Tag Archives: Wünsche

Neujahrsgedanken 2016

1 Jan

Das Jahr begann –
wie immer um diese Zeit –
mit großem Hallo und Geräusch.

Doch nun um halb 10
ist der Rausch vorbei,
und es herrscht neblige Stille.

Wie schön diese Ruhe –
fast schon ein Idyll.
Der Nebel hängt noch in der Luft.

Wie ein Schleier bedeckt er
das noch junge Jahr.
Und so bin ich freudig-gespannt,
was wohl darunter liegen mag.

Ich wünsche mir – und Dir! –
dass es im Gepäck haben möge
Gesundheit, Erfolg und Zufriedenheit –
und tolle Begleiter für all Deine Wege.

Und doch liegt es einem jeden von uns in der Hand
das Jahr nach Geschmack zu gestalten.
Die Ziele zu planen, die Wege zu gehn
damit nicht das Jahr verrinnt wie Sand.

Hab Neugier und Begeist’rung
im Gepäck immer dabei.
Mach das Beste, sei Gestalter –
das Wünsche ich Dir.

 

Gerne begleite ich Sie/Dich ein Stück Ihres/Deines Weges!

Herzlich, Christina Bolte

Grüße aus der Vergangenheit (1)

19 Mrz

Kennen Sie auch solche Phasen, in denen sich manche „Dinge“ oder Ereignisse häufen? So völlig plötzlich aus der Luft gegriffen und ohne Vorankündigung? Vorher passierte nichts dergleichen, und nachher ist auch wieder alles wie gewöhnlich – wobei, wie vorher ist es nicht mehr…

Neulich hatte ich auch mal wieder so eine Phase von „ungewöhnlichen Häufungen“, die mit einem simplen Telefonanruf begann. Nichtsahnend (die angezeigte Rufnummer war mir nicht bekannt) ging ich ans Telefon, als mich eine mir bekannte aber nicht sofort zuzuordnende Stimme begrüßte: „Hey, Christina, wie geht’s, hier ist der Andreas.“*

Andreas, der Traum meiner schlaflosen Nächte in meiner Studienzeit. Seit mindestens drei Jahren hatten wir nichts mehr voneinander gehört, und seit über zehn Jahren hatten wir uns auch nicht mehr gesehen. Wieso also jetzt? Dabei hatte ich ein paar Wochen zuvor sogar an ihn denken müssen, weil ich zu Besuch in einer anderen Stadt war und in der gleichen Straße über- nachtet hatte, wie seine Schwester früher gewohnt hatte (damals schrieb man noch Briefe, von denen mir einer letztes Jahr beim Umzug in die Hände fiel, daher war mir die Anschrift wieder in Erinnerung gewesen….)

Nun rief er also an. Der gleiche altbekannte Tonfall, die gleichen wohlbekannten Sprüche (zumindest von der Art her) – die ich zwar damals toll fand, aber von denen ich nun am Telefon wahrnahm, dass sie auf mich eher „fassadenhaft“ und ohne echte Emotionen wirkten. Seine Feststellung, ich hätte mich überhaupt nicht verändert (was nachweislich nicht stimmt, da ich in den letzten Jahren so ziemlich alles in meinem Leben umgekrempelt habe), traf mich tief.
Wir hatten im Wesentlichen über Platitüden oder Vergangenes gesprochen. Dennoch war ich nach dem Gespräch noch eine Zeit lang verwirrt – und fragte mich, was für eine Botschaft mir das Gespräch zu geben hatte (eine Angewohnheit, die ich mir vor einigen Jahren zugelegt hatte).

Immerhin, das Gespräch über die Vergangenheit weckte auch vieles lange Vergessene: Die emotionale Kälte mit der er mich damals – bewußt oder unbewußt – abblitzen liess. Seine überaus verhaltene Reaktion nach meiner Rede, die ich als Vertreterin der Studierendenschaft für die Abschlussfeier seines Jahrgangs hielt (und wegen der ich vor lauter Nervosität fast in Grund und Boden versunken bin, immerhin waren im Publikum gut 350 Leute gewesen). Wie sehr hätte ich mir damals gewünscht, ein kurzes Wort der Anerkennung aus seinem Munde zu hören? Viele seiner Jahrgangkollegen hatten sich bei mir für meine Worte bedankt – aber genau er, von dem ich mir ein ehrlich gemeintes Lob so sehr erhofft hatte, sagte — Nichts.

Die Erinnerung an diese (zugegebenermaßen) schmerzliche Begebenheit vor gut 17 Jahren liess mich grinsen. Wie sehr hatte ich mich damals von der Meinung und dem Lob meines großen Helden abhängig gemacht? Und wie sehr hatte ich mich klein und unzulänglich gefühlt, weil ich seine Anerkennung nicht bekam. Wenn ich ehrlich bin, gab es damals außer Andreas auch noch etliche andere Menschen, die diese Gefühle und Gedanken bei mir ausgelöst hatten.

Heute weiss ich, dass es kein Wunder war, dass ich früher oder später in einen Burnout rutschen musste, wenn ich rackerte wie blöde um anderen Menschen für meine Leistung eine Anerkennung oder ein Lob abzuringen, das ich brauchte um mich selbst wert-zu-schätzen. Und das in unserer deutschen Gesellschaft, in der nicht g’schimpft ohnehin schon Lob g’nug ist…

Danke, Andreas, dass Du mich mit Deinem Anruf und unserem kurzen Gespräch an diese Erkenntnis erinnert hast, und daran, dass ich eine solche Situation nie wieder erleben möchte.

.

*aus Gründen der Anonymität sei hier ein Kunstname verwendet

Wünsche + Träume

6 Jan

„Unsere Träume passen nicht auf Stimmzettel“, las ich neulich als Graffity an eine Eisenbahn-Unterführung gesprüht, als ich auf dem Weg zu einem Seminar im Schwäbischen war.

„Stimmt eigentlich“, dachte ich, „die Politiker, denen wir unser Kreuzchen auf dem Wahlzettel schenken, schaffen es meistens eh nicht, uns unsere Träume zu erfüllen. Aber sind sie denn dazu überhaupt in der Lage?“ Das war mein erster Gedanke.

Denn auf einem Stimmzettel kann man ja ohnehin nur vorgegebene „Programme“ auswählen, seine wirklichen Wünsche und Träume quasi als „Freitext“ auf einem Wahlzettel abzugeben, sieht unser System ja gar nicht vor.

Mein zweiter Gedanke war, dass Träume gar nicht auf Stimmzettel passen müssen. Denn wie schon J. W. v. Goethe wusste:
„Unsere Wünsche sind Vorgefühle der Fähigkeiten, die in uns liegen, Vorboten desjenigen was wir zu leisten imstande sein werden.“

Das heißt, Träume sind quasi ein Ausdruck unserer Seele, der nach Erfüllung verlangt und wenn wir uns etwas vorstellen oder „erträumen“ können, ist es bereits „in uns“ und ist auch schon bereits halb realisiert. Das mag zwar manchmal noch Jahre oder Jahrzehnte dauern bis es so weit ist, aber wenn wir es richtig anstellen, können wir es auch selbst realisieren, und brauchen dann keine anderen Menschen – erst recht keine Politiker – dazu, sie für uns umzusetzen.

Was nicht heißen soll, dass uns andere Menschen dabei nicht helfen können – im Gegenteil! Eine Methode dafür ist zum Beispiel – der Jahreszeit entsprechend – seine Wünsche und Träume auf einen Wunschzettel zu schreiben anstatt auf einen Stimmzettel. Denn dadurch, dass davon auszugehen ist, dass diesen jemand liest, der daran interessiert ist uns einen Wunsch zu erfüllen, besteht zumindest keine schlechte Wahrscheinlichkeit, dass der eine oder andere Wunsch in Erfüllung geht.

Noch effizienter ist es allerdings, mit anderen Menschen über seine Wünsche zu sprechen – idealerweise mit demjenigen, den es betrifft oder jemand anderen, der sich zumindest mit der Materie auskennt. Denn wie soll beispielsweise mein Partner es herausfinden, dass ich doch sooo gerne mal wieder von ihm in den Arm genommen werden möchte, wenn ich mich nicht traue, mit jemandem darüber zu sprechen. Oder vielleicht gerade einmal mit der besten Freundin.

So zum Beispiel, wie es mir neulich passiert ist: Eigentlich saß ich nämlich nur mit einer lieben Freundin ganz entspannt bei einem Kaffee zusammen und erzählte ihr davon, dass ich auf der Suche nach einer neuen Lokalität für meine Praxis sei. Ungefähr eine Stunde nachdem wir unser Kaffeetrinken beendet hatte, hatte ich eine Email mit einem Praxis-Angebot in meiner Mailbox, die sie mir weitergeleitet hatte…

Manchmal (wie auch in diesem Fall) ertappe ich mich dann bei dem Gedanken, dass „das doch gar nicht so einfach sein kann“ mit der Erfüllung seiner Wünsche. Doch, kann es. Nicht immer, aber bei Wünschen, die aus dem Herzen kommen, zumindest immer öfter.

Und so ist das Zulassen oder Annehmen dieser Leichtigkeit auch ein elementarer Bestandteil bei der Erfüllung der Wünsche.

Was es dazu noch braucht, ist manchmal schlichtweg Zeit. Dann vergehen Jahre oder sogar Jahrzehnte bis sich unsere Träume realisieren. Das ist aber dann auch völlig in Ordnung, denn bis es soweit ist, konnten wir uns oder auch unsere früheren „Hirngespinste“ weiter entwickeln, reifen lassen – oder auch einfach den richtigen Weg zur Realisierung finden. Zum Beispiel, indem wir uns in der Zwischenzeit zusätzliche Kenntnisse oder Fähigkeiten aneignen können, die wir für unseren Traum benötigen. Außerdem können wir durch die verstrichene Zeit manche Resultate, also die vollendeten Träume, auch um so mehr wertschätzen, als wenn sie uns quasi zugeflogen wären. Denn wir wissen ja, was wir für das Ergebnis alles geleistet haben.

Außerdem ist das Warten manchmal auch insofern ganz gut so, dass sich mitunter auch herausstellt, dass einige der Dinge, die wir uns zu einem bestimmten Zeitpunkt gewünscht hatten, doch nicht so wichtig waren. So zum Beispiel habe ich mit Zwanzig immer davon geträumt, mit einem Porsche quer durch Deutschland zu fahren. Nun, ich habe es bis heute nicht gemacht (ich habe nicht mal in einem gesessen…) – und ich habe heute trotzdem nicht das Gefühl, irgendetwas verpasst zu haben.

„Nenne dich nicht arm, weil deine Träume nicht in Erfüllung gegangen sind; wirklich arm ist nur der, der nicht geträumt hat.“
Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916), östr. Schriftstellerin

Insofern möchte ich Sie einladen, die langen Nächte der dunklen Jahreszeit dazu zu nutzen um zu träumen. Lassen Sie sich bitte von niemanden einreden, Träumen wäre vertane Zeit. Denn Träume sind unerlässlich, wenn man die Zukunft gestalten will, und Träume weisen uns den Weg dorthin. Dabei sind sie gleichzeitig die Würze unserer Gegenwart (frei nach Victor Hugo und Robert Conklin).

Zum Abschluss möchte ich Ihnen noch eine kleine Hilfestellung mit auf den Weg geben, damit Sie sich Ihre frisch erträumten Träume einfacher realisieren können. Sicherlich werden Sie in den bevorstehenden Weihnachtstagen bereits einen kleinen Vorgeschmack darauf bekommen können, wie es sich anfühlt, wenn Ihnen ein lieber Mensch in Ihrem Umfeld einen kleineren oder vielleicht auch größeren Wunsch erfüllt. Genießen Sie zunächst das Gefühl der Vorfreude, erinnern Sie sich daran, wie Sie sich als Kind kurz vor der Bescherung gefühlt hatten. Die leuchtenden Augen und das klopfende Herz als Sie die Geschenke erblickten. Und dann der Moment der Glückseligkeit und Gefühl der Freude, als Sie die langersehnte Barbie-Puppe oder das sehnsüchtig gewünschte Fahrrad in den Händen hielten! Nichts anderes war in diesem Moment wichtig, als der tiefe Frieden gestillter Sehnsucht in Ihrem Inneren.

Nehmen Sie in den kommenden Tagen beim Öffnen der Geschenke diese tiefen Gefühle der
(Vor-)Freude und des Friedens in Ihrem Inneren ganz bewusst wahr, egal wie groß oder klein der erfüllte Wunsch auch sein mag. Saugen Sie diese ganz tief und üppig in sich auf, damit Sie später – wenn es an die Realisierung Ihrer „großen“ Träume und Wünsche geht – sich dieses Gefühl wieder in Erinnerung rufen können…

„Aus den Träumen des Frühlings wird im Herbst Marmelade gemacht.“
(Peter Bamm (1897-1975), eigtl. Curt Emmrich, dt. Arzt u. Schriftsteller)

Ich wünsche Ihnen von Herzen ein friedvolles, und Traum-erfülltes neues Jahr 2012. Möge das Gefühl der Vorfreude und der Erfüllung Sie durch das kommende Jahr begleiten. Und haben Sie Freude beim Kochen Ihrer Marmelade!