren und persönlichen Beschimpfungen wieder vom Netz zu nehmen.
edit: Absatz eingefügt: Warum merken die anderen nichts?

Neulich war es mal wieder soweit. Das letzte Jahr war für mich körperlich ein sehr anstrengendes. Endlich hatte ich eine vertrauenswürdige Endokrinologin gefunden, bei der ich mich bezüglich meiner Schilddrüsenerkrankung, die ich seit über 20 Jahren habe, endlich gut aufgehoben fühlte (was ich von den alten Herren, bei denen ich zuvor in Behandlung war, nicht behaupten kann, aber das ist eine andere Geschichte). 2 Mal im Laufe des Jahres stellten wir meine Medikamente um – was nötig geworden war, weil ich mich zunehmend unwohler in meiner Haut fühlte.

Damit fing die Achterbahnfahrt dann an – Weiterlesen

Weihnachten – und die andere Realität

22 Dez

Zeit meines Lebens hatten wir, wie vermutlich viele Familien, über die Weihnachtsfeiertage und darüber hinaus immer Weihnachtssterne bei uns zu Hause stehen – also nicht die am Himmel, sondern die Zierpflanzen natürlich, so wie die oben im Bild.

Ich fand sie – trotz ihrer Schlichtheit – immer sehr hübsch und dekorativ. Als ich mit ca. 25 einmal in der Vorweihnachtszeit auf einer Reise in sonnigen Gefilden war, machte ich eine Entdeckung, die mein Weltbild sehr ins Wanken brachte:

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Fifty shades of …

17 Dez 50 shades of fall – Schönbrunn im Herbst

…Fall

50 shades of fall – Schönbrunn im Herbst

Abb. 1: 50 Shades of Fall – Schönbrunn im Herbst

Vor gut einem Monat – es war noch Laub auf den Bäumen und noch nicht so kalt wie jetzt – war ich auf einem Kurztrip in Wien und ging im Park von Schloss Schönbrunn spazieren. Was soll ich sagen? Als Natur-Freak konnte ich mich regelrecht begeistern an der herbstlichen Farbpracht, die sich mir bot: Die vielen ver-schiedenfarbigen Blätter, die an den ordentlich zurecht­gestutzten Bäumen hingen, leuchteten um die Wette.

So erschienen mir die Alleen wie ein Regenbogen, dessen Farbspektrum sich freilich auf die gelb-orange-roten Farbtöne beschränkte, in Abhängigkeit von Baumsorte und Sonnenstrahlung. Mir ging das Herz auf.

… Spring

Frühling auf dem Jakobsweg

Abb. 2: 50 Shades of Green – Frühling auf dem Jakobsweg

Genauso erfreuen konnte ich mich auch an der Farbpracht, die mir auf einem meiner monat-lichen Pilgertage LeerLauf für den Kopf auf einem der Münchner Jakobswege entgegen-strahlte.

Das war im Frühjahr, und das frühlingsfrische Grün der Bäume leuchtete um die Wette mit der Sonne – und weil die sich gerade hinter den Wolken versteckte, hat das leuchtende Grün in all seinen Schattierungen sogar auch gewonnen.

… Sky

50 shades of Sky

Abb. 3: 50 Shades of Sky – Wetter-Wolken-Meer

Faszinierend auch dieser Himmel über dem Atlantik auf Teneriffa. Mit den minütlich abwechselnden Grau-Blau-Tönen von Himmel und Meer bot sich dem Betrachter ein beeindruckendes Schauspiel. Warten auf den Regenschauer?

Der ließ jedoch auf sich warten – zumindest am Ort der Betrachtung jedenfalls. Eine gute Stunde nach dieser Auf-nahme waren die Wolken sogar bereits wieder verschwunden, und die Sonne strahlte für die nächsten paar Stunden was das Zeug hielt. Das nenne ich Wandlungsfähigkeit und Lebendigkeit.

Ein starkes Bild jedenfalls – auch wenn man für seinen Urlaub sicherlich ein strahlendes Blau vorziehen würde.

… Mind

Ich weiss nicht, wie es Dir, liebe Leserin, lieber Leser, beim Anblick dieser Auswahl an Bildern geht – ich finde die Vielfalt und die zahlreichen Farb-Schattierungen, die uns die Natur mit ihren unterschiedlichen Facetten zeigt, jedenfalls faszinierend. Ich werde auch nicht müde, mich immer wieder daran zu erfreuen.

Zwar bedarf es immer auch ein wenig Achtsamkeit, sich inmitten der Geschehnisse unseres Alltags an solch scheinbar kleinen Momenten erfreuen zu können. Für mich bedeuten diese Augenblicke jedes Mal einen Mini-Urlaub. Auszeit. Hier. Jetzt.

Gleichermaßen spannend finde ich es aber auch, wenn ich mir unsere Kommunikation anschaue. Obwohl es in letzter Zeit ja etwas en vogue geworden zu sein scheint, die Ereignisse dieser Welt oder deren Protagonisten etwas polarisierend darzustellen, finde ich: So einfach ist es nicht.
Auch wenn uns eine Einteilung von Sachverhalten in: Die Guten — die Bösen, richtig oder falsch, Ich/Wir — die anderen, meine Wahrheit vs. Dein Irrtum, Entweder — Oder, Zustimmung oder Widersprechen gewissermaßen eine Orientierung im Leben geben kann, wird es meiner Meinung nach der heutigen Lebensrealität nicht gerecht. Vielfalt & Lebendigkeit lassen sich halt viel besser in bunt oder in Sowohl-als-auch darstellen als in Schwarz-Weiss.

 

Meinungsverschiedenheiten

50 shades of Mind

Denn genauso kann es auch mein Leben bereichern, wenn ich in der Diskussion mit einem Menschen, der eine andere Einstellung hat als ich, versuche hinter das Schwarz & Weiss unserer Überzeugungen zu schauen, z.B. indem ich seine Grundannahmen erforsche. Oftmals lässt sich dabei auch eine gemeinsame Basis finden und es stellt sich heraus, dass der eine oder andere nur in seinen Schlussfolgerungen anders abgebogen ist.
Um wievieles leichter kann so ein Konsens werden, wenn nur noch die halbe Wegstrecke an Meinungsverschiedenheit überwunden werden kann!

 

 

 

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Alle Bilder & Grafiken aus eigenem Bestand der Webseiten-Betreiberin (2016/2017)

Einladung zum Advent

10 Dez

Adventskranz. Die Kerzen entzünden.
Plätzchen-Duft wahrnehmen.
Die Hektik des Alltags ausblenden.
Eine Auszeit genießen.
Eine Einladung – zum Innehalten.

Die Kerzen leuchten,
bringen Licht in den langen Winterabend.
Das Kerzenlicht trifft mich,
erwärmt mein Herz.
Ich bin dankbar.

Die Kerze verzehrt sich – für mich.
Ganz selbstlos, gibt sie sich hin.
Die Kerze und ich gehen ineinander auf.
Ich bin berührt.

Ein Gedanke trifft mich:
Wofür gebe ich mich hin und meine Zeit?
Und für wen?
Erfreut sich jemand daran?
Oder verbrennt mein Licht ungeachtet?

Unbeachtet will ich mich nicht verbrennen.
Lieber bringe ich mein Licht dorthin, wo es gesehen wird.
Wie gut, dass ich meine Umgebung wählen kann –
jeden Tag neu.

Ich wünsche Dir/Ihnen für die Adventszeit und die Feiertage
ein paar be-sinn-liche Momente,
zum Genießen des Augenblicks
und Nachsinnen über das was wesentlich für Dich/Sie ist.

Auf den Spuren der Beginen – und was daran auch heute noch interessant ist

15 Nov

Kürzlich war ich mit einer Gruppe anderer Frauen auf einer dreitägigen Reise „Auf den Spuren der Beginen“.
Die meisten Menschen, denen ich zuvor oder auch danach davon erzählte, fragten mich zunächst, was denn überhaupt die Beginen seien. Auch ich hatte bis vor einiger Zeit noch nichts von ihnen gehört, danach übten sie jedoch eine gewisse Faszination auf mich auf.

Zunächst mal eine kurze zeitliche und definitorische Einführung.

Die Beginen waren eine mittelalterliche (zumeist) Frauenbewegung, die ab dem 13. Jahrhundert in Deutschland und vorher auch schon in den Niederlanden wirkte. Dabei handelt es sich überwiegend um eine städtische Bewegung, und die meisten Beginen waren zumindest aus dem Bürgerlichen Milieu, manche Frauen auch aus dem Adelstand.

Die Ehe erschien damals vielen der Frauen nicht als erstrebenswert, im Adelsstand wurde der „Wert“ einer Frau an der Höhe ihrer Mitgift gemessen, außerdem war damals das Kindbettfieber die häufigste Todesursache bei Frauen. Auch der Ordenseintritt war – wie man auch heute noch gut nachvollziehen kann – ein Lebensweg, den man/frau mögen muss.

Eine innovative Lebensform

So waren die Beginen für damalige Zeiten eine sehr moderne und auch mutige Bewegung, denn sie anstatt sich für eines der beiden damals bekannten Lebens-modelle – Ehe und Orden –  zu entscheiden, bildeten sie daraus einen neuen, dritten Weg: Die Beginenorden.

Die Frauen schlossen sich damals zusammen, um gemeinsam in sogenannten Beginenhäusern oder -höfen ein religiöses, eheloses Leben in Gemeinschaft zu führen. Dabei legten sie im Gegensatz zu klösterlichen Ordensgemeinschaften keine ewigen Gelübde, sondern nur Gelübde auf Zeit ab, gaben sich eigene Regeln und wählten eine „Meisterin“. Häufig schlossen sich auch verwitwete Frauen den Beginen an.

Im Gegensatz zu Bettel- oder auch manch anderen Orden lebten sie nicht zurückgezogen hinter Klostermauern oder von Almosen und alleinigen Gebeten. Sie gingen einer wirtschaftlichen, (textil-)handwerklichen oder sozialen Tätigkeit nach, wie Tuchmachen oder die Versorgung von Kranken oder Sterbenden, für das sie Geld erhielten, und lebten so von ihrer eigenen Hände Arbeit. Oder sie gingen Heil- und Lehrberufen nach.
Das gemeinsam erwirtschaftete Vermögen wurde geteilt, während privates Vermögen, z. B. Erbschaften, zumeist behalten oder bei Verlassen des Beginenordens zurück gegeben wurde.

Mutig …

…an dieser Lebensform finde ich, dass den Frauen trotz aller Widrigkeiten und Widerstände, die ihnen (zunächst) seitens städtischer und kirchlicher Obrigkeiten, Zünften und anderen Besitzstandswahrern entgegen gebracht wurde, zunehmend mehr Akzeptanz entgegen gebracht wurde. Zugegebenermaßen wohl auch aus eher pragmatischen Gründen, denn die Beginen widmeten sich z. T. der medizinischen Versorgung der Bevölkerung in den damals entstehenden Städten oder übernahmen andere Aufgaben, die die Nonnen nicht übernehmen konnten.

Überspitzt könnte man natürlich auch sagen, die Beginen waren zu intelligent, eigenständig und/oder mächtig. Somit waren sie etlichen Fraktionen (der Kirche, den Ständen und Zünften etc.) ein Dorn im Auge. Deshalb wurden die Beginenhäuser (mit wenigen Ausnahmen) teils durch einen päpstlichen Erlass im 14. Jahrhundert, teils im Zuge der Reformation im 16. Jahrhundert aufgelöst.

Wiederbelebung & Werte

Seit den 1990er Jahren haben Frauen in Deutschland diese Bewegung wiederbelebt. Zahlreiche Frauenwohnprojekte und -gemeinschaften haben sich seitdem gebildet. Religion oder Spiritualität oder soziales Engagement spielen dabei heute nur noch teilweise eine Rolle.
Wichtig ist – wie in jeder Wohn- und Lebensgemeinschaft – das Vorhandensein von gemeinsam geteilten Werten sowie die Bereitschaft, sich aufeinander und auf die Gemeinschaft einzulassen. Wobei Letzteres auch in gewisser Weise gegenseitige Unterstützung und ein voneinander Lernen wollen beinhaltet.

Und das finde ich für jede Form der Wohn- oder Lebensgemeinschaft auch heute noch relevant, egal ob es sich um eine Familie oder Partnerschaft, eine WG, eine Firmengründung oder ein genossenschaftliches oder sonstwie geartetes Kommunen-mäßiges Wohnprojekt handelt.

 

 Weiterführende Informationen:
– Dachverband der heutigen Beginen: http://www.dachverband-der-beginen.de/

Operation am offenen Herzen

7 Okt

Diesen Beitrag hielt ich am 25.09.2017 in freier Rede, so oder so ähnlich, im Toastmasters Club Speakers Corner in München:

 

Liebe Toastmaster, liebe Gäste,

Hand aufs Herz – Erinnert ihr Euch noch an dieses gute alte Nokia-Handy?

Mein altes Nokia-Telefon

Mei, ist das lange her. Nokia Telefone gibt es ja schon fast so lange nicht mehr wie Nokia Fahrradreifen.

Was habe ich dieses Telefon geliebt! Es ist klein, leicht, und unkaputtbar. Seine großen Stärken waren – wie es sich für ein Telefon gehört – dass man optimal damit telefonieren konnte, und evtl. noch SMS schreiben. Das Beste war allerdings, dass mein gutes altes Nokia außerdem eine Akku-Laufzeit von 10 Tagen hatte! Noch mal zum Mitschreiben: Über eine Woche Akkulaufzeit!

Heutzutage gibt es ja Telefone, die sind so smart- die können ja beinahe alles: Telefonieren, im Internet surfen, fotografieren, navigieren – und wenn man Glück hat, hat man auch noch eine App zum Telefonieren. Und wenn man noch mehr Glück hat, hält der Akku sogar auch fast zwei Tage. Zwei ganze Tage!

Deshalb habe ich mich auch erst von meinem Nokia getrennt, als mich höhere Umstände dazu zwangen…

Genauso geliebt habe ich übrigens auch mein gutes altes Toshiba-Notebook! Windows XP, Office 2003 – gute ausgereifte ausspäh-sichere Software, die sich bewährt hatte. Die Festplatte hieß übrigens Schätzchen.

Auch die Trennung von Schätzchen fiel mehr sehr schwer. Vor ca. fünf Jahren, da war Schätzchen ca. 6 oder 7 Jahre, und kurz vor dem Verrecken. Immer wenn ich eine neue Hardware anschloss, wurde der Bildschirm ganz blau.

Blue Screen –

unter Kennern übrigens auch scherzhaft Blue Screen of Death (Blauer Bildschirm des Todes) oder Blauer Tod  genannt.

Nun ja, was tut man nicht alles für sein Schätzchen? Wie ihr Euch vielleicht schon denken könnt, bin ich eigentlich eher nicht so der technikverliebte Nerd. Dennoch entschied ich mich mutig für eine lebensverlängernde Maßnahme: Eine Erweiterung des Arbeitsspeichers sollte das Problem beheben. Von damals übliche 0,5 GigaByte auf dann sagenhaften 2,0 GigaByte!

Gesagt getan – bei einem Fachhändler zwei 2 neue 1-Giga Arbeitsspeicher gekauft, die auch prompt geliefert wurde. Das beste war: Sogar eine Montage-Anleitung wurde mitgeliefert. Wobei ich das zunächst gar nicht für nötig hielt, denn Bedienungsanleitungen sind ja eher was für Blondinen:
Also: Klappe hinten aufschrauben, Arbeitsspeicher einklicken, fertig.

Nun ja. Der Beamer, den ich anschließen wollte, lief immer noch nicht.

Also musste der zweite Arbeitsspeicher wohl doch noch montiert werden. Vielleicht erinnert ihr Euch: 2012 ist schon einen Weile her, damals waren diese „So reparieren Sie alles selbst“-Videos auf Youtube noch nicht so verbreitet wie heute. Also war ich froh, dass die Montage-Anleitung mitgeliefert worden war. Die Beschreibung klang einfach: „Der zweite Steckplatz für den Arbeitsspeicher befindet sich hinter der Tastatur.“

Wer von Euch noch nie an einem Laptop herumgeschraubt hat, kann sich das in etwa so vorstellen, wie eine Operation am offenen Herzen. Um den zweiten Arbeitsspeicher austauschen zu können, musste mehr oder weniger das komplette Innenleben demontiert werden, angefangen beim Akku über Festplatte, CD-Laufwerk und den Monitor- und Tastatur-Steckern. Dann kam der große Moment, wo die drei Roten lackierten Schrauben  aufgeschraubt werden mussten. Die drei rot lackierten Schrauben, die bedeuten:

„Achtung, Sperrgebiet – Lebensgefahr!

Wenn Sie hier weiter gehen, verlieren Sie jegliche Gewährleistungsansprüche!“ Nun ja, was eigentlich eh schon egal war – die Kiste war immerhin schon 6 oder 7 Jahren.

Also weiter schrauben – um den zweiten Steckplatz zu finden, mussten nun noch weitere Bauteile demontiert werden. So Nebensächlichkeiten wie Lautsprecher und WLan-Adapter.

Am Ende, nach Stunden,  war es geschafft. Und wir mussten zugeben: „Ja, der zweite Steckplatz für den Arbeitsspeicher befindet sich hinter der Tastatur.“
Aber etwas präziser ausgedrückt, war es in etwa so, als wenn wir eine Operation an der Wirbelsäule durch das Brustbein und die Rippen durchgeführt hätten! Ohne die Gedärme einfach beiseite zu schieben zu können, denn die Innereien des Computers mussten Stück für Stück demontiert werden.

Der Toshiba hat die OP übrigens gut überlebt – er läuft auch immer noch, wenn auch noch sehr langsam. So hab ich Schätzchen vor 4 Jahren durch einen Lenovo abgelöst. Aber das war natürlich nur eine rein geschäftliche Beziehung.

Obwohl das ganze eine sehr lehrreiche Erfahrung war, brauche ich so einen Nervenkitzel so schnell nicht wieder:
Wenn mein Smartphone jemals einen BlueScreen bekommen sollte, werde ich keine Speicher-Erweiterung oder ähnliche Operation vornehmen. Sondern dann freue ich mich, dass mein gutes altes Nokia noch funktioniert. Wenn das mal nicht nachhaltig ist!

Die drei Tanten

15 Aug

Diesen Beitrag hielt ich am 14.08.2017 in freier Rede, so oder so ähnlich, im Toastmasters Club Speakers Corner in München:

 

Liebe Toastmaster, liebe Gäste,

heute möchte ich Euch von meinen drei Tanten erzählen, namens Lizzy, Rita und Olivia, die lebten zusammen in einem Haus. Alle drei waren sehr freundlich und hilfsbereit zu jedermann. Meine Eltern sagten, sie seien alle auf eine sehr bodenständige Art und Weise intelligent. Bauernschläue sagten sie immer dazu. Mein Bruder und ich freuten uns als Kinder immer, wenn wir bei den Tanten zu Besuch waren – und das war ziemlich oft – denn sie erzählten uns immer lustige, phantasievolle Geschichten. Außerdem hatte jede von ihnen ein tolles Kuchenrezept, mit dem sie bei uns punkten konnten. Als wir klein waren, mochten mein Bruder und ich alle drei Tanten gleichermaßen gern. Das änderte sich allerdings, als wir beide älter wurden…

Ob es daran lag, dass die drei Tanten – jede auf ihre Weise – ein bisschen wunderlicher wurden oder wir beide älter wurden und über manche Dinge mehr nachdachten, lässt sich so im Nachhinein nicht mehr so genau sagen. Jedenfalls fiel uns auf, wie unterschiedlich die Tanten reagierten, wenn wir überschwänglich und begeistert von unseren Ideen, Plänen, Träumen erzählten. Denn natürlich waren unsere Ideen und Visionen in unserem jugendlichen Eifer manchmal eher von kurzer Dauer oder bei näherer Betrachtung nicht immer sehr schlau.

Wenn ich damals euphorisch von meinen – regelmäßig wechselnden – Berufswünschen erzählte, war Tante Lizzy meistens der Meinung, ich sollte ruhig alles auszuprobieren und viele Praktika machen, denn davon würde ich ja schließlich nicht dümmer. Keine unserer vielen Ideen schien ihr komisch oder kindisch oder zu phantasievoll. Sie war diejenige, die uns darin bestärkte, all unseren Interessen nachzugehen um zu schauen, was davon uns wirklich gefiele. So könnte ich mir eine eigene und fundierte Meinung bilden und am besten herausfinden, was mir am besten entsprechen würde. Regelmäßig vermittelte sie uns, dass jedes unserer Vorhaben grundsätzlich machbar wäre und fragte sie uns bei unserem nächsten Treffen, was wir von unseren Plänen umgesetzt hätten. Wenn es nicht so gelaufen war, wie wir es uns in unserem Eifer so ausgemalt hatten, lachte sie nicht etwa über uns, sondern ermunterte jeden von uns, zu schauen, zu überlegen, was gut gelaufen war und was wir andererseits vorher übersehen hatten und was wir daher beim nächsten Mal anders machen könnten. Dadurch fühlten wir uns ernst genommen von ihr und fühlten uns „erwachsen“. Außerdem waren wir motiviert, weiter zu denken und an der Umsetzung der diversen Vorhaben zu arbeiten.

Tante Olivia hingegen lachte oft über unsere Ideen. „Du musst zusehen, dass Du eine rote Linie in Deinem Lebenslauf hast“, riet sie mir in Bezug auf meine Berufswahl, „also mach‘ am besten was Seriöses, um Dein Geld zu verdienen.“ Dabei hatte sie aber schon sehr konkrete Vorstellungen, was dazu gut geeignet wäre und was nicht. „Wer braucht denn das schon? Das ist doch alles eine brotlose Kunst“, befand sie meinen Berufswunsch Schriftstellerin, den ich mit 13 zwischendurch mal hatte. „Was hast Du denn überhaupt schon zu sagen?“, fragte sie damals.
Ich fühlte mich damals wie der größte Idiot, so als ob ich keine Ahnung hätte und befürchtete ernsthaft, irgendwann mal unter einer Brücke zu enden. Selbstredend verfolgte ich den Berufswunsch der Schriftstellerin damals nicht weiter, sondern studierte erstmal was Seriöses: Wirtschaftsingenieurwesen.

Tante Rita hingegen war immer sehr realistisch, deshalb erklärte sie mir: „Es ist gut, große Träume und Ideen zu haben, wie Tante Lizzy Dich ermuntert. Gleichzeitig kann es dann leicht passieren, dass Du dabei zu hoch fliegst – und Dir wie in der Ikarussage die tragfähige Substanz wegschmilzt. Tante Olivia will Dich davor schützen, dass Du abstürzt, wenn es nicht so klappt, wie Du Dir vorgestellt hast. Vielleicht hat sie aber auch nur ein wenig Höhenangst“, fügte sie verschmitzt hinzu. Weil sie stets sehr betriebswirtschaftlich dachte, ergänzte sie: „Wenn Du aber ihre Einwendungen ernst nimmst, und über ihre Fragen ernsthaft nachdenkst, hast Du schon gleich einen guten Input für einen guten Business-Case. Schau am besten, ob Du nicht Menschen kennst, an denen Du Dich orientieren kannst.“

Liebe Toastmaster, liebe Gäste,

sicherlich fällt es Euch leicht, zu erraten, welche der drei Tanten wir lieber hatten. Leider war es nicht so leicht möglich, immer nur Lizzy oder Rita zu besuchen und nicht Olivia, denn sie wohnten ja im gleichen Haus.

Wie die Geschichte ausgegangen ist: Unter einer Brücke gelandet bin ich bislang nicht, aber immerhin habe ich schon fünf Bücher veröffentlicht. Auch wenn ich derzeit noch davon entfernt bin, vom Bücherschreiben leben zu können: Es ist immerhin ein netter Zuverdienst und schon mal ein guter Anfang.

Was Euch vielleicht an meiner Geschichte mehr überrascht ist: Mit Verwandten wie Lizzy und Olivia hatte jeder von uns schon zu tun. Denn Lizzy und Olivia sind zwei Instanzen in jedem von uns:
Lizzy repräsentiert den liebevollen, ermutigenden und visionären Anteil in uns, der uns hilft, unsere ehrgeizigen Pläne und Visionen strukturiert und zielstrebig zu verfolgen. Lizzy glaubt an sich selbst und an andere. Sie ermutigt jeden, für seine Wünsche und Träume einzustehen.

Olivia steht dagegen für unsere innere Kritikerin. Wenn wir zu sehr auf sie hören, fühlen wir uns unbedeutend, klein und wertlos. Wenn die Olivia in unserem Leben zu viel Raum einnimmt, kann das sogar so weit gehen, dass wir irgendwann selbst davon überzeugt sind, wert- oder nutzlos zu sein oder ein gutes, erfolgreiches Leben oder das Erreichen großartiger Ziele nicht verdient zu haben.

Rita steht für die Realistin. Sie verbindet die Visionärin und die Kritikerin in uns. Sie vereint das Großartige mit den Einwendungen zum Machbaren.

Deswegen: Nimm Dir regelmäßig ein bisschen Zeit für Dich und lausche Deinen inneren Stimmen. Pass darauf auf, mit welcher „Tante“ Du wieviel Zeit verbringst – denn egal, ob Du glaubst, Du schaffst etwas oder ob Du glaubst, Du schaffst eine Sache nicht: Du wirst immer recht haben!