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Was mein Leben mit Höhlenforschung und Edelsteinen zu tun hat

8 Jun

Diese Gedanken hielt ich (so oder so ähnlich) als freie Rede am 12.05.2014 bei den ToastMastern, Speakers Corner in München:

Über Ostern war ich mit einer Freundin per Fahrrad im Inntal unterwegs. So hatten wir Gelegenheit, all die Städte und Sehenswürdigkeiten, an denen man sonst im Auto auf dem Weg zum Gardasee immer achtlos vorbei fährt, auch einmal „live“ anzusehen.

In Wattens machten wir deshalb einen kleinen Abstecher zu den Svarowski-Kristallwelten. Neben einer schönen Parkanlage konnte man auch diverse unterirdische Wunderkammern bestaunen, die eine Entdeckungsreise durch die Werke verschiedener Künstler ist. Unterstützt durch diverse audiovisuelle Effekte interpretierten diese Höhlen auch die verschiedenen Facetten der von Svarovski produzierten Kristalle.

Und als der Trubel und das kommerzielle Trara irgendwann anfingen mich zu langweilen, kam mir der Gedanke, dass mein Leben mir von außen betrachtet auch manchmal vorkommt wie eine dunkle Höhle, aber wenn ich mir dann die Zeit nehme, in die Tiefen hinabzusteigen, auch der eine oder andere Edelstein zum Vorschein kommt.

Deshalb möchte ich Sie bzw. Euch, liebe Toastmaster und liebe Gäste, nun mitnehmen auf eine kleine Höhlen-Reise durch Christinas Leben:

Die erste Höhle war – wie bei jedem anderen Menschen auch – die Bauchhöhle meiner Mutter. Von dort ging es in eine mittelgroße Vorortgemeinde im Hamburger Umland. Wenn ich diese mit einem Münchner Vorort vergleichen müsste, würde ich sagen, es ist irgendwas zwischen Ober- und Unterschleißheim. Zum Wohnen für junge Familien vielleicht noch ganz ok, aber als Teenager ziemlich öde.

Nachdem Abi studierte ich dann – als perfekte Synthese aus den Berufen meines Vaters, eines Ingenieurs, und meiner Mutter, einer kaufmännischen Angestellten – Wirtschaftsingenieurwesen an einer privaten Fachhochschule in Norddeutschland. Zu Hause war ich damals eigentlich mehr oder weniger nur noch zum Schlafen, denn das Motto dieser Zeit war: „Hart feiern & hart arbeiten“. Da wir hinsichtlich der Vorlesungen eine Anwesenheitspflicht hatten, ließ ich auch selten eine Party aus, weder auf dem Campus noch auf der Hamburger Piste.

Dennoch wurde es mir bald zu eng in meinem Leben, sowohl in dem Unternehmen, in dem ich das studienbegleitende Praktikum machte, als auch zu Hause, wo mir dauernd jemand „einen Tisch über meine Füße“ stellte. So war ich letztendlich froh, dass mich mein ersten „richtiger“ Job nach meinem Studium nach München verschlug.

Nicht nur, weil die Position im Produktkosten-Controlling eines Automobilunternehmens mit drei Buchstaben exakt der Job war, den ich mir gewünscht hatte. Es war und ist nicht nur eine ideale Aufgabe, um sowohl technische wie auch betriebswirtschaftliche Kenntnisse optimal zum Einsatz zu bringen. Sondern war auch deshalb ideal, weil ich in München sogar gleich zwei Personen gekannt hatte, was mir den Sprung in eine neue Arbeitsumgebung und auch den Aufbau eines neuen Freundeskreises deutlich erleichterte.

Während ich anfangs voll Elan und Freude in der Arbeit dabei war, Zahlen in den Mittelpunkt zu stellen und für Kostensenkungen zu kämpfen, kämpfte ich auch in meiner Freizeit mit Freunden oder in semi-professionellen Wettkämpfen mit dem Fahrrad um Leistung, Höhenmeter und gegen innere und äußere Schweinehunde.

So war es nicht erstaunlich, dass ich mich immer öfter in Situationen wiederfand, in denen ich mich nicht mehr richtig freuen konnte. Ich merkte, dass irgendwann etwas ganz Essentielles auf der Strecke geblieben war: Der Faktor Mensch – und zwar nicht nur in Bezug auf meine Arbeit, sondern vor allem in Bezug auf mich selbst. Anscheinend hatte ich vor lauter Kämpfen und Rennen unterwegs mich selbst irgendwo verloren.

Und in dieser Situation fand ich mich 2007 mit dem Fahrrad auf den Jakobsweg wieder. Eigentlich hatte ich nur zwei Wochen und alleine vor mich hin radeln wollen – und bekam im Laufe der Zeit nicht nur haufenweise Erkenntnisse über mich selbst sondern wie sich später herausstellen sollte, war diese Reise auch der Wendepunkt meines bisherigen Lebens.

Erst später wurde mir klar, dass sich mein Zustand, in dem ich mich auf den Jakobsweg begab, guten Gewissens als Burnout bezeichnen ließ. Ich glich einem Stück Kohle, dass kurz davor war, verheizt zu werden. Bis es aber so weit war und ich für mein Leben die notwendigen Konsequenzen daraus zog, sollten noch einige Jahre vergehen. Einige Jahre der Selbstfindung, mit vielen dunklen Momenten und schmerzhaften Auseinandersetzungen mit mir selbst – „Höhlenforschung“ quasi. Wenn ich in dieser Zeit nicht aber auch gleichzeitig einige Lichtblicke gehabt hätte, oder Momente in denen mir verschiedene und mir völlig neue Facetten meiner selbst entgegen gestrahlt hätten, hätte ich vermutlich zwischendrin aufgegeben.

Mittlerweile ist mir klar geworden, dass der Druck, dem ich selbst mich und mein Leben ausgesetzt habe, mich gerade – wie jeden anderen Menschen auch – zu einem kleinen aber feinen Diamanten formt. Heute bin ich wieder ein kreativer und selbstbestimmter Mensch, der gelernt hat, die eigenen Grenzen zu beachten und seiner Inneren Stimme zu folgen. Heute tue ich Dinge, die ich vor zehn Jahren nie für möglich gehalten hätte.

Die Zeit wird ihr übriges dazu beitragen, die vielen verschiedenen weiteren Facetten, die noch in mir schlummern, zu schleifen und zum Leuchten zu bringen. Und wer weiss, ob nicht auch die Toastmasters ihren Beitrag dazu leisten werden, der einen oder anderen Facette von mir einen Feinschliff zu geben.

Ich bin mir sicher, dass kein Svarowski Stein der Welt mit dem Kristall mithalten kann, der im Inneren eines jeden Einzelnen von uns zum Leuchten und Strahlen gebracht werden möchte.

Herzlichen Dank!

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Zusammen-Wachsen

9 Dez

Vorletzte Woche war ich mal wieder auf einer Abendveranstaltung, bei der es darum ging, neue Verhaltensweisen und Gewohnheiten einzuüben. In einer Gruppe von etwa sechs Personen sollten wir uns dem Thema „Zusammen wachsen“ widmen.

Zunächst einmal sprachen wir über unsere ersten Assoziationen zu diesem Begriff, die so viel- fältig waren wie die Teilnehmer. Der eine fand sich spontan an das krankhafte Zusammen-kleben erinnert, das man besonders in Beziehungen zwischen Teenagern beobachten kann, wo beide sämtliche freien Minuten an- und ineinander verschlungen sind. Aber während man ein solches Verhalten bei erstmals verliebten Teenies noch als „normal“ bezeichnen kann, habe ich das Attribut „krankhaft“ deshalb gewählt, weil jede ausschliessliche Fixierung auf den Partnern bewi rkt, dass man gedanklich im eigenen Saft kocht und somit jegliches Wachstum verhindert – wie ein Zweig der nur im Kreis wächst… Eine andere Person aus unserer Gruppe assoziierte einen Vergleich aus der Natur, wo zwei verschiedene Pflanzen den gleichen Wachstumsraum einnehmen und durch Austausch oder ähnliches von der Gegenwart des jeweils anderen profitieren und sich so Schutz oder gemeinsames Wachstum ermöglichen. Bekanntes Beispiel hierfür ist der Clownfisch („Nemo“) und seine Seeanemone.

So verschieden die ersten Assoziationen auch waren, je weiter unsere Gruppe in der Übung voranschritt, desto mehr herrschte Einigkeit darin, dass man (also Personen, wie auch Paarbeziehungen wie auch die Gesellschaft) sich nur weiterentwickeln – also wachsen – kann, wenn ‚man‘ dies nicht alleine tut, sondern gemeinsam mit anderen. Wobei die Betonung in der Diskussion eben auf „gemeinsam mit“ und nicht auf „auf Kosten von“ lag. Im weiteren Verlauf der Übung sprachen wir zunächst darüber, dass es wohl eine ziemliche Herausforderung sei, so manch einen Zeitgenossen dazu zu bringen, von sich aus wachsen zu wollen, bis wir später darauf kamen, dass ja bereits jeder von uns selbst mit kleinen (oder auch großen) Schritten vorangehen könne – und das sogar im ganz normalen Alltag.

Mit der für absolut jeden geeigneten Übung, die uns dazu einfiel, würde nicht nur das tägliche Miteinander in der sonst so anonymen Großstadt deutlich freundlicher werden (Stichwort: zusammen), sondern würde auch der Tag des einen oder anderen einen derart schönen Aufschwung bekommen (Stichwort: wachsen), dass der Mikrokosmos um ihn oder sie herum gleich ein paar Grad freundlicher wäre. Dabei hatte aber niemand aus unserer Gruppe den (Hinter-)Gedanken, irgendjemanden veräppeln zu wollen. Nein, wir alle fanden einfach nur, dass ein bisschen mehr Offenheit und Herzlichkeit unserem Alltagsleben ganz gut täte.

Denn ein Lächeln ist laut dem dänischen Musiker Victor Borge (wobei der möglicherweise auch von Bhudda plagiiert hat) nicht nur der kürzeste Verbindung zwischen zwei Menschen, sondern ist auch noch ansteckend, wirkt attraktiv, es erwärmt somit das Herz von Sender und Empfänger. Und gerade das ist doch im Dezember etwas wirklich Angenehmes, oder?

Aber sehen Sie selbst, welche Übung für wir uns überlegt hatten…

Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Ausprobieren und eine herzliche (Vor-)Weihnachtszeit.

Ihre Christina Bolte

Zwischen den Welten

29 Sept

„Wenn einer eine Reise tut, so kann er was erzählen“,  heißt ein Sprichwort. So auch neulich, als ich ein paar Tage nach Rotterdam fuhr, um eine Freundin zu besuchen. Wie sich das so für einen „ordentlichen“ Touristen gehört, unternahmen wir natürlich eine Rundfahrt durch Rotterdams Hafen, der im übrigen der drittgrößte der Welt ist.

Während wir so Kaffee und Kuchen mampfend auf dem Boot so dahin schipperten, manche Leute laut plappernd, war es teilweise ziemlich schwierig, den informativen Ausführungen vom Tonband zu folgen. Daher verlegte ich mich aufs Beobachten des Geschehens da draussen im Hafen: Kräne, die riesige Container wie Spielzeug-Schächtelchen von und auf Containerschiffe luden, Werftmitarbeiter, die im Trockendock ein Schiff neu anstrichen, andere Schiffe an anderen Kais, auf denen weitere Handelsgüter oder -flüssigkeiten wie Erdöl und Orangensaft umgeschlagen wurde (was ich zugegebener-maßen weniger beobachten konnte als den audiovisuellen Ausführungen entnahm). Inmitten dieses ganzen Treibens für den Welthandel und das Bruttoinlandsprodukt, das vielen Menschen Arbeitsplätze gibt und damit zu ihrem Lebensunterhalt beiträgt und gleichzeitig uns allen mit Kleidung aus Asien oder anderen uns selbstverständlich gewordenen Annehmlich-keiten versorgt, kam mir der Gedanke, dass in diesem – wie vermutlich auch in jedem weiteren Moment – sich sprichwörtliche Welten begegnen: meine gemütliche Kaffee-und-Kuchen-Welt mit „der anderen“ da draussen.

Aber welches ist nun die „reale“ Welt? Das hängt sicherlich davon ab, mit welchen Augen ich die Welt betrachte (wobei neben den Augen natürlich auch noch die anderen Sinne zur Wahrnehmung beitragen können) und aus welcher Perspektive… Also vom eigenen Standpunkt – denn Menschen neigen dazu, nur das, was sie (er)kennen oder erleben, als normal – real – existent, oder wie auch immer Sie es nennen mögen, einzustufen[i].

Den meisten von uns werden diese parallelen Welten – wenn überhaupt – eher im Urlaub bewußt, wenn man mit während eines Telefongesprächs mit „Daheim“ erfährt, wie blöd dort gerade das Wetter ist und man es somit in seinem Urlaubsziel gut getroffen hat. Oder wenn man nach einer längeren Auszeit, sei es im Backpacking-Urlaub, auf dem Jakobsweg oder (eher unfreiwillig) nach einem Krankenhaus-Aufenthalt wieder zurückkommt in sein alltägliches Umfeld, seinen alltäglichen Job und sich fragt, was man dort eigentlich tut – bestenfalls, manchmal möchte man sicherlich auch sofort gleich wieder abhauen.

Doch Abhauen würde bedeuten, zu fliehen, sich der (seiner eigenen!) Realität nicht zu stellen. Deshalb ist so ein aufrüttelnder Moment, in dem zwei Welten aufeinander prallen, so eine Konfrontation mit dem anderen, doch eigentlich ein guter Anlass, um mal in sich zu gehen und sich zu überlegen. was es eigentlich genau ist, das einem in der einen – oder der anderen – Welt so gut gefällt oder auch nicht. Für die logisch-rationalen Menschen unter Ihnen gerne auch mit einer
Pro-und-Contra-Gegenüberstellung.

Und dann entscheiden Sie sich – aber nicht für oder gegen die eine oder die andere „Welt“ sondern dafür, die Punkte, die Ihnen in Ihrer Alltagsrealität nicht (so gut) gefallen, nach Ihren Wünschen und Möglichkeiten zu verändern.
So wie es auch schon die Heldin aus Kindertagen, Pippi Langstrumpf, sagte: „Ich mach mir die Welt, widewide wie sie mir gefällt…“

Farewell & neue Ufer…

24 Sept

Auch schon über die längere Funkstille in letzter Zeit gewundert? Eigentlich hatte ich auch schon viel eher wieder etwas schreiben wollen, aber aufgrund einer größeren, anstehenden Veränderung in meinem Leben (Umzug) war mein Kopf irgendwie wie leer. Oder sollte ich doch besser sagen, dass mein Kopf vielmehr zu voll war? Voll mit Organisieren, voll mit aufräumen und entrümpeln, voll mit „wo bekomme ich noch dieses oder jenes her“ oder „um das und jenes muss ich mich auch noch kümmern“?

Kaum denkt man, dass die mehrmals wöchentliche Fahrerei zu Wertstoffhöfen oder caritativen Einrichtungen endlich ein Ende hat, kommt man drauf, dass bei der einen oder anderen Sache – sei es Nachsendeantrag oder der neue Telefonanschluss – das eine oder andere nicht so geklappt hat, wie gewünscht. Und so dreht man dann noch mal eine Schleife…

Und dann der Umzug selbst – trotz oben erwähnter mehrfach wöchentlicher Fahrerei zu Wertstoffhöfen oder caritativen Einrichtungen und etlichen Ebay-Auktionen waren es immer noch so viele Umzugskisten, dass ich (von der Schlepperei mal ganz abgesehen) fast erschrocken bin. Und dabei hatte ich mich doch für einen Ausstattungsminimalisten gehalten…
Und nein, die wenigsten meiner Kartons waren voll mit Klamotten und Schuhen.

Dennoch ist mir mal wieder so richtig bewußt geworden, was für ein Stress so ein Umzug eigentlich bedeutet. Kisten einpacken, Möbel zerlegen, einladen in den Umzugswagen, mit selbigem von A nach B fahren, ausladen (Schritte 3-5 beliebig oft wiederholen), Möbel zusammenbauen (Schritt 6 beliebig oft wiederholen), Möbel hinstellen, Möbel umstellen, Kisten auspacken…

Jedenfalls musste ich inmitten von diesem Chaos wieder an das Sprichrt denken: „Für jede Tür, die sich schliesst, öffnet sich eine andere!“ Manchmal neigt man aber mehr dazu, auf die geschlossene als auf die offene Tür zu sehen. Das führt dann häufig zu Verbitterung oder angestauter Wut, oder mitunter – in langfristiger Konsequenz – zu einer Depression.

Aber da ich meine Umzugsentscheidung ja sehr bewußt getroffen und das Umfeld auch sehr genau ausgewählt habe, freue ich mich nach den ganzen „Abschieden“ – von der alten Wohnung, dem alten Umfeld, der alten Stammkneipe und natürlich auch von dem ganzen entrümpelten Zeug – umso mehr auf die vielen „Hallos“ und „Willkommens“: Vor allem die neue Wohnung natürlich, der potentielle Stamm-Italiener um die Ecke wurde schon mehrfach beehrt (alleine, um die Wartezeit auf die neue Küche zu überbrücken), die ganzen Mitfahrer, die an der gleichen Station in die S-Bahn steigen, die neuen Läden, und jeder Spaziergang ist ein kleines Abenteuer der persönlichen Neuentdeckungen…

In diesem Sinne möchte ich Sie gerne einladen: Tun Sie doch jeden Tag mal etwas, was Sie noch nie getan haben. Es müssen ja nicht gleich die ganz großen Dinge sein, sondern könnte auch einfach bedeuten, beispielsweise mal einen neuen Laden zu betreten, bewußt einen Umweg zu fahren und so eine neue Strasse zu entdecken, oder Sie könnten ein Gericht aus der Speisekarte auswählen, dass Sie noch nie gewählt haben oder in der Ubahn einfach mal jemand Wildfremdes anlächeln.

Und dann schauen Sie, was dann passiert und wie es Ihnen dabei ergeht. Ich freue mich, wenn Sie Ihre Erlebnisse mit mir teilen!

Herzlichst,

Ihre Christina Bolte

Schweigen

23 Mai

Ein Gedicht in vier Kapiteln

I

Du läßt mich allein in diesem eiskalten Schweigen.
Mein Herz schreit vor Schmerz und es drängt mich zu wissen warum.
Was ich falsch gemacht hab, trau ich mich nicht zu fragen –
viel zu groß ist meine Angst vor dem Lärm Deines Wutausbruchs.
Das Schweigen macht mich hilflos. Und sprachlos.
Ich fühle mich getrennt. Und klein. Und nichtssagend.
Dabei bist Du es, der tatsächlich nichts-sagend ist.

II

Ein Vierteljahrhundert später hab ich gelernt mich auszudrücken.
Die Welt dreht sich schneller, als als Kind es mir schien.
Jedoch nicht nur schneller, auch lauter,
vergeht doch fast keine Stunde, wo kein Radio oder Lärm ertönt.
Wie sehr genieß ich die Auszeit in der Ruhe der Berge,
oder die wortlose Aufmerksamkeit beim Tauchgang.
Ich genieße das Schweigen als Ausgleich in dieser beschleunigten Welt.

III

Wie wohl tun mir heute die Orte der Ruhe –
in Kirchen und Klöstern scheint die Zeit still zu stehn.
Und auch die Welt scheint langsamer zu drehn.
Ich fühle mich wattiert wie in der Stille des Nebels.
Und dennoch: Meine Sinne sind geschärft,
denn das Schweigen hilft, mich zu zentrieren:
Die Stille gibt mir wohltuenden Halt.

IV

Welch kraftvolle Ruhe! Ein Schweigen so heilsam.
Es braucht kein leeres Füllwort, um die Stille zu füllen.
Denn das Schweigen sagt alles.
Dein liebevoll-aufmerksamer Blick
vermag so viel mehr als ein Wort auszudrücken.
Ich fühl mich vertraut und verbunden zugleich.
Ich bin so dankbar und von Schweigen erfüllt.

Damit das ICH in mir einen Raum findet, um zu schwingen.
Denn ohne Schwingung bin ICH wie erstickt.

Herzschlag des Lebens (2) – oder: Zeit für Veränderung

21 Dez

Im Mai war ich, wie bereits hier geschrieben auf einem Kongress zum Thema Wirtschaft & Gesundheit, wo als Rahmenprogramm abends ein Konzert von Percussionist Nils Tannert  geboten war. Obwohl ich es sehr faszinierend fand, wie spielerisch und gleichzeitig künstlerisch er die unterschiedlichen Rhythmen und Instrumenten aus den verschiedenen Kontinenten und Kulturen präsentierte, fragte ich mich dennoch, wie diese Veranstaltung thematisch zu den übrigen Vorträgen und Workshops passte.
Die Antwort auf diese Frage gab Nils Tannert selbst in seinen einleitenden Worten vor seiner Performance auf der riesengroßen, durchdringenden O-Daiko: Beim Spielen dieses japanischen Instrumentes hätte er gelernt, wie wichtig es ist, einen guten und sicheren Stand zu haben, um nicht die eigenen Schläger an den Kopf zu bekommen.

Auf der anschließenden dreistündigen nächtlichen Heimfahrt tanzten meine Körperzellen noch lange von der kraftvollen Resonanz und der durchdringenden Wirkung der Schwingungen…

Dieses Erlebnis kam mir wieder in den Kopf, als ich Anfang August  – wie auch schon mal zwei Jahren zuvor – auf einem Sommerfest im Zeichen des Herztrommelns war. Nach einer kurzen aber mächtigen Einstimmung auf die Instrumente wurde in einer großen Gruppe die ganze Nacht durch bis zum Morgengrauen getanzt und getrommelt.
Neben den beruhigenden und fast schon meditativen Erlebnissen vom Trommeln im Rhythmus unseres Herzschlages, über die ich schon in meinem letzten Beitrag geschrieben hatte, gab es auch einige weitere Aspekte, die mich in der Nacht bewegt haben.

Zum Beispiel, wie wichtig die Wahl des richtigen „Instrumentes“ ist. Denn neben etwa 25 sogenannten Djembés – das sind die Trommeln, die man im Sitzen mit seinen Händen spielt und die man während dem Spielen zwischen den Knien hält, um eine bessere Resonanz zu haben – gab es noch ein gutes halbes Duzend Bass-Drums.
Bass Drums sind deutlich höher,  haben einen größeren Durchmesser und stehen auf einer Art hockerähnlichem Gestell. Man spielt sie im Stehen und benutzt Holzschläger dazu.

Bisher hatte ich mir nie erlaubt, auf den großen Instrumenten zu spielen, weil ich aus irgendeinem Grund der Überzeugung war, man müsse dafür besonders qualifiziert sein, um so mächtige Töne abzugeben. Was natürlich Quatsch ist, denn die anderen Trommler verfügten über genauso viel bzw. wenig Trommel-Praxis wie ich.

Jedenfalls merkte ich zu einem Zeitpunkt mitten während der Nacht, dass der Trommel-Rhythmus für mein Empfinden völlig entgleiste. Aggressiv, schnell und unrhythmisch schlugen die Trommeln. Ich glaube, bei einem Patienten wäre die dazu passende Diagnose Herzflimmern gewesen, deren Folge unbehandelt meist tödlich ist.
Auch ich merkte, wie ich im Begriff war, mich von der Aggression des Rhytmus‘ anstecken zu lassen, aber zum Glück gelang es mir, diesem entgegen zu wirken. Trotz des dämmrigen Lichts nahm ich wahr, dass auch andere Trommler sich mit dem schnellen Rhythmus unwohl fühlten. Und so transformierte ich die in mir entstehenden Gefühle in einen gewissen Ehrgeiz – den Ehrgeiz, einen neuen, stabilen Herz-Rhythmus zu etablieren.

Was ich zunächst auf den Djembés probierte – ein völlig aussichtsloses Unterfangen: Zu unscheinbar war deren Klang.
Als ich mich dann eine Weile später an die Bass-Drums wagte, erinnerte ich mich an die Körperhaltung und Worte von Nils Tannert. Leicht gegrätschter, lockerer Stand –  tief durchatmen – und trommeln: Da – dum. Pause.  Da – dum. Pause. Da – dum. Pause. Ein schöner, regelmäßiger Rhythmus – der sich allerdings schwer tat, gegen das wilde Rasen der überwiegenden Mehrheit wahrgenommen zu werden.
Ich nahm Blickkontakt auf – eine Person nach der anderen – mit denjenigen, von denen ich vorher wahrgenommen hatten, dass sie sich unwohl fühlten. Was nur teilweise erfolgreich war, aber immerhin einige stiegen in den von mir getrommelten Rhythmus mit ein. Mit anderen wiederum kam kein Blickkontakt zustande, und einer von denen verließ – sich alleine wähnend – frustriert den Raum.

Klar, nun war es eine wahre Kakophonie, ein Durcheinander der Rhythmen, Tempi und Klänge, was in gewisser Hinsicht ziemlich grausam für’s Ohr war. Einige der oben erwähnten Trommler schlossen sich wieder der rasenden Mehrheit an. Aber so schnell wollte ich nicht aufgeben. Kurze Pause. Ordentlich hinstellen. Tief durchatmen – und trommeln: Da – dum. Pause.  Blickkontakt aufnehmen. Da – dum. Pause. Da – dum. Pause. Blickkontakt aufnehmen. Tief durchatmen: Da – dum. Pause.  Blickkontakt aufnehmen. Da – dum. Pause.  Da – dum. Pause. Da – dum. Pause. Blickkontakt aufnehmen. Da – dum. Pause. Da – dum. Pause.
Einer nach dem anderen fällt in diesen regelmäßigen Takt ein – der Herzflimmern-Patient ist tot, aber dafür lebt ein anderer Herzrhythmus. Ein Rhythmus, der beruhigt, Geborgenheit vermittelt.
Gänsehaut. So macht das Trommeln wieder Freude…

Veränderungen brauchen einen guten Standpunkt & Netzwerke – und den richtigen Zeitpunkt

Mein persönliches Fazit ist, was ich durch dieses Erlebnis an diesem Abend spielerisch erfahren und erleben  konnte:

1. Auch ein einzelner kann in einer großen Gruppe oder Gesellschaft Dinge verändern, die ihn stören und so ein neues System oder eine neue Art und Weise in die Welt bringen.
2. Dabei ist es wichtig, einen guten sicheren Stand zu haben – in seiner Position, in seinter Kraft & Gesundheit und im Leben. So hat man ein gutes Durchhaltevermögen und wird nicht so leicht aus der Bahn geworfen, wenn das geplante Vorhaben mal nicht gleich klappt.*
3. Genauso wichtig ist es, Kontakt zu Gleichgesinnten oder Verbündeten aufzunehmen. Netzwerke sind wichtig, denn sie geben Halt, man unterstützt sich und vor allem fühlt man sich nicht alleine im Kampf gegen Goliath.
4. Aussteigen ist keine Lösung und bewirkt selten eine Veränderung. Wer mit einer Situation oder einer Gesellschaft unzufrieden ist, sollte – bevor er frustiert oder verbittert das Handtuch wirft und (überspitzt formuliert) auf eine ostasiatische Insel auswandert oder sich jahrelang in ein Kloster zurückzieht –  3. beherzigen.
5. Last but not least, braucht es aber auch eine Umfeld, was reif für die Veränderung ist. Was sich kaum treffender ausdrücken läßt als mit einem Ausspruch von Victor Hugo in einer etwas freien deutschen Übersetzung: „Nichts ist mächtiger als eine Idee, deren Zeit gekommen ist.“

* Der Fairheit halbe muss ich dazu sagen, dass das gleiche Anliegen ein zweites Mal nicht funktioniert hat.

Veränderungen sind Wege aus der Krise in die Kraft

20 Jul

Frisch gestärkt komme ich gerade aus dem Urlaub zurück, den ich im doch sehr katholischen Spanien auf dem Jakobsweg verbrachte. So blieb es nicht aus, doch an dem einen oder anderen Gottesdienst teilzunehmen, was mich vor allem beim Vaterunser regelmäßig bei dem Wort „Wiederauferstehung“ unwillkürlich an Ostern denken ließ, das alljährlich gefeierte Fest der Wiederauferstehung Jesu Christi. Was sicherlich mehr beinhaltet, als eierlegende oder klappernde Schmunzelhasen.

Unabhängig davon, ob Sie jetzt gläubig sind oder nicht, und die Auferstehung Jesu als wirkliches historisches oder theologisches Ereignis anerkennen können, fand ich bei Wikipedia  unter 1.4 Mehrdimensionalität der Ostertexte einen recht interessanten Aspekt beschrieben, nachdem die Auferstehung auch als Eröffnung einer neuen Zukunft für die Welt und Menschheit betrachtet werden könnte. 

Was ich spannend an diesem Aspekt finde, ist Folgendes: Obwohl das Ereignis der Wiederauferstehung Christi (so es denn stattgefunden hat) schon gute 2000 Jahre her ist, handelt es sich um ein ganz natürliches „Ritual“, das uns die Natur auch ohne den Einfluss des Menschen alljährlich zur Frühjahrszeit vorlebt.

Denn auch die Pflanzen ziehen sich im Winter zurück, um sich zu sammeln und sich vor den klimatischen Widrigkeiten der kalten Jahreszeit zu schützen, um dann im Frühjahr mit voller Kraft neu erblühen zu können. 

Genauso verhält es sich auch mit dem Schmetterling, der sich – geboren als haarige, kriechenden Raupe – auf dem Weg zum schönen, flatternden Schmetterling zunächst in die Puppe zurückzieht. Die Raupe, die sich satt und glücklich nur in kleinen „Schritten“ und mit begrenztem Radius auf ihrer Pflanze bewegt. Es ist immer genügend zu futtern vorhanden, sie ist umgeben von netten Kameraden, ein nettes Leben. Doch irgendwann fängt die Raupe an zu spinnen, dann zieht sie sich zurück in ihren Kokon, und es vollzieht sich in ihr eine Wandlung, sie absolviert eine Metamorphose. Und wenn die Zeit reif ist, wiederaufersteht – nein, kämpft sich – ein neues Wesen aus der Starre: Ein junger Schmetterling streckt – zunächst recht zaghaft und ziemlich zerknittert – seine zarten Flügel hervor und verlässt die Puppe. Und schöner als je zuvor flattert er von nun an durch die Welt – in einem viel größeren Aktionsradius, als es sich die Raupe je hätte träumen lassen.

Einen ähnlichen Veränderungsprozess wie der des Schmetterlings habe ich im letzten Monaten übrigens auch selbst durchlebt, auf dem Weg der Trennung von meinem langjährigen Arbeitgeber. Der Job, der mir lange Zeit Spaß gemacht hat und mich wie die Raupe auf der Pflanze gut genährt hat, war mir irgendwie zu eng geworden. Die Monate, die ich quasi im Stadium der Puppe verbracht habe, waren nicht wirklich angenehm – ich fühlte mich weder als Raupe noch als Schmetterling, sondern wörtlich wie im übertragenen Sinne wie das Häufchen braune, schleimige Masse in der Puppe. Was blieb mir anderes übrig, als mich dieser Zeit und diesem Prozess hinzugeben und darauf zu vertrauen, dass auch diese Phase irgendwann vorübergehen möge. Bis ich in der Nacht meines Ausstandes mitten in der Nacht aufwachte, mit dem dringenden Bedürfnis, meine Arme und Beine ganz lang auszustrecken, wie Flügel. 

Seitdem darf es leichter sein, und voller Elan und Tatendrang bekomme ich nun viele kleine Dinge erledigt, die ich lange vor mir her schob. Auf den großen weiten Aktionsradius, den ich nun dank meiner neuen Flügel entdecken darf, freue ich mich schon – und bin doch gleichzeitig erstaunt, wie schwierig und unüblich es in unserer heutigen Gesellschaft ist, sich auch die Zeit für den nötigen Rückzug einzuräumen.

Denn in einer Zeit wie dieser ist Abwarten so gar nicht gefragt, wie der etwas makabere aber dazu passenden Spruch beweist, den ich heute morgen auf Facebook las: „Project Manager is a person who thinks nine women can deliver a baby in one month” (Ein Projektmanager ist jemand, der denkt, neun Frauen könnten ein Baby in einem Monat auf die Welt bringen). Alles soll immer schneller und effizienter gehen, und am besten perfekt sein – der Schmetterling sollte idealerweise gleich als solcher auf die Welt kommen.

Und so erstaunt es auch nicht, dass es in der heutigen Gesellschaft mehr oder weniger auch als eine „Krise“ gilt (oder noch schlimmer: gar als „Scheitern“), mal nicht immer super schnell oder top-erfolgreich zu sein und 130 % Leistung zu bringen.

Deshalb überrascht es – wie ich finde – auch genauso wenig, dass in Zeiten wie diesen sich immer mehr Deutsche eine Auszeit nehmen und für mehrere Wochen auf dem Jakobsweg gehen. Der Wunsch und die Sehnsucht nach Langsamkeit, nach Entschleunigung kann dort besonders gut ausgelebt werden. Einen kleinen Eindruck dazu können Sie hier nachlesen.

Und so sehen in unserer schnelllebigen, von häufigen Veränderungsprozessen durchzogenen Zeit, die einen eine „Krise“, die alles bisherige auf den Kopf stellt. Die anderen jedoch sehen die Chance zum Rückzug, nehmen sich eine temporäre Auszeit, sammeln ihre Kräfte und schärfen ihr Profil. Der Sportler würde sagen „Anlauf nehmen“, um sich dann mit voller Kraft zu neuen Höchstleistungen aufzulaufen. Oder wie der Schmetterling – um sich mit einer neuen Leichtigkeit neuen Projekten, Kunden, Strategien oder was auch immer widmen zu können. 

Nicht umsonst sagt Otmar Wassermann: „Für unser Wort „Krise“ haben die Chinesen einen interessanten Ausdruck, Wei ji, zwei Worte: „Gefahr“ und „Gelegenheit“, also Gelegenheit zur Umkehr.“

Wichtig finde ich jedoch die Erkenntnis des österreichisch-amerikanischen Schriftstellers und Psychoanalytikers Bruno Bettelheim (1903-90): „Schicksalsschlägen kannst du im Leben nicht aus dem Weg gehen. Wichtig ist, wie du damit umgehst.“ 

Mit einem Zitat aus dem unten genannten Buch möchte ich für heute meinen Beitrag schließen

Gerade in der größten Verzweiflung hast Du die Chance,
Dein wahres Selbst zu finden.
[…]
Folge Deinem Instinkt wie einem Pfad der Weisheit,
und lass die Hoffnung Deine Ängste vertreiben.

Und wünsche Ihnen gutes Erwach(s)en durch Ihren nächsten Veränderungsprozess.

Herzlichst
Christina Bolte

Vom Wert des inneren Gleichgewichts

15 Aug

Wir lesen heutzutage so viel vom „inneren Gleichgewicht“. Aber was ist das innere Gleichgewicht eigentlich? Mein erster Gedanken-Impuls ging in Richtung Work-Life- Balance, worüber ich schon mehrmals Vorträge gehalten habe.

Balance bedeutet sprachlich Waage, Ausgewogenheit oder Gleichgewicht. Unter „Work-Life-Balance“ ist in diesem Verständnis die Ausgeglichenheit zwischen Arbeit/Pflichten auf der einen Seite und Leben (Sport, Familie, Hobbies, Entspannung, und alles was Freude macht) auf der anderen Seite gemeint.

Nach einigem Nachdenken, hinspüren, brainstormen bin ich allerdings zu der Erkenntnis gekommen, dass dieses „Bild“ für das Leben gar nicht zutreffend sein kann. Denn, wenn ich gewichten oder abwägen muss zwischen Arbeit und Leben, impliziert dies ja, dass die Arbeit nicht zum Leben gehört. Nur was ist sie dann? Und ist dann nicht das Leben schon per se im Ungleichgewicht? Außerdem kann eine Waage oder ein Aufwiegen bzw. Ausbalancieren von zwei Seiten immer nur ein Status Quo, also eine Momentaufnahme sein. Darin ist uns die Natur das beste Vorbild – Status bedeutet Stillstand. Und Stillstand bedeutet Tod oder zumindest Lähmung. Beispiele dafür sind „stehenden Gewässer“ oder wenn uns sprichwörtlich der Atem stockt oder das Blut in den Adern stehen bleibt/gerinnt.

Deshalb handelt es sich bei dem inneren Gleichgewicht unseres Lebens vielmehr um
ein offenes System, und das Gleichgewicht ist ein Fließgleichgewicht.

Neue Einflüsse von außen kommen hinzu, und das System (z. B. unser Körper) reagiert so ähnlich wie ein Pendel darauf, so lange bis der Zustand wieder ausgewogen ist. Wir können – zumindest auf Dauer gesehen – nur soviel Energie ausgegeben, wie hineinkommt. Oder anders herum, wir müssen dafür sorgen, dass wir mindestens genau so viel Energie tanken, wie uns abverlangt wird oder wir von uns abverlangen.

Bei sich verändernden Umständen – wie es im Leben permanent der Fall ist – wird die individuelle Fähigkeit des Menschen, sich bei solchen Veränderungen auf die neue Situation einzustellen, ohne dass das ganze System „zusammenbricht“, auch Resilienz genannt. Resilienz ist dabei nicht etwa eine Fähigkeit die man hat oder nicht (wie zum Beispiel die Fähigkeit des menschlichen Körpers, den Blutdruck, den Blutzucker sowie die Herz- oder Atemfrequenz an verschiedenen Belastungs- oder auch Stresssituationen anzupassen). Sondern Resilienz ist – vergleichbar einem Muskel – trainierbar.

Aber Gleichgewicht hat schließlich auch etwas damit zu tun, verschiedenen Dingen einen gleichen Stellenwert einzuräumen, damit sie gleich-gewichtig sind.
Oder zumindest gleich-wertig, denn den Stellenwert oder das Gewicht erhalten sie ja letztendlich durch unserer
Be-Wert-ung. Mehr Informationen und Anregungen, was Sie tun können und welche Einflussfaktoren es gibt, um an Ihrer inneren Ausgeglichenheit zu arbeiten oder Ihren Resilienzmuskel trainieren zu können, erhalten Sie zum Beispiel auf meinem Workshop „Wege-aus-dem-Hamsterrad“
.

Eines sollte allerdings klar sein: Wer den Zugang zu Ausgewogenheit und Gleichgewicht im Außen sucht, sei es durch exzessives Sport treiben, das Konsumieren von Lifestyle-Artikeln oder Fernsehshows, dem wird sein „inneres Gleichgewicht“ bedauerlicherweise dort nicht begegnen.
Denn das innere Gleichgewicht wird nur zu finden sein – und das impliziert bereits der erste Teil der Bezeichnung – wenn wir bereit sind, in unserem Inneren danach zu suchen. Nicht umsonst enthält das Wort Gleichgewicht sogar gleich zweimal das Wort ICH.

Sind Sie neugierig geworden? Ich wünsche Ihnen viel Freude bei der Suche nach Ihrem GleICHgewICHt und bin Ihnen gern behilflich.

Lesenswertes zu diesem und anderen Themen finden Sie auch in hier.


Herzlichst, Ihre Christina Bolte