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Winter-Ge(h)danken

22 Jan

Heute sind wir im Rahmen des Pilgertages „LeerLauf für den Kopf“ wieder ein wenig auf dem Jakobsweg gepilgert. Gerne möchte ich ein paar Ge(h)danken und Eindrücke mit Euch teilen:

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WinterWald

 

Trotz dunstig-frischer Kälte
blauer Himmel und Sonnenschein.
Der weiße Winter-Wald
hebt sich farblich davon ab.

frostversponnen

frostversponnen

Gefrorene Spinnweben
benetzen den Christus am Wegkreuz.
Trotz allem –
es fließt der Fluss unbeirrt.

 

Eiskristallwelten

Schneeflockenkristalle

Neben uns auf dem Feld
die Spuren eines Hasen –
und von jemandem,
der am Wegrand lang-gelaufen ist.

Schneeflockenkristalle,
Frostbeeren an den Büschen,
Eiskristallblätter an Zweigen und Gräsern
Eis-Stalagmiten am Wasserfall.

Wasserfall

Eisstalagmiten

 

 

Rote Nasen, kalte Finger,
so kalt, dass Worte und Gedanken einfrieren.
Außer dem Knirschen der Schritte –
Um uns und in uns: Nur — STILLE.

(c) Bilder aus eigenem Bestand

Übergänge

26 Feb

Seit Wochen zwitschern draussen die Vögel.
Frühling scheint es zu werden.
Gestern der Sonnenschein – eine Wohltat.
Das macht Lust, draussen einen Café zu trinken.

Dennoch –  seit Wochen liegt draussen nur Schnee.
Kaum dass es einen Tag taut, ist er am nächsten Tag wieder da.
Kalt ist’s und trüb – und dabei trostlos die Stimmung.
Ich kann’s nicht mehr sehen.

Übergang. Chaos. Undefinierbare Zeit.
So richtig Winter ist’s nicht mehr,
aber Frühling ist dennoch auch noch nicht da.
Schwierig auszuhalten.

Das Zeit des (k)alten ist vorüber.
Geduld ist gefordert, bis die Zeit „reif“ ist
für ein neues Leben.

Winterspaziergang

12 Dez

Der gestrige Blick aus dem Fenster inspirierte mich zu folgendem Gedicht:

Morgens schau ich aus dem Fenster,
die Welt sieht heute anders aus:
Dort wo gestern Wald und Felder,
liegt heute weißer Pulverschnee.
Trotz der Kälte lockt mich heiter
ein Spaziergang vor das Haus.

Vor der Tür empfängt mich Stille,
ganz ruhig vom Nebel einwattiert.
Doch genieße ich die Fülle,
die am Waldrand sichtbar wird.

Schlehenfrüchte, Sanddornbeeren,
an blätterlosen Büschen sind.
Diese pflück ich mir zum Wohle –
Die Natur hat noch nicht aus-geschenkt.

Durch den Laubwald geh ich gerne
auch des Winters und bei Schnee.
Karge Bäume, matsch’ge Wege
bieten heute ein besonderes Bild.

Unbelaubt sind Busch und Bäume,
selbst die Lärchen leuchten mickrig gelb.
Das Feuerrot der letzten Wochen ist gewichen,
auch die Tannen zeichnen nur ein wenig grün.

Dennoch scheint der Wald zu leben,
lebendig tobt in meiner Phantasie ein fröhlich‘ Spiel:
Hier ein Tanz von Eich‘ und Buche,
die kuscheln und stehen leicht verdrillt.

Wie als ob sie es nicht wollte,
steht daneben eine weitere Eiche voller Eifersucht.
„Wie menschlich“, denk ich, „ist der Wald doch.“
wenn Buche eicht und Eiche bucht.

Weiter geh ich durch die Kälte,
die der Freude wegen ich kaum spür.
Außerdem erwärmt mich leise
das Wintersonnen-Nebel-Spiel.

Zurück im Hause mollig warm ist’s,
ein Tee wärmt mich nun wieder auf.
Der Duft nach Plätzchen und Gewürzen
erhellt die Stimmung: Weihnachtszeit!