Tag Archives: Weg

Eindrücke vom Camino (1)

18 Jun

Zu Fuß unterwegs auf dem Weg des Lebens,
die Langsamkeit des Gehens genießend.
Ich nehme mit all meinen Sinnen wahr:

Höre das Vogelgezwitscher und das Plätschern des Baches
trotz der Geräusche der Autos auf der Landstrasse neben mir.
Hin und wieder gackern die Hühner.

Spüre die Sonne und den Hauch des Windes auf meiner Haut,
oder gestern auch den Regen.
Auch spüre ich die Anspannung in meinen Muskeln von den
noch ungewohnten Bewegungen und den Schmerz in meiner Achilles-Ferse.

Ich sehe die bunten Blumen am Wegesrand und
die weissen Wolken am blauen Himmel über mir.
Auch die verfallenen oder zum Verkauf stehenden
Häuser in den Ortschaften am Wegesrand sind kaum zu übersehen.
Die gelben Pfeile weisen mir den Weg.

Ich nasche ein paar Walderdbeeren vom Wegesrand,
deren süßer Geschmack hallt noch lange auf meiner Zunge nach.
Die Klarheit des Wassers erfrische meine Kehle.
Ich genieße die teilweise mir fremden Gewürze,
die meine Mahlzeit zu einem Hochgenuß für den Gaumen werden lassen.

Trotzdem, dass der Bauer gerade sein Feld gedüngt hat,
duftet es aus der Bäckerein im Ort nach Frischgebackenem und Kaffee.
Zeit für eine Pause.

Jede meiner Zellen jubiliert:
Ich BIN! Ich LEBE! JETZT!

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Der traurige Leuchtturm

14 Mai

Der traurige Leuchtturm – ein Gedicht in drei Ausführungen…

Allein auf weiter Flur und hoch oben auf den Klippen stehe ich,
bin weithin sichtbar bei Tag und bei Nacht, ohne dass ich klage.
Tagsüber imponiere ich durch meine Größe und Lage,
und nachts durch den Strahl meines kreisenden Lichts. 

Erbaut in exponierter Lage, um Menschen, die reisen,
Orientierung zu geben und verlässlich den Weg zu weisen.
Den Weg herum, vorbei an den Klippen und derlei Gefahren
für die Reisenden auf dem Ozean des Lebens. 
Das Licht durchdringt für Euch von vorne den NebeL
Und beleucht’ Euch von hinten den Weg in das LebeN.

Geduldig und erhaben lasse ich zu, wie von Landseite
Neugierige und Touristen mich als Besichtigungsobjekt besteigen,
um meinen Weitblick zu genießen und die Weite.
Für manchen Pilgerer bin ich an seines Weges Ende
immerhin ein Punkt zur Umkehr oder der Wende,
auf dem Weg zurück in das alte oder ein neues Leben.

I.
Wie kann ich Euch Orientierung leuchten oder den Weg weisen,
wenn ihr mich bewusst ignoriert ?
Wer mich nur benutzt, ohne sich Ge-Dank-en zu machen,
oder welchen Wert und welche Richtung ich denn seinem Leben gebe,
der muss sich nicht wundern, wenn er gedankenlos auf Grund läuft.
Denn verlässliche Sicherheit kann ich nur dem geben, der mich beachtet.

II.
Aber oh weh, denk ich manchmal des Nachts auf der Klippe,
die Menschen und Schiffe reisen vorbei, hin zum Ziel.
Es wird mir ganz übel, mich tagein, tagaus im Kreise zu drehn,
jedoch ohne selbst mal im Rampenlicht zu stehn
oder ein Ziel zu erreichen, ohne mich von der Stelle fort zu bewegn.

III.
Ach nein, wer bin ich denn? Steht es mir zu
Erwartungen zu haben immerzu?
Ein Leuchturm ist wie ein treuer Freund ein Geschenk,
schenkt Dir Orientierung und gibt Dir Sicherheit,
und wenn Du Dich verloren glaubst, 
bin ich für Dich da, bin ich Präsent.

Spagyrik des Alltags

16 Nov

Was ist eigentlich Spagyrik?

Bei der Spagyrik handelt es sich zum einen um eine Weltanschauung und zum anderen auf eine Art der Arzneimittelherstellung, die auf Theophrastus von Hohenheim (1493-1541), genannt Paracelsus, zurück geht.
Von ihm ist der erstmalige Gebrauch des Begriffes Spagyrik überliefert.

Das Wort Spagyrik kommt aus dem Griechischen: spáein bedeutet „(heraus)ziehen, trennen“ und ageirein „vereinigen, zusammenführen“, als Trennen des „Guten“ vom „Schlechten“ und nur das „Gute“ wieder miteinander verbinden.

Das Wort Spagyrik bezeichnet somit die Art der Arzneimittelherstellung, also Pharmazie, und Therapie nach den weltanschaulichen und praktischen Regeln der Alchemie. Die Aufgabe der Alchemie sah er nicht – wie weitläufig verbreitet – z. B. in der Herstellung von Gold, sondern in der Herstellung von Arzneimitteln.

Im paracelsischen Sinne betrachtet ist die Alchemie (oder auch Spagyrik) ein jahre-bis jahrzehntelanges Sich-Auseinandersetzen mit der Natur sowie die Kenntnis und das im Einklang leben mit ihren Gesetzen, Details, Prinzipien und Zusammenhängen bzw. Analogien. Eine Lebensaufgabe also.

Im weiteren Sinne des Wortes ist jedoch die Alchemie „die Kunst, des rechten Umgangs mit den Dingen der Natur“. Demnach sind also auch Landwirte, Bäcker, Weber, Winzer oder Köche Alchemisten, so sie sich auf sachgerechte und kunstvolle Weise damit beschäftigen, die Dinge der Natur dem Menschen zum Nutzen zu bereiten.
D.h. auch in einem klassischen „Lehrberuf“ kann man zu seiner Meisterschaft gelangen.

Umsetzung im Alltag

Nun fragt sich eventuell der eine oder andere, was wir mit diesem „Mittelalterlichen Hexenzeug“ nun konkret im Alltag anfangen können. Welche Bedeutung hat das für uns persönlich? Ist nicht letztendlich jede Situation, in der es gefragt ist, den „Menschen zum Nutzen“ gemäß zu handeln, Grund für die Anwendung spagyrischer Prinzipien?

An einem Beispiel möchte ich Ihnen verdeutlichen, inwieweit auch heute noch Vieles ein wahrhaft spagyrischer Prozess ist:

Da wäre zunächst mal, dass uns ein Zustand, ein Thema, das uns nicht gefällt und für das wir Lösungs­möglichkeiten und Handlungsoptionen finden möchten – sei es eine anstehende berufliche Veränderung, ein Umzug oder die Trennung von einer nicht mehr funktionierenden Partnerschaft.

Wir beschäftigen uns geistig mit diesem Zustand oder Thema (oder es beschäftigt uns), es geht uns durch den Kopf bzw. es gärt in uns. Gärung ist ein Teil der spagyrischen Arzneimittel-Herstellung.
Indem wir ggf. mit anderen Menschen über die Situation unterhalten, bekommen wir Input von außen, evtl. auch Lösungs­vorschläge. Wir analysieren und erwägen eventuelle Vor- und Nachteile, die sich für uns aus dem einen oder anderen Weg oder sogar der Situation selbst ergeben.
Diese „geistigen“ Prozesse können zwischen Tagen und Wochen dauern.

Anschließend sortieren wir die für uns hilfreichen „guten“ Gedanken und Lösungs­möglichkeiten heraus und verwerfen die unbrauchbaren „schlechten“ – Trennen des „Guten“ vom „Schlechten“ also.
Man kann schon fast destillieren dazu sagen, denn das ganze findet ja unter großem Energieeinsatz statt, und auch die Destillation ist ein Teil der spagyrischen Arzneimittel-Herstellung.

Abschließend setzen wir all die „guten“ Zutaten unserer Lösung zu einem Idealbild zusammen.

Solve et coagula – löse (das was nicht mehr dienlich ist) und konstruiere Neues bzw. füge Dinge oder Umstände wieder neu zusammen. Oder lassen Sie sie durch die Natur und den Lauf der Dinge sich neu zusammensetzen.

Übrig vom ganzen Prozess mit all seinen Stufen bleibt die Essenz – der für uns zum jeweiligen Zeitpunkt richtige und heilsame Lösungsweg aus unserer Situation.
Meisterliche Kompositionen brauchen jedoch Geduld –  und Zeit. Zwei heutzutage besonders selten gewordene Ingredienzien… Überstürzen Sie daher nichts, wenn Sie eine gute Lösung haben möchten.

Unterstützen können Sie die „spagyrischen Prozesse Ihres Alltags“ durch die Einnahme oder durch Aufsprühen spagyrischer Arzneimittel. Deren Zusammensetzung richtet sich nach Ihrem tatsächlichen Thema, ein Patentrezept gibt es hierbei nicht. Die Arzneimittel wirken auf der körperlichen wie geistigen Ebene und bringen Ihnen Klarheit in Ihre Prozesse – sei es dass Sie klarer in sich selbst sehen, oder kleine Helferlein von außen dazu beitragen.

Weitere Infos dazu erhalten Sie auf der Website meiner Gesundheits- und Coachingpraxis. Oder sprechen Sie mich an.