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Aus der Maske auf die Bühne: Einladung zur Wahrhaftigkeit!

14 Mrz

„Unsere zivilisierte Welt ist nur eine große Maskerade.“
meinte schon Zeit seines Lebens der deutsche Philosoph Arthur Schopenhauer (1788-1860) .

… und das stimmt – wie ich finde – nicht nur zum Karneval. Ja, Karneval (man in manchen Gegenden Deutschlands auch Fasching oder Fasnacht genannt) bietet Menschen die unheimlich tolle Gelegenheit, sich zu verkleiden, um dann so völlig unerkannt „die Sau rauslassen“ zu können… Oder, wie der Aphoristiker Gerhard Uhlenbruck es auszudrücken pflegt:
„An Karneval maskiert man sich, damit man die Maske fallen lassen kann.“
Ich selbst habe das früher auch so praktiziert – als Kind sowieso, hauptsächlich des Verkleidens wegen. Später dann, während des Studiums und während meiner frühen Münchner Jahre, war die Karnevalszeit immer eine gern gesehene Gelegenheit zum Feiern.

Nachdem mich allerdings seit einigen Jahren immer häufiger das Gefühl beschleicht, mich im Alltag ohnehin schon oft genug verkleiden zu müssen oder mich in irgendwelchen Rollen wieder zu finden, die mir nur zum kleinen Teil entsprechen, habe ich selbst vor einigen Jahren beschlossen, die Karnevals-Festivitäten zukünftig zu meiden.

Sie fragen sich nun, welche „Verkleidungen und Rollen des Alltags“ ich meine? Dazu hatte ich im letzten Jahr schon einen kleinen Blog-Artikel verfasst, den Sie hier  nachlesen können. Aber vermutlich können Sie sich ohnehin schon denken, dass ich mit Verkleidung das Anzug- und Schlips-Trägertum in deutschen Wirtschaftsunternehmen meine. Und das Rollenspiel, das ebendort gespielt wird, häufig „Ich-Chef-Du-Befehlsempfänger“ heißt.

Ob Sie meine Ansicht dazu teilen oder nicht – am Aschermittwoch – zum Abschluss des Karnevals – ist es jedenfalls an der Zeit, das (Rollen-)Spiel zu beenden und die Masken und Verkleidung fallen zu lassen. Und somit der Welt sein „Wahres Ich“ zu offenbaren.

Das mag sich zunächst einmal ungewohnt anfühlen, so kalt, laut und ungemütlich, mitunter schmerzhaft – wie wenn ein Baby nach neun Monaten der Schwangerschaft das Licht der Welt erblickt und so mehr oder weniger nackt, wie es selbige „betreten“ hat, der Öffentlichkeit präsentiert zu werden.

Meiner Ansicht nach ist es jedoch einfacher, gleich „ICH“ zu sein, als vor sich selbst und der Welt eine Rolle aufrecht zu erhalten – primär weil mir Energieaufwand zu hoch ist, mir permanent ein „Drehbuch“ merken zu müssen. Ich finde, die Energie kann ich viel effizienter in andere Dinge investieren. Letztendlich ist es allerdings fast egal, ob Sie sich Ihr rollen-adäquates Kostüm anlegen oder nicht, denn auch dieses lässt mitunter tiefe Einblicke in den eigentlichen Charakter einer Person zu. Denken Sie nur an „des Kaisers neue Kleider“ – aus Angst, für schwach oder dumm gehalten zu werden, spielt der ganze Hofstaat das Spiel der Betrüger mit und geht ihnen dadurch auf den Leim. Und erst ein kleines Kind in seiner naiven Ursprünglichkeit nennt die Dinge wie sie sind.

Wenn es Ihnen gelingt, sich auf das Masken-Fallenlassen einzulassen, können vielleicht sogar auch Sie gespannt sein, zu erkunden, wer dahinter zum Vorschein kommt. Und vielleicht können Sie ja sogar auch Freude daran entwickeln – oder auch Stolz – sich so völlig unmaskiert der Öffentlichkeit zu zeigen. Denn es gehört ja auch eine ordentliche Portion Mut dazu, und erfordert viel Stabilität und inneres GleichGewicht (dazu auch mein früherer Beitrag ), um diese Situation aushalten zu können.

Was hat das ganze Thema Karneval zu tun mit Unternehmer(innen)tum?
Nun, auch als Unternehmer(in) muss ich irgendwann mit meinen Visionen – unserem Monatsthema vom Januar – an die Öffentlichkeit und diese mit der Welt teilen. Auch auf die Gefahr hin, in dem Moment dafür für verrückt erklärt zu werden. Denn, wenn ich meine Visionen oder meine Kenntnisse oder Fähigkeiten nur so still und heimlich für mich in meinem Elfenbeinturm behalte, fehlt ihnen ja von vorneherein das (Rampen-)Licht der Öffentlichkeit, um zu wachsen und zu gedeihen.

Somit sorgt die Öffentlichkeit quasi als „Katalysator“ für meine Ziele und Visionen für zweierlei: Zum einen wirkt das Veröffentlichen wie ein „Tritt in den Hintern“, um die eigenen Ziele und Visionen auf die Welt zu bringen.

„Wer in der Öffentlichkeit Kegel schiebt, muss sich gefallen lassen, dass nachgezählt wird, wie viele er getroffen hat.“ (wusste schon Kurt Tucholsky)

Denn wenn ich einmal etwas „hinausposaunt“ habe, muss ich damit rechnen, dass auch mal jemand danach fragt – und das wiederum verleiht meinen Visionen dadurch mehr (Gestaltungs-)Kraft.

Wichtig ist jedoch, sich seine Bühne(n) mit Bedacht zu wählen. Präsentiere ich mich lieber ganz direkt und „zum Anfassen“ im persönlichen Gespräch? Oder anonymer, als Autorin oder Redakteurin in Schriftform, mit für den Kunden/Leser niedriger Schwelle? Oder wähle ich das Internet – mit all seinen Vor- und Nachteilen, vor allem demjenigen, dass Informationen nicht mehr revidierbar sind – als Präsentationsplattform?

Passend zum Thema hat übrigens dieser Tage auch meine neu gestaltete Website das Licht der Öffentlichkeit erblickt – mit vielen neuen Veranstaltungen und Terminen. Ich freue mich über Ihren virtuellen wie persönlichen Besuch unter www.gesundheitspraxis-sinderau.de.

Und was folgt nach der Wahl?
Habe ich eine für mich passende „Bühne“ gefunden, ist es fast noch essentieller, diese nicht nur halbherzig oder gar „zufällig“ zu betreten. Wenn Sie auch zu den Menschen gehören, wie ich, die sagen: „Ich kann noch nicht anfangen, weil mir noch dieses oder jenes fehlt“ – dann wird es Zeit, diesen Gedanken fallen zu lassen. Denn der Mensch – und das Leben – sind immer in Entwicklung, im Fluss. Zu warten „bis man fertig ist“ oder perfekt oder sonst etwas, heißt warten, bis es vorbei ist.

Eines sollte klar sein: Was immer Sie auch tun – Kritiker wird es immer geben. Aber die breite Masse kommt ins Theater, um etwas zu lernen, um zu lachen oder um unterhalten zu werden.
Und das lässt sich am besten transportieren, wenn wir selbst nicht etwa bierernst, sondern mit Spaß und Freude auf der Bühne und bei der Sache sind.

Denn, wenn ich eines in den letzten Jahren gelernt habe von meinem langjährigen Arbeitgeber, dann ist es das „Prinzip Freude“, das für mich zweierlei beinhaltet: Erstens: Freude ist nicht nur das wichtigste auf der Welt, ein elementares Grundbedürfnis von uns allen und ein tolles Rezept gegen Missmut und Depression. Und sondern auch Zweitens: Freude ist eine Frage der Einstellung!

Deshalb lassen Sie uns bewusst wählen und JA! sagen – zur Bühne, zum Publikum, zur Rolle und zum Tun des eigenen Lebens und zu uns selbst. Experimentieren Sie damit! Zeigen Sie sich, am besten unmaskiert und so wie Sie sind – und glauben Sie mir: Das ist das beste was Sie sein und tun können. Und ganz wichtig: Seien Sie authentisch und vermitteln Sie das, worum es Ihnen geht.

Ich finde: Das ganze Leben ist eine Bühne – nutzen wir sie also, und spielen wir mit Freude darauf. Lassen Sie uns spielen – mit uns selbst, mit unseren Mitspielern und mit dem Publikum. Wer auch immer das ist, der interessiert zuschaut.

Kooperation – oder: 1 + 1 = 3

6 Feb

Wenn ich an die Studien- und Ausbildungszeit in meinem ersten Beruf als Wirtschafts­ingenieurin zurückdenke und an die Art und Weise wie Frauen häufig miteinander und untereinander umgingen, fühle ich mich ganz heftig an Amerikanische TV-Serien à la „Sex and the City“ erinnert: Zicken-Alarm vom Feinsten!

Allzuoft versuchte „frau“ mit kurzen Röcken, frechen Sprüchen oder anderen mehr oder weniger arbeitsrelevanten (und zumeist subtilen) Methoden, die Zuneigung der männlichen Kommilitonen oder die Aufmerksamkeit der Dozenten zu gewinnen. Ähnliches wurde auch versucht, um sich beim Chef zu profilieren. Weibliches Konkurrenz-Verhalten?

Ich jedenfalls glaube nicht, dass ein solches Verhalten „typisch weiblich“ ist – vielmehr sieht die Art und Weise des gleichen Verhaltensmusters, nämlich dem Mangelgedanken, bei Männern einfach nur anders aus. Unter Mangelgedanken oder Konkurrenzdenken verstehe ich in diesem Zusammenhang das vorherrschende Gefühl, sich und anderen etwas beweisen zu müssen. Oder die Befürchtung, dass der oder die andere einem etwas wegnehmen könnte.

Bei Wikipedia liest man unter Konkurrenz: lat. concurrere „zusammenlaufen“, „um die Wette laufen“. Aber um was läuft man denn eigentlich mit der sogenannten Konkurrenz um die Wette? In der Wirtschaft bezieht sich das wohl auf den Wettbewerb verschiedener Anbieter um die Gunst der Kunden.

Was ist es denn eigentlich, was mir jemand anderes wegnehmen könnte, auf das ich einen Anspruch hätte? Wie komme ich auf diesen „Anspruch“? Und könnte man es nicht auch so sehen, dass es umso weniger wahrscheinlich ist, dass sich jemand ausgerechnet mit mir in genau diese Nische drängen möchte, je klarer und trennschärfer ich positioniert bin. Je genauer also meine Nische definiert ist?

 „Nur wer seinen eigenen Weg geht, kann von niemandem überholt werden.“
Marlon Brando

Es stellt sich natürlich die Frage, ob es immer so einfach – und auch sinnvoll – ist, den eigenen Weg als Einzelkämpfer(in) zu beschreiten? Denn, was nützt es mir, wenn ich als kreativer Geist vor Ideen übersprudele, aber alleine nicht in der Lage bin, diese auch nur annähernd in die Tat umzusetzen?

Bereits Thomas von Aquin  erkannte im 13. Jahrhundert, dass vereinte Kraft „zur Herbeiführung des Erfolges oft wirksamer [ist] als zersplitterte oder geteilte.“ Kooperation (von lat. cooperatio – „Zusammenwirkung“, „Mitwirkung“) lautet demnach das Motto. 

Grundvoraussetzung für eine – für alle Beteiligten „fruchtbare“, gewinnbringende – Kooperation ist aus meiner Sicht eine klare Positionierung der Einzelnen: Lesen Sie gerne nochmal in den Beiträgen unseres Oktober-Impulses nach! Und im Optimalfall ergänzen sich die Fähigkeiten und Eigenschaften der Kooperierenden zum Nutzen aller.

Konkret bedeutet das, dass sich zunächst einmal jede(r) Einzelne für sich gesehen Gedanken darüber macht, was er bzw. sie in die Zusammenarbeit mit einbringen kann und möchte – und was nicht. Anschließend sollte dies vor allem auch auf eine klare und wertschätzende Weise kommuniziert werden. Geschieht dies nicht und die Erwartungen der Einzelnen an ein Geben und Nehmen sind nicht geklärt, kann es passieren (muss aber nicht), dass sich die weniger „scharf abgegrenzten“ Kooperationspartner über kurz oder lang unzufrieden aus der Kooperation zurückziehen.

 Es gibt jedoch auch Fälle, in denen die gegenseitige Wertschätzung für die Individualität und Beiträge des einen oder der anderen ist nicht gegeben ist. Oder eine Partei versucht, sich einseitige oder unangemessene Vorteile zu verschaffen. So ein Verhalten stellt natürlich die Kooperation und insbesondere den betreffende Kooperationspartner sehr stark auf die Probe, denn das ist in etwa so, als ob ich das Licht meines Kooperationspartners bewusst unter den Scheffel stelle, in der Hoffnung, dadurch selbst mehr zu „glänzen“. Tatsächlich ist es aber so, dass nicht nur das Licht unter dem Scheffel nicht seine volle Leuchtkraft entwickeln kann.  Letztendlich bedeutet dies jedoch auch, dass damit die ganze Kooperation nicht ihr volles Potenzial entfalten kann oder im Zweifelsfall zugrunde geht.

Ein überaus geniales Konzept der Kooperation demonstriert uns übrigens die Schöpfung! Nehmen wir als Beispiel den menschlichen Körper mit all seinen vielfältigen Organen: Angefangen über die Knochen, die Haut, das Herz, die Lungen, den Magen bis hin zu den übrigen Organen – jedes hat eine bestimmte Funktion und Aufgaben und trägt dadurch zur Aufrechterhaltung der Lebensfähigkeit und –qualität des „Organ-Inhabers“ bei. Dabei ist es zumeist noch nicht mal erforderlich, über die Aufgabenverteilung neu zu verhandeln.

Kommt es jedoch aufgrund von Krankheit oder mangelnder „Pflege“ beziehungsweise Fürsorge zu Defiziten in der Leistung des einen Organs, sind ganz automatisch bis zu einem gewissen Grad die übrigen Organe bereit und in der Lage, dessen Aufgaben zu übernehmen um so das oberste Ziel der Kooperation, nämlich das Überleben des Körpers, zu gewährleisten.

Stellen Sie sich nun einmal vor, dass irgendeines der Organe spontan beschließt, aus der Kooperation auszusteigen und ab sofort nur noch das zu tun, wozu es Lust hat oder sich auf Kosten der anderen Organe übermäßig Platz zu verschaffen. Die medizinischen Ausdrücke für diese Krankheiten des Ungleichgewichts heißen Organversagen oder Krebs – und meistens ist der vorzeitige Tod des Organismus die Konsequenz. Das Ende der Kooperation…

Was ist nun der Part, den jede(r) Einzelne von Ihnen und uns zum guten Gelingen einer Kooperation beitragen kann?

  • Welches sind Ihre Motive, mit anderen Menschen zusammenarbeiten zu wollen? Sind Sie bereit, sich im gleichen Umfang einzubringen wie Sie erwarten zu profitieren?
  • Seien Sie authentisch, also echt. Denn der Begriff Solidarität, also das Grundprinzip der Zusammengehörigkeit, sich leitet vom lateinischen solidus (für gediegen, echt oder fest) ab, deshalb steht das eigene Echt-Sein, also die eigene Authentizität, eng damit im Zusammenhang.
  • Sehen Sie Ihre(n) Kooperationspartner und dessen Stärken, Fähigkeiten und Individualität mit der gleichen Wertschätzung wie Sie selbst gesehen werden möchten? Oder anders herum: Sehen Sie sie mit derselben Wertschätzung wie sich selbst an?
  • Warum möchten Sie genau mit dieser Personen oder diesen Personen zusammen arbeiten? Welche Eigenschaften haben Sie, mit denen Sie sich gut unterstützen oder ergänzen können?
  • Und zu guter letzt: Seien Sie verbindlich. Genauso wenig wie Sie vermutlich möchten, dass Sie in Krisenzeiten nicht alleine dastehen, möchte es auch ihr Kooperationspartner. Natürlich erwartet niemand, dass Sie eine Verbindung auf Lebenszeit eingehen. Dennoch ist es hilfreich, bereits im Vorwege für sich und mit dem Kooperationspartner zu definieren, wie lange die Zusammenarbeit andauern soll – zum Beispiel für die Laufzeit eines bestimmten Projektes.

Denn damit zusammen hängt natürlich auch in gewisser Hinsicht das Thema Strategie, Kontinuität und Verlässlichkeit. Wer in der gleichen Geschwindigkeit wie das sprichwörtliche Fähnchen im Wind die Kooperationspartner wechselt, weil jemand anderes kurzfristig mehr Vorteile oder mehr Kontakte zu haben verspricht, muss sich nicht wundern wenn er irgendwann in stürmischen Zeiten alleine da steht, weil sich alle anderen enttäuscht von ihm abgewendet haben.

Noch weiter über die Kooperation hinaus geht meiner Meinung nach der Begriff Solidarität, der als Grundprinzip des menschlichen Zusammenlebens ein Gefühl von Zusammenge­hörigkeit bezeichnet. Diese Haltung der Verbundenheit mit bzw. Unterstützung von Ideen, Aktivitäten und Zielen anderer äußert sich vor allem in gegenseitiger Hilfe und dem Eintreten für einander.

Denn im Zweifelsfall lassen sich im Team auch Misserfolge besser verarbeiten: Geteilte Freude ist doppelte Freude, und geteiltes Leid ist halbes Leid.

 Ach ja, ganz anders als eingangs beschrieben erlebe ich heute das Miteinander mit Frauen; als ganz aktuelles Beispiel unser „Quantenspringerin.*“-Kraftwerk: Jede unterstützt jede und hilft der anderen, sich weiter zu entwickeln. Zwar hat im Wesentlichen jede ihre eigenen Projekte und Themen, aber es gibt auch „Gemeinschaftswerke“, wie zum Beispiel unseren gemeinsamen Auftritt auf der Existenz am 12. November im MOC. Gleichzeitig unterstützen wir uns, sei es mit neuen Ideen, Hinweisen zum Internet-Auftritt, oder tatkräftigem Anpacken beim privaten Umzug. Jede von uns hat ein einzigartiges Profil, und bei unseren gemeinsamen Schritten ergänzen wir uns und lernen gegenseitig von uns. Getreu dem Motto der „Quantenspringerin.“: „Voneinander lernen. Miteinander wachsen. Gemeinsam gewinnen.“ 

 Denn Kooperation zum Nutzen aller Beteiligten ist etwas, was größer ist als die Summe der einzelnen Beteiligten. In diesem Fall ein klassisches Beispiel von 1 + 1 = 7.

Oder – wie die deutschsprachige Popband Klee singt:  
„Wir sind Teil eines Ganzen, was größer ist, als Du und ich…“  (aus: „Wir werden wie Gold sein)

* siehe auch www.quantenspringerin.de

Karneval – Und welche Rolle spielen Sie?

3 Mrz

Helau und Alaaf, es ist wieder Karnevalssaison! Die Zeit der Narren, Faschings-Prinzen und -prinzessinnen, der großen und kleinen Harry Potters und seiner Kollegen, von Männern mit blondzöpfigen Perücken oder auf andere Art verkleidete Faschingsfreunde. 

Wie steht es mit Ihnen – sind Sie auch dabei, wenn es demnächst wieder ans Feiern geht? In welche Rolle schlüpfen Sie in diesem Jahr? Lassen Sie es auch so richtig krachen, auf dass der Kater sich erst am Aschermittwoch vertreiben lässt? Und mit dem Kater sich manchmal der Katzenjammer blicken lässt – vor allem dann, wenn sich herausstellt, dass die hübsche blonde Prinzessin im wahren Leben  doch eher einer grauen Maus gleicht oder der bildhübsche Latin Lover eher verwandt mit Spargel-Tarzan ist als mit Julio Iglesias? 

Oder gehören eher Sie zu der Fraktion derjeniger, die der Meinung sind, im „normalen Leben“ ohnehin schon genügend Rollen besetzen zu müssen? Nein, die Rede ist nicht von Schizophrenie – ich meine die ganz normalen Rollen des Alltags: 

Die meiste Zeit des Arbeitstages verbringen die meisten Menschen vermutlich in der Rolle als Arbeitnehmer/in, Schüler/in oder Student/in, Mitarbeiter/in oder Kolleg/in oder manche Menschen auch als Chef/in.

Und findet man sich nicht innerhalb seiner Familie ganz automatisch – natürlich je nach Alter und Geschlecht – in den verschiedenen Rollen als Sohn, Bruder, Ehemann bzw. Partner, Vater oder Opa oder frau als Tochter, Schwester, Mutter, Oma, Ehefrau bzw. Partnerin?

Und dann gibt es natürlich noch die unterschiedlichen Situationen, in denen wir Nachbar oder Gast sind, Freund bzw. Freundin, Kunde oder Kundin, oder ganz einfach auch mal Sitznachbar in der S-Bahn sind. 

Verhalten Sie sich in all diesen Szenen Ihres Lebens gleich? Wie oft und wie gerne spielen Sie all diese verschiedenen Rollen? Gibt es eine, in der Sie sich besonders wohl fühlen? Oder fühlen Sie sich in der einen oder anderen Rolle doch eher unbehaglich und nicht wohl?
Ja, genau, gibt es eine oder mehrere Ihrer unterschiedlichen Rollen, die Ihnen überhaupt gar nicht entspricht? Haben Sie sich mal überlegt warum das so ist? Liegt es möglicherweise den unterschiedlichen Gewichtungen der Faktoren wie Spass, Verantwortung und Austoben-Können der verschiedenen Rollen?

Oder passiert es Ihnen auch ab und zum mal, dass Sie sich mal in Ihren Rollen vertun? Dass Sie zum Beispiel von Ihrer täglichen Arbeit nach Hause kommen und Ihrer Familie immer noch als „die Lehrerin“ begegnen anstatt als Mutter bzw. Ehefrau oder Ihre Kinder so anreden wie Ihre Kollegen auf der Baustelle?

Das sind natürlich ziemlich extreme Beispiele, aber sie sollen verdeutlichen, wie wichtig es ist, dass wir uns zwischendurch immer wieder mal bewusst machen, in welcher Rolle wir uns gerade befinden bzw. ob unsere derzeitige Rolle dem Umfeld angemessen ist. Natürlich kann es passieren, dass wir versehentlich einmal die falsche Rolle annehmen, aber die Reaktionen unseres Gegenübers zeigen uns dies häufig sehr schnell. Und dann heisst es: Raum verlassen, 3x tief durchatmen oder 2x um die eigene Achse drehen, was auch immer Ihnen hilft, das unpassende Kostüm abzustreifen. 

Und zum Abschluss sein nun noch die Frage erlaubt, wann Sie eigentlich – inmitten Ihrer verschiedenen Rollen, die Sie spielen – sich selbst sind (spielen müssen Sie sich ja nicht). Oder haben Sie sich in den anderen 100 Rollen Ihres Lebens so gut verkleidet, dass Sie sich schon gar nicht mehr erkennen?

Nun, welche Rolle Ihnen auch immer am besten gefällt bzw. in welcher Rolle Sie sich am besten gefallen: Genießen Sie die Närrische Zeit und vor allem haben Sie Freude daran, einfach mal eine neue Rolle auszuprobieren, denn das erweitert das eigene Repertoire ungemein.  Aber vergessen Sie nicht, sich hinterher wieder zu „ent-rollen“…