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Gedanken zu Ostern – Auferstehung feiern

20 Apr

In meinem Bekanntenkreis häufen sich in den letzten Wochen das, was landläufig als „Schicksals-schläge“ bezeichnet wird. In einer Familie erfährt der Vater plötzlich, dass er eine Krebserkrankung im Endstadium hat – und ist gute vier Wochen später bereits tot. Mit Anfang-Mitte Fünfzig.
In einer anderen Familie liegt die kleine Tochter (5) seit einer plötzlichen Hirnentzündung seit gut zwei Monaten im Koma. Zwar befindet sie sich mittlerweile bereits in der Aufwachphase, aber es besteht die Möglichkeit – wenn sie wieder aufwacht – dass eine Behinderung zurückbleibt.

Was zuvor ein ganz normaler (Familien-)Alltag war, ist nun nicht mehr da. Alles anders, und zunächst für alle Beteiligten wie auch Menschen im weiter entfernten Umfeld ein großer Schock.
Was soll man auch sagen, wenn jemand so aus seinem Leben bzw. wie die Angehörigen beider Familien aus ihrem Alltag  gerissen werden?

Für die beiden oben beschriebenen Familien ist der Alltag nun ein neuer. Es gibt noch viel zu regeln und es gilt, einen neuen Alltag einzu“üben“. Ich bewundere mit Hochachtung die Eltern der kleinen Erkrankten für ihre Sichtweise, ihren neuen Alltag primär als „anders und nicht zwingend schlechter“ zu bezeichnen. In einer solchen Situation, gerade eben den Schock überwunden, bedarf es sehr viel Bewußtsein und Kraft, solche Aussagen zu treffen.

Mich jedenfalls macht es betroffen – und lädt mich zum Nachdenken ein: Wir alle haben einen Alltag, den wir mehr oder weniger schätzen, mit dem wir manchmal oder auch öfter hadern, manchmal auch jammern – obwohl es uns, zumindest hier in Mitteleuropa, trotz dem einen oder anderen Wehweh- chen, das man so hat, doch vergleichsweise gut geht.

Besonders anläßlich dieser Ostertage (und der dahinter liegenden christlichen Tradition, die ich mir an dieser Stelle erspare, weiter auszuführen) stellt sich mir immer wieder die Frage, warum wir es immer wieder darauf ankommen lassen, den ganz normalen, schnöden Alltag so wenig zu schätzen, dass es immer erst solcher „Schicksalsschläge“ bedarf, um für unsere alltäglichen „Kleinigkeiten“, wie die gesund zu sein beispielsweise oder gesunde Kinder zu haben, dankbar zu sein. Sollten wir das Leben (das einzige, was wir im Übrigen haben!) nicht viel mehr bewußt zu geniessen?

Ich finde, das ist das mindeste, was wir tun können. Und fühle mich gleichzeitig eingeladen, meine ganz persönliche Auferstehung zu feiern. Gerade zu Ostern und noch viel mehr, wenn ich das Gefühl habe, das Leben präsentiert mir wieder mal tonnenweise Mist, oder erst recht, wenn ich mich dabei ertappe, mehr oder weniger grundlos über das eine oder andere zu jammern. Vor allem, wenn ich es eigentlich sogar in meiner Hand habe, etwas daran zu ändern.

So gesehen ist Ostern auch eine Handlungsaufforderung. Und es lohnt sich, die freien Tage dazu zu nutzen, mal kurz darüber nachzudenken: „Von oder aus was möchten Sie im kommenden Jahr ihre Auferstehung feiern?“ – und dann tun Sie’s! Wir haben es selbst in der Hand, unser Leben zu verändern, und Dankbarkeit ist schon ein erster guter Schritt dorthin.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen schöne Ostertage!

Ihre

Christina Bolte

Farewell & neue Ufer…

24 Sep

Auch schon über die längere Funkstille in letzter Zeit gewundert? Eigentlich hatte ich auch schon viel eher wieder etwas schreiben wollen, aber aufgrund einer größeren, anstehenden Veränderung in meinem Leben (Umzug) war mein Kopf irgendwie wie leer. Oder sollte ich doch besser sagen, dass mein Kopf vielmehr zu voll war? Voll mit Organisieren, voll mit aufräumen und entrümpeln, voll mit „wo bekomme ich noch dieses oder jenes her“ oder „um das und jenes muss ich mich auch noch kümmern“?

Kaum denkt man, dass die mehrmals wöchentliche Fahrerei zu Wertstoffhöfen oder caritativen Einrichtungen endlich ein Ende hat, kommt man drauf, dass bei der einen oder anderen Sache – sei es Nachsendeantrag oder der neue Telefonanschluss – das eine oder andere nicht so geklappt hat, wie gewünscht. Und so dreht man dann noch mal eine Schleife…

Und dann der Umzug selbst – trotz oben erwähnter mehrfach wöchentlicher Fahrerei zu Wertstoffhöfen oder caritativen Einrichtungen und etlichen Ebay-Auktionen waren es immer noch so viele Umzugskisten, dass ich (von der Schlepperei mal ganz abgesehen) fast erschrocken bin. Und dabei hatte ich mich doch für einen Ausstattungsminimalisten gehalten…
Und nein, die wenigsten meiner Kartons waren voll mit Klamotten und Schuhen.

Dennoch ist mir mal wieder so richtig bewußt geworden, was für ein Stress so ein Umzug eigentlich bedeutet. Kisten einpacken, Möbel zerlegen, einladen in den Umzugswagen, mit selbigem von A nach B fahren, ausladen (Schritte 3-5 beliebig oft wiederholen), Möbel zusammenbauen (Schritt 6 beliebig oft wiederholen), Möbel hinstellen, Möbel umstellen, Kisten auspacken…

Jedenfalls musste ich inmitten von diesem Chaos wieder an das Sprichrt denken: „Für jede Tür, die sich schliesst, öffnet sich eine andere!“ Manchmal neigt man aber mehr dazu, auf die geschlossene als auf die offene Tür zu sehen. Das führt dann häufig zu Verbitterung oder angestauter Wut, oder mitunter – in langfristiger Konsequenz – zu einer Depression.

Aber da ich meine Umzugsentscheidung ja sehr bewußt getroffen und das Umfeld auch sehr genau ausgewählt habe, freue ich mich nach den ganzen „Abschieden“ – von der alten Wohnung, dem alten Umfeld, der alten Stammkneipe und natürlich auch von dem ganzen entrümpelten Zeug – umso mehr auf die vielen „Hallos“ und „Willkommens“: Vor allem die neue Wohnung natürlich, der potentielle Stamm-Italiener um die Ecke wurde schon mehrfach beehrt (alleine, um die Wartezeit auf die neue Küche zu überbrücken), die ganzen Mitfahrer, die an der gleichen Station in die S-Bahn steigen, die neuen Läden, und jeder Spaziergang ist ein kleines Abenteuer der persönlichen Neuentdeckungen…

In diesem Sinne möchte ich Sie gerne einladen: Tun Sie doch jeden Tag mal etwas, was Sie noch nie getan haben. Es müssen ja nicht gleich die ganz großen Dinge sein, sondern könnte auch einfach bedeuten, beispielsweise mal einen neuen Laden zu betreten, bewußt einen Umweg zu fahren und so eine neue Strasse zu entdecken, oder Sie könnten ein Gericht aus der Speisekarte auswählen, dass Sie noch nie gewählt haben oder in der Ubahn einfach mal jemand Wildfremdes anlächeln.

Und dann schauen Sie, was dann passiert und wie es Ihnen dabei ergeht. Ich freue mich, wenn Sie Ihre Erlebnisse mit mir teilen!

Herzlichst,

Ihre Christina Bolte

Gedanken zum Garten und Burnout (2)

31 Mrz

Im letzten Jahr schrieb ich über den Zusammenhang zwischen einem Garten und Burnout.
Heute möchte ich das Ganze um einen weiteren Aspekt ergänzen, nämlich um den der Jahreszeiten.

Wenn Sie derzeit aus dem Fenster schauen, werden Sie die ersten zarten grünen Triebe aus der Erde hervorschauen sehen, und mancherorts sogar auch die eine oder andere gelbe, weiße oder violette Blüte. Endlich ist Frühling!

Frühling bedeutet aber – neben dem im letzten Beitrag erwähnten Boden bestellen – auch, die Samen oder Setzlinge für die Zukunft auszusäen, idealerweise auch zur richtigen Jahreszeit. Denn nicht jedes Korn oder jede Pflanze bringt das erwartete Ergebnis, wenn man es zu einem beliebigen Zeitpunkt aussät.

Im Sommer ist es dann an der Zeit, die Saat wachsen zu lassen. Natürlich muss man gelegentlich gießen und den Boden pflegen, aber im Wesentlichen heißt es nun: Abwarten. Oder etwas flapsiger formuliert:
Ein Grashalm wächst auch nicht schneller, wenn man daran zieht
(leider ist mir die Quelle dieses wunderbaren Spruches nicht bekannt).

Im Herbst heißt es dann endlich: Ernten. Egal, ob Apfel- oder Pflaumenbaum, Getreidefelder oder Mais, eines bleibt nicht aus – das Sortieren und Trennen von Ernte und dem, das zur direkten Verwendung nicht geeignet ist. Im Märchen heisst es so schön: Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen. Dennoch ist auch das „Schlechte“ nicht sinnlos, denn auch aus dem Mist lässt sich für die kommenden Jahre zu einem hervorragenden Dünger machen!

Natürlich lassen sich diese Jahreszeiten auch auf unserem „Seelengarten“ und unser alltägliches Leben übertragen. Darüber hinaus verstecken sich hinter den „Bildern“ wichtige Faktoren, die einen Burnout begünstigen oder verhindern können.

Projekte starten und Kontakte knüpfen sind wertvolle Aktionen (Säen!) – die jedoch ohne Erfolg bleiben, wenn man sie zum falschen Zeitpunkt oder im falschen Umfeld angeht. Stattdessen verliert sich die aufgewendete Energie dann im blinden Aktionismus.
Natürlich empfiehlt es sich, auch darauf zu achten, welches Saatgut man aussät. Wer Intrigen sät, braucht sich nicht zu wundern wenn er (oder sie) später selbst welche erntet. Heutzutage wird das ganze etwas postmoderner als Resonanzgesetz bezeichnet oder wer auf Anglizismen steht: Law of Attraction. Früher sagte meine Mutter dazu  immer: „Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es zurück“ “ – aus Wort und Ant-Wort folgt also, Verantwortung zu übernehmen.

Noch schlichter formuliert es ein chinesisches Sprichwort, das ich an dieser Stelle teilen möchte:
Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden zu Worten.
Achte auf Deine Worte, denn sie werden zu Handlungen.
Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden zu Gewohnheiten.
Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter.
Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.

Genauso wichtig für ein zufriedenes und gesundes Leben ist natürlich auch der Faktor Zeit. So, wie man im Sommer die Saat in Ruhe wachsen lässt, braucht eine Liebesbeziehung Zeit, braucht Vertrauen Zeit, um sich zu entwickeln. Auch eine regelmäßige Entspannungs- oder Meditationspraxis braucht Zeit (und Übung!) um einen Effekt zu erzielen. In meinem Umfeld höre ich immer wieder, dass Zeit haben ein Luxus sei, den man sich derzeit nicht leisten könne. Ich sehe dies anders, denn erstens habe ich keine Zeit, sondern vielmehr: ich nehme sie mir! Und zweitens finde ich, dass Zeit haben/nehmen kein Luxus ist, sondern eine unabdingbare Voraussetzung für ein zufriedenes Leben. Denn eine echte Freundschaft, die einem in schwierigen Zeiten Rückhalt gibt, möchte in „guten Zeiten“ gepflegt werden, und Entspannung auf Knopfdruck funktioniert halt auch nur, wenn man vorher entsprechend geübt hat. Eben so, wie ich auch den Apfel und das Getreide nicht gleich schon im Frühling ernten kann, sondern abwarten muss, bis es gereift ist…

Wie wir bereits am Frühling gesehen haben, ist Acht-samkeit also das Mittel der Wahl – und dazu fordert uns auch der Herbst wieder heraus. Das Aufheben und Sammeln der Ernte kann bereits – zumindest wenn man es manuell erledigt – als wahre Meditationsübung praktiziert werden. Dabei in einer gebückten Körperhaltung zu verharren, z. B. bei der Ernte von Beerenfrüchten, verlangt auch dem Erntenden auch mental eine quasi demütige Haltung ab.

Wenngleich mitunter auch ziemlich lästig, so erfordert das Aussortieren von Ernte und „Abfall“ eine noch ausgeprägtere meditative Grundhaltung: Achtsamkeit und Konzentration auf das Wesentliche: Das was ich gerade in der Hand habe und tue. Eine Bekannte von mir, die gerne Marmeladen einkocht, meinte neulich halb scherzhaft, ihre Art zu meditieren wäre Birnen schälen. Sehen Sie, immer noch besser als zur Entspannung herumzusitzen und nichts zu tun!
Spass beiseite…

Der aufmerksame Leser wird sich nun sicherlich fragen, was mit dem Winter ist. Im Winter leben wir von dem, was wir übers Jahr erarbeitet haben – und kümmern uns um ganz andere Dinge, z. B. darum, unser Handwerkszeug instand zu halten oder die Planung fürs nächste Jahr vorzubereiten.  Das mag erholsam klingen oder bequem, ist es aber nicht.
Denn de facto braucht es alle Jahreszeiten und alle Tätigkeiten, alle Anspannung und alle Entspannung, alle Arbeit und alle Besinnung. Aber eben alles zu seiner Zeit.

Abschließen möchte ich mit einem (gekürzten) Zitat aus dem meist gelesenen Buch auf dieser Welt:

Ein jegliches hat seine Zeit

„Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde:
geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit; pflanzen hat seine Zeit, ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit; […]
weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit; klagen hat seine Zeit, tanzen hat seine Zeit;
Steine wegwerfen hat seine Zeit, Steine sammeln hat seine Zeit; […]
behalten hat seine Zeit, wegwerfen hat seine Zeit; […]
schweigen hat seine Zeit, reden hat seine Zeit; […]
lieben hat seine Zeit, hassen hat seine Zeit; Streit hat seine Zeit, Friede hat seine Zeit. […]
Da merkte ich, dass es nichts Besseres dabei gibt als fröhlich sein […] in seinem Leben.“

In diesem Sinne:  Achten Sie auf ein ausgewogenes Verhältnis aus allem was Sie tun, pflegen Sie Ihren Seelengarten und betrachten Sie das Leben mit einer gewissen Heiterkeit – ernst ist es schon von ganz allein.

Und: Danke, dass Sie sich die Zeit dafür genommen haben diesen Text bis zum Ende durchzulesen.
Deshalb möchte ich Ihnen nun auch noch verraten, wo Sie das zuletzt genannten Zitat in ganzer Länge nachlesen können:
Im Alten Testament beim Prediger Salomo (Kohelet) im 3. Kapitel, hier in der Übersetzung der Luther-Bibel von 1984.

Herzliche Ostergrüsse
wünscht Ihnen

Ihre Christina Bolte

Spagyrik des Alltags

16 Nov

Was ist eigentlich Spagyrik?

Bei der Spagyrik handelt es sich zum einen um eine Weltanschauung und zum anderen auf eine Art der Arzneimittelherstellung, die auf Theophrastus von Hohenheim (1493-1541), genannt Paracelsus, zurück geht.
Von ihm ist der erstmalige Gebrauch des Begriffes Spagyrik überliefert.

Das Wort Spagyrik kommt aus dem Griechischen: spáein bedeutet „(heraus)ziehen, trennen“ und ageirein „vereinigen, zusammenführen“, als Trennen des „Guten“ vom „Schlechten“ und nur das „Gute“ wieder miteinander verbinden.

Das Wort Spagyrik bezeichnet somit die Art der Arzneimittelherstellung, also Pharmazie, und Therapie nach den weltanschaulichen und praktischen Regeln der Alchemie. Die Aufgabe der Alchemie sah er nicht – wie weitläufig verbreitet – z. B. in der Herstellung von Gold, sondern in der Herstellung von Arzneimitteln. 

Im paracelsischen Sinne betrachtet ist die Alchemie (oder auch Spagyrik) ein jahre-bis jahrzehntelanges Sich-Auseinandersetzen mit der Natur sowie die Kenntnis und das im Einklang leben mit ihren Gesetzen, Details, Prinzipien und Zusammenhängen bzw. Analogien. Eine Lebensaufgabe also.

Im weiteren Sinne des Wortes ist jedoch die Alchemie „die Kunst, des rechten Umgangs mit den Dingen der Natur“. Demnach sind also auch Landwirte, Bäcker, Weber, Winzer oder Köche Alchemisten, so sie sich auf sachgerechte und kunstvolle Weise damit beschäftigen, die Dinge der Natur dem Menschen zum Nutzen zu bereiten.
D.h. auch in einem klassischen „Lehrberuf“ kann man zu seiner Meisterschaft gelangen.

Umsetzung im Alltag

Nun fragt sich eventuell der eine oder andere, was wir mit diesem „Mittelalterlichen Hexenzeug“ nun konkret im Alltag anfangen können. Welche Bedeutung hat das für uns persönlich? Ist nicht letztendlich jede Situation, in der es gefragt ist, den „Menschen zum Nutzen“ gemäß zu handeln, Grund für die Anwendung spagyrischer Prinzipien?

An einem Beispiel möchte ich Ihnen verdeutlichen, inwieweit auch heute noch Vieles ein wahrhaft spagyrischer Prozess ist:

Da wäre zunächst mal, dass uns ein Zustand, ein Thema, das uns nicht gefällt und für das wir Lösungs­möglichkeiten und Handlungsoptionen finden möchten – sei es eine anstehende berufliche Veränderung, ein Umzug oder die Trennung von einer nicht mehr funktionierenden Partnerschaft.

Wir beschäftigen uns geistig mit diesem Zustand oder Thema (oder es beschäftigt uns), es geht uns durch den Kopf bzw. es gärt in uns. Gärung ist ein Teil der spagyrischen Arzneimittel-Herstellung.
Indem wir ggf. mit anderen Menschen über die Situation unterhalten, bekommen wir Input von außen, evtl. auch Lösungs­vorschläge. Wir analysieren und erwägen eventuelle Vor- und Nachteile, die sich für uns aus dem einen oder anderen Weg oder sogar der Situation selbst ergeben.
Diese „geistigen“ Prozesse können zwischen Tagen und Wochen dauern.

Anschließend sortieren wir die für uns hilfreichen „guten“ Gedanken und Lösungs­möglichkeiten heraus und verwerfen die unbrauchbaren „schlechten“ – Trennen des „Guten“ vom „Schlechten“ also.
Man kann schon fast destillieren dazu sagen, denn das ganze findet ja unter großem Energieeinsatz statt,
und auch die Destillation ist ein Teil der spagyrischen Arzneimittel-Herstellung.

Abschließend setzen wir all die „guten“ Zutaten unserer Lösung zu einem Idealbild zusammen.

Solve et coagula – löse (das was nicht mehr dienlich ist) und konstruiere Neues bzw. füge Dinge oder Umstände wieder neu zusammen. Oder lassen Sie sie durch die Natur und den Lauf der Dinge sich neu zusammensetzen.

Übrig vom ganzen Prozess mit all seinen Stufen bleibt die Essenz – der für uns zum jeweiligen Zeitpunkt richtige und heilsame Lösungsweg aus unserer Situation.
Meisterliche Kompositionen brauchen jedoch Geduld –  und Zeit. Zwei heutzutage besonders selten gewordene Ingredienzien… Überstürzen Sie daher nichts, wenn Sie eine gute Lösung haben möchten.

 Unterstützen können Sie die „spagyrischen Prozesse Ihres Alltags“ durch die Einnahme oder durch Aufsprühen spagyrischer Arzneimittel. Deren Zusammensetzung richtet sich nach Ihrem tatsächlichen Thema, ein Patentrezept gibt es hierbei nicht. Die Arzneimittel wirken auf der körperlichen wie geistigen Ebene und bringen Ihnen Klarheit in Ihre Prozesse – sei es dass Sie klarer in sich selbst sehen, oder kleine Helferlein von außen dazu beitragen.

Weitere Infos dazu erhalten Sie auf meiner Website www.gesundheitspraxis-sinderau.de. Oder sprechen Sie mich an.

Karneval – Und welche Rolle spielen Sie?

3 Mrz

Helau und Alaaf, es ist wieder Karnevalssaison! Die Zeit der Narren, Faschings-Prinzen und -prinzessinnen, der großen und kleinen Harry Potters und seiner Kollegen, von Männern mit blondzöpfigen Perücken oder auf andere Art verkleidete Faschingsfreunde. 

Wie steht es mit Ihnen – sind Sie auch dabei, wenn es demnächst wieder ans Feiern geht? In welche Rolle schlüpfen Sie in diesem Jahr? Lassen Sie es auch so richtig krachen, auf dass der Kater sich erst am Aschermittwoch vertreiben lässt? Und mit dem Kater sich manchmal der Katzenjammer blicken lässt – vor allem dann, wenn sich herausstellt, dass die hübsche blonde Prinzessin im wahren Leben  doch eher einer grauen Maus gleicht oder der bildhübsche Latin Lover eher verwandt mit Spargel-Tarzan ist als mit Julio Iglesias? 

Oder gehören eher Sie zu der Fraktion derjeniger, die der Meinung sind, im „normalen Leben“ ohnehin schon genügend Rollen besetzen zu müssen? Nein, die Rede ist nicht von Schizophrenie – ich meine die ganz normalen Rollen des Alltags: 

Die meiste Zeit des Arbeitstages verbringen die meisten Menschen vermutlich in der Rolle als Arbeitnehmer/in, Schüler/in oder Student/in, Mitarbeiter/in oder Kolleg/in oder manche Menschen auch als Chef/in.

Und findet man sich nicht innerhalb seiner Familie ganz automatisch – natürlich je nach Alter und Geschlecht – in den verschiedenen Rollen als Sohn, Bruder, Ehemann bzw. Partner, Vater oder Opa oder frau als Tochter, Schwester, Mutter, Oma, Ehefrau bzw. Partnerin?

Und dann gibt es natürlich noch die unterschiedlichen Situationen, in denen wir Nachbar oder Gast sind, Freund bzw. Freundin, Kunde oder Kundin, oder ganz einfach auch mal Sitznachbar in der S-Bahn sind. 

Verhalten Sie sich in all diesen Szenen Ihres Lebens gleich? Wie oft und wie gerne spielen Sie all diese verschiedenen Rollen? Gibt es eine, in der Sie sich besonders wohl fühlen? Oder fühlen Sie sich in der einen oder anderen Rolle doch eher unbehaglich und nicht wohl?
Ja, genau, gibt es eine oder mehrere Ihrer unterschiedlichen Rollen, die Ihnen überhaupt gar nicht entspricht? Haben Sie sich mal überlegt warum das so ist? Liegt es möglicherweise den unterschiedlichen Gewichtungen der Faktoren wie Spass, Verantwortung und Austoben-Können der verschiedenen Rollen?

Oder passiert es Ihnen auch ab und zum mal, dass Sie sich mal in Ihren Rollen vertun? Dass Sie zum Beispiel von Ihrer täglichen Arbeit nach Hause kommen und Ihrer Familie immer noch als „die Lehrerin“ begegnen anstatt als Mutter bzw. Ehefrau oder Ihre Kinder so anreden wie Ihre Kollegen auf der Baustelle?

Das sind natürlich ziemlich extreme Beispiele, aber sie sollen verdeutlichen, wie wichtig es ist, dass wir uns zwischendurch immer wieder mal bewusst machen, in welcher Rolle wir uns gerade befinden bzw. ob unsere derzeitige Rolle dem Umfeld angemessen ist. Natürlich kann es passieren, dass wir versehentlich einmal die falsche Rolle annehmen, aber die Reaktionen unseres Gegenübers zeigen uns dies häufig sehr schnell. Und dann heisst es: Raum verlassen, 3x tief durchatmen oder 2x um die eigene Achse drehen, was auch immer Ihnen hilft, das unpassende Kostüm abzustreifen. 

Und zum Abschluss sein nun noch die Frage erlaubt, wann Sie eigentlich – inmitten Ihrer verschiedenen Rollen, die Sie spielen – sich selbst sind (spielen müssen Sie sich ja nicht). Oder haben Sie sich in den anderen 100 Rollen Ihres Lebens so gut verkleidet, dass Sie sich schon gar nicht mehr erkennen?

Nun, welche Rolle Ihnen auch immer am besten gefällt bzw. in welcher Rolle Sie sich am besten gefallen: Genießen Sie die Närrische Zeit und vor allem haben Sie Freude daran, einfach mal eine neue Rolle auszuprobieren, denn das erweitert das eigene Repertoire ungemein.  Aber vergessen Sie nicht, sich hinterher wieder zu „ent-rollen“…

Zum Valentinstag… alles Liebe!

13 Feb

Pünktlich zum 14. Februar halten sich wieder hartnäckig die Gerüchte, der Valentinstag sei eine „Erfindung“ der Floristik-, Postkarten-, Pralinen- oder Schmuck-Branche, um die Möglichkeiten der Umsatzsteigerung zu erhöhen für Artikel, mit denen man seinem/seiner Liebsten eine Freude machen oder einen Liebesbeweis antreten kann.

 Natürlich freut sich fast jede Frau über einen Blumenstrauß oder ein Schmuckstück (es wäre ja auch heuchlerisch, dies abstreiten zu wollen). Bleibt natürlich trotzdem die Überlegung, welche „Beweiskraft“ ein einmal jährlich erbrachter „Liebesbeweis“ hat, dazu noch wenn häufig eher aus Pflichtbewusstsein geschenkt wird denn aus Liebe, oder eine fertig vorgeschriebene Karte, unter die gerade eben noch der Name des Schenkers und der Beschenkten geschrieben werden?

Ist es nicht vielmehr ein umso wertvollerer Liebesbeweis, sich das ganze Jahr über immer wieder in kleinen Gesten des Alltags die gegenseitige Anerkennung und Wertschätzung zu zeigen?
Das kann zum Beispiel ein einfaches Lächeln sein, oder eine Umarmung oder der ausnahmsweise ohne Diskussionen ausgeleerte Mülleimer. Oder wie wäre es mit ein paar netten, evtl. sogar verständnisvollen Worten oder einem Lob? Oder einfach mal Zeit?

 Wie Sie sehen, müssen die Valentins-Momente des Alltags gar nicht einmal viel kosten, außer vielleicht ein kleines bisschen Überwindung. Und dann kann man sich dadurch auch leisten, nicht nur den Partner/die Partnerin mit derartiger Wertschätzung zu bedenken, sondern vielleicht auch andere gute Freunde oder sogar ganz fremde Menschen.

 Denn schließlich hatte nach der altgriechischen Philosophie (nach Platon) das Wort Liebe sogar drei verschiedene Bedeutungen:
Zum einen natürlich Eros, die sinnlich- erotische, also sexuelle Liebe und die Leidenschaft,
zum anderen Philia, die Freundschaft, gegenseitige Anerkennung und das Verstehen und letztlich
noch Agápe, die selbstlose Liebe, das geistig-seelische Verschmelzen und Einswerden, auch die Nächstenliebe.

 Ich denke, das schwerste an der Liebe, und doch zugleich das wertvollste, was man einem anderen Menschen schenken kann, unabhängig von Valentinstag oder anderen mehr oder weniger wichtigen Feiertagen, ist: Den anderen (oder etwas) so zu akzeptieren, bejahen und anzunehmen, wie er/sie/es ist, auch und vor allem in seiner/ihrer Andersartigkeit.

In diesem Sinne, viel Freude dabei, die Liebe zu leben  und das Leben zu lieben.

Denn nur wenn wir Lieben, bekommen wir das i-Tüpfelchen für unser Leben.
Auch wenn die Liebe manchmal seltsame (Um-)Wege geht…