Trost des Baumes

20 Jun

Kennen Sie das Gefühl von innerer Traurigkeit. So diese Art, Traurigkeit die ganz subtil aus der Tiefe kommt, aber nur wenn man alleine ist und wenn man ganz ruhig zuhört, und wenn jemand anderes da ist, ist sie ganz schnell wieder weg?

Was machen Sie denn in solchen Situationen? Ein Gläschen Bier oder Wein trinken? Den Mitmenschen Ihr Leid klagen? Ins Fitness-Studio gehen und die Emotionen aus sich heraus-powern? Oder sich einfach schnell mit anderen Tätigkeiten ablenken? Nun, das sind alles sehr mehr oder weniger hilfreiche Methode, die wir sicherlich alle schon häufiger ausprobiert haben.
Also, ich hatte neulich auch so eine Phase, und mein erster Impuls war, zur Ablenkung mit meinem Kumpel etwas trinken zu gehen. Zum Glück hatte er keine Zeit, denn sonst wäre mir dieses wunderbare nachfolgende Erlebnis nicht passiert…

Manche Kinder haben ja diese wunder-volle Gabe, einem die Emotionen an der Nasenspitze anzusehen. Meine kleine Nachbarstochter ist eines dieser Kinder. Ihr Lösungsvorschlag, den sie mir unterbreitete, war so verblüffend wie einfach: Wann hast Du denn eigentlich zum letzten Mal aus vollem Herzen einen Baum umarmt, fragte sie mich. Ja, wann eigentlich? Vermutlich als ich so alt war wie dieses kleine Mädchen…
Da ich nichts zu verlieren hatte, so dachte ich, schadet es zumindest nicht, es mal auszuprobieren. Also ging ich später am Abend als es schon dunkel war (damit mich keiner sieht, denn sonst wird man ja für bescheuert gehalten, wenn man als erwachsener Mensch am helllichten Tag einen Baum umarmt…) zu meinem Lieblingsbaum im nahe gelegenen Park, einer Rotbuche.

Als ich für etwa 15 min an den recht kräftigen Baumstamm angelehnt war, fing sie auf einmal an, mit mir zu reden. Natürlich redete sie nicht im herkömm­lichen Sinne mit mir, aber auf einmal fing „es“ an, mir ein Gedicht zu flüstern

„Der Trost der Rotbuche

 Bitte, teil mit mir die Sorgen
Bitte, wirf weg Deinen Schmerz.
Bitte, denke nur an morgen
Und nimm Freude in Dein Herz.

Du hast heut die Wahl zu Lieben
Und voll Hoffnung zu sein.
Bitte, leb Dein Leben in Freiheit
Und lass Deine Ängste gehen.

Refrain:
Ruh’ Dich ruhig bei mir aus
Und lehne Dich an mich an.
Ich gebe Dir Kraft,
egal was passiert.
Ich gebe Dir Liebe
Gib sie der Welt auch zurück.
Es ist mein Geschenk
Und soll nicht vergebens sein.

Sieh doch die Schönheit dieser Schöpfung.
Sieh an alle Geschöpfe in Frieden.
Du brauchst nicht die Hilfe der andren.
Du hast alles was Du brauchst in Dir.

Bitte, überwind Deine Grenzen
Du bist zum Wachsen hier.
Bitte, mach diesen Tag zum Kunstwerk
Du hast dazu alles in Dir.

Refrain“

Dieses Gedicht hat mich damals in der Tat sehr getröstet, und die Geschichte wie es entstanden ist, hat mir letztendlich zweierlei gezeigt:

  1. Die Natur ist nach wie vor unsere beste Heil(ungs-)quelle, nicht nur im phytotherapeutischen (=pflanzenheilkundlichen) Sinn sondern auch im energetischen.
  2. Kinder sind mit ihrer Ursprünglichkeit und angeborenen Intuition noch ganz einfach viel mehr mit der Natur verbunden. Wenn wir es schaffen uns auch wieder öfters an diese Gabe zu erinnern, haben wir bereits einen großen Schritt zu unserer eigenen Heil-(werd-)ung getan.
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2 Antworten to “Trost des Baumes”

  1. Wortakupressur by CB 1. Dezember 2012 um 00:25 #

    Vor zwei Wochen bin ich auf einem schönen Herbstspaziergang durch einen feuerrot bis leuchtend orange gefärbten Buchenwald gegangen.Unabhängig von den vielen optischen Eindrücken, schien mir, als ob auch diese Bäume mir eine zusätzliche Strophe zugeflüstert:

    Freiheit, alles ist Freiheit.
    Du hast immer die Wahl,
    Denk dran, was auch passieren mag.
    Denk dran: Ja, Du bist frei.

    Auf den ersten Blick etwas seltsam, aber nach einigem Darübernachdenken fand ich es so einleuchtend, dass ich Ihnen diese Zeilen nicht vorenthalten wollte.

Trackbacks/Pingbacks

  1. Wurzeln und Flügel « Wortakupressur - 20. Februar 2012

    […] ins Auge sticht. Diese schöne Buche hat mir in den letzten Jahren in so manchen Situationen Kraft und Inspiration gegeben. Kraft und Trost durch ihren starken, geraden Stamm, an den ich mich in Zeiten großer […]

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