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Was Nachhaltigkeit mit Burnout zu tun hat – Teil 2

23 Jan

Beim letzten Mal hatte darüber geschrieben, dass Nachhaltigkeit sich nicht nur auf umweltpolitische Aspekte in einem Unternehmen bezieht sondern auch Auswirkungen auf dessen Personalpolitik haben kann und sollte.

Denn wird die „Ressource Mensch“ dauerhaft vernachlässigt, kann das für ein Unternehmen langfristig verschiedene Auswirkungen haben:

  • Beispielsweise kann durch plötzliche Kündigung oder (Früh-)Pensionierung von Mitarbeitern wichtiges Know-How verloren gehen, sofern dies nicht im Rahmen einer persönlichen Übergabe oder von Wissensmanagement-Projekten weitergegeben wurde   – oder –
  • Aufgrund der im letzten Beitrag erwähnten psychischen Erkrankungen, die erfahrungsgemäß meistens über mehrere Monate andauern, steht dem Unternehmen die entsprechende Arbeitsleistung sowie ebenfalls deren Know How zumindest temporär nicht zur Verfügung.
  • Von den Krankheitskosten, die durch die Abwesenheit des Mitarbeiters entstehen, einmal abgesehen, entsteht dem Unternehmen möglicherweise auch dadurch weiterer Schaden, dass seine Zuverlässigkeit und seine Termintreue gegenüber den Geschäftspartner sinkt.
  • Wenn nun die anstehenden Aufgaben auf die verbleibenden Mitarbeiter verteilt werden, deren Arbeitszeit (und Belastbarkeit!) aber nun einmal ebenfalls begrenzt ist, riskiert der Vorgesetzte den Ausfall weiterer Mitarbeiter.
    Im Fachterminus heißt dies „Burnout-Kaskade“.

Was können Sie also tun, um einerseits die physische wie psychosoziale Gesundheit der Mitarbeiter und deren Knowhow (und damit die Leistungsfähigkeit) sowie andererseits die Motivation und Begeisterungsfähigkeit (also die Leistungs-bereitschaft) seiner Mitarbeiter zu erhalten?

Nun, aus meiner Sicht sind dafür mehrere Faktoren erforderlich, von denen die klassischen die nach außen ersichtlichen Entlohnungsfaktoren sind:

  • Die fixe und erfolgsabhängige Gehaltsbestandteile, das können sein Firmenautos oder -telefone, private Nutzung von diestlich erworbenen Freimeilen oder andere Incentives. Erfahrungsgemäß bietet eine Gehaltserhöhung aber immer nur kurzfristige Movitation und Befriedigung, bis sie für den Mitarbeiter als „normal“ empfunden wird. Dieser Lösungsansatz allein ist also nicht ausreichend.
  • Genausogut können das aber auch Leistungen sein, die direkt oder indirekt die Gesundheit der Mitarbeiter beeinflussen, wie eine ggf. bezuschusste Kantine, Zuschüsse für Mitgliedschaften im Sportverein oder Fitnessstudio, Entspannungs- und sonstige Freizeitangebot.
  • Auch Firmenkindergärten, flexible Arbeitszeiten und die Möglichkeit zu Teilzeit oder Heimarbeitsplätze vereinfachen vor allem den Alltag von Mitarbeiter/innen mit Kindern und wirken sich so positiv auf deren Motivation aus.

Der Vorteil dieser Maßnahmen ist nicht nur, dass diese nicht nur gut meß- und kalkulierbar sind. Sie lassen sich auch nach außen hin wunderbar nachvollziehen und vermarkten (z. B. auf der firmeneigenen Website oder über Berücksichtigung im Burnout-Präventions-Index).

Nicht zu unterschätzenden Einfluss haben jedoch auch das Unternehmensklima und der allgemeine Umgang unter den Mitarbeitern bzw. zwischen Mitarbeitern und Vorgesetzten. Und damit schließt sich auch fast schon wieder der Kreis zur Forstwirtschaft, die ich am Anfang des ersten Teils erwähnte. Denn Kultur (von lat. cultura „Bearbeitung, Pflege, Ackerbau“; Quelle: Wikipedia) hat eben viel mit „pflegen“ und auch mit „verehren“ zu tun, also mit dem gegenseitigen Umgang.

Genausowenig wie ich von einem Acker oder Garten, den ich nicht dünge und/oder gieße, erwarten kann, dass er einen reichen Ertrag bringt, kann ich das von einem Mitarbeiter, den ich nie lobe oder fördere oder im schlimmsten Fall noch mit Jobverlust erpresse. Die schwäbische Mentalität „Nicht geschimpft ist Lob genug“ ist an dieser Stelle wirklich kontraproduktiv, denn – und das muss selbst ein Schwabe zugeben – ein (ehrlich gemeintes) Lob ist nicht nur die kostengünstigste Motivation, die Sie Ihren Mitarbeitern bieten können, sondern wirkt sich positiv auf deren Motivation wie auch auf das Betriebsklima aus.

Zu einem Minimum an Kultur gehört es aus meiner Sicht, die Kollegen im gleichen Büro zu Arbeitsbeginn zu begrüßen, pünktlich zu Besprechungen zu erscheinen und während dieser nicht nebenbei mit dem Handy zu telefonieren. Ich persönlich habe es häufig genug als unangehm und auch demotivierend erlebt, wenn ich als Vortragende einer Präsentation o. ä. zu lauter Menschen spreche, die vor ihrem eigenen Laptop ihre Emails bearbeiten.

Welchen Umgang pflegen Sie in Ihrem Unternehmen?

Eine andere Frage, die Sie sich stellen können ist jedoch, ob es in Ihrem Unternehmen eher eine Kultur des Mißtrauens und des Gegeneinander bzw. der „Verdrängung“ gibt, in der jede anstehende Leistungsbeurteilung den Mitarbeitern bereits im Vorwege wochenlang schlaflose Nächte beschert?

Oder herrscht bei Ihnen eher eine Vertrauenskultur gibt, in der jeder Mitarbeiter seine Bedenken und Kritik ohne Angst vor Nachteilen äußern und in der jeder jeden bei Bedarf ansprechen kann. Auch gehört dazu, offen zu Fehlern stehen zu können, damit diese so rasch und lösungsorientiert wie möglich korrigiert werden, anstatt sie zu verschleppen, was eine Behebung meist langwierig und teuer werden läßt.

Natürlich ist dies alles schwer messbar, erst recht von außen. Ein Unternehmens-Leitbild kann ein Indikator für die Unternehmenskultur sein, muss es aber nicht. Denn so ein Leitbild hat natürlich nur eine positive Auswirkung auf die Mitarbeiter-Motivation und -gesundheit, wenn den Mitarbeitern darin auch ein entsprechend hoher Stellenwert als Erfolgsfaktor und nicht als Kostentreiber eingeräumt wird. Natürlich wirkt er sich erst recht nur positiv aus, wenn es auch entsprechend gelebt wird.

Dabei ist Unternehmenskultur nichts, was sich von heute auf morgen verordnen lässt, sondern etwas, was sich über Jahre bis Jahrzehnte aus gelebter Praxis entwickelt, am besten, indem die oberste Geschäftsführung mit gutem Beispiel vorangeht. Wobei das mit dem Vorleben allerdings manchmal ein wenig schwierig ist, denn was der eine als angenehm empfindet, mag einem anderen Kollegen sauer aufstossen.

So zum Beispiel ist der Spruch, der sich an einen um 17 oder 18 Uhr Feierabend machenden Kollegen richtet: „Nimmst Du heute wieder einen halben Gleittag“ zwar meist scherzhaft gemeint. Dennoch ist er weder für die psychosoziale Gesundheit der einzelnen Mitarbeiter noch für das Betriebsklima wirklich dienlich, da unter den Mitarbeitern ein gewisser Leistungsdruck und Angst vor Versagen bzw. Nicht-Genügen erzeugt wird. Darüber hinaus wird durch Sprüche dieser Art auch ein gewisser Wettbewerb unter den Kollegen geschürt, die Mitarbeiter verbringen einen Großteil ihrer Zeit damit, sich aufwendig persönlich abzusichern und zu allen Seiten abzustimmen. Entscheidungsfreude und wahres Unternehmertum bleiben so auf der Strecke.
In diesem Fall werden die oben als Motivationsfaktoren angeführten Maßnahmen aus Angst vor persönlichem Imageverlust („Wenn er Zeit für so etwas hat, hat der nichts zu tun,“ oder „Wer lacht, hat noch Ressourcen frei“) nicht genutzt und verkümmern so zu blosser Kosmetik.

Zu einer wirklich nachhaltigen Form der Unternehmenskultur gibt Ihnen dieser Beitrag zum Thema „Gesundheitsgerechte Unternehmenskultur„, den ich gerade im Web entdeckt habe, ein paar Anregungen.

Ich freue mich auf eine angeregte Diskussion
und stehe bei Fragen zum Thema gerne zur Verfügung!

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Work-Life-Balance – oder: Das Prinzip Freude…

26 Dez

Dieser Beitrag ist Bestandteil eines Vortrages zum Thema Work-Life-Balance, den ich im April 2010 anläßlich des „Aktionstages Gesundheitsbewegung – Wir bringen Bewegung in Ihre Gesundheit“ hielt.
Der Aktionstag fand damals – passend zur Bewegung – in einem (BMW-) Autohaus in München statt.

Als ich ein paar Wochen zuvor anfing, in meinem Bekanntenkreis von dieser Gesundheitsausstellung im Autohaus zu erzählen, fragten mich viele, worin denn überhaupt der Zusammenhang bestünde und was denn Gesundheit überhaupt mit Auto zu tun hätte. Passenderweise war mir etwa drei Wochen die folgende kleine Anekdote passiert, die ich an dieser Stelle erzählte:

Ich war eine längere Strecke mit meinem Auto unterwegs, als auf einmal das kleine Warnlämpchen mit dem Motorsymbol anfing zu leuchten. Nachdem gerade das Aufleuchten dieses Lämpchen so viele verschiedene Ursachen haben kann, bin ich also in die Werkstatt gefahren, um den Fehlerspeicher auslesen zu lassen.
Und wissen Sie, was die Fehlermeldung war? Sie lautete „Falsches Gemisch“.

Nun, beim Auto bezieht sich das natürlich auf das Kraftstoff-Luft-Gemisch, das bei der Verbrennung im Motor optimal eingestellt sein muss, damit das Auto eine optimale Leistung in Verbindung mit einem ressourcen-schonenden Verbrauch erbringen kann. Außerdem kann es bei einem falschen Gemisch zu Rückständen im Motor kommen, mit dem Risiko dass dieser vorzeitig ausfällt.

Was hat das nun mit dem Titel meines Vortrags, mit Work-Life-Balance zu tun? Nun: Auch bei uns Menschen kommt es darauf an, dass die „Zutaten“ unseres Lebens eine für uns persönlich optimale Mischung haben, damit wir eine möglichst lange Lebensdauer bei bestmöglicher Gesundheit haben können.

Denn Balance ist englisch und bedeutet sowohl Balance, Ausgeglichenheit, Ausgewogenheit, als auch Waage. In diesem Zusammenhang sprechen wir von der Ausgewogenheit zwischen Work, also Arbeit, in ihrer vielfältigsten Form, auf der einen Seite – und Life, also Leben, auf der anderen Seite.

Das ganze verdeutlichte ich mit dem folgenden Beispiel:

Auf der einen Seite ist die Waagschale mit WORK, also Arbeit. Das ist neben der beruflichen Arbeit auch die Fahrtzeit dorthin (und wieder nach Hause). Außerdem gibt es noch weitere Verpflichtungen,  Hausarbeit, Besorgungen, Gartenarbeit, Schularbeiten­aufsicht beispielsweise.
Was das in Stunden ausmacht, können die meisten von uns sicherlich gut beziffern.

Die Frage, die daraus resultiert ist: Ist der zeitliche Umfang Ihrer Arbeit in Ordnung für Sie?
Oder ist es Ihnen zu viel?

Die zweite Waagschale ist das, was einen Ausgleich darstellen könnte. Was gehört für Sie zum LIFE – zum Leben dazu? Hier ein paar Beispiele:

  • Familie bzw. Partnerschaft / Beziehung: Wie viel Zeit verbringen Sie mit Ihrer Familie?
    Wie viel Zeit verbringen Sie mit Ihrem Partner bzw. Ihrer Partnerin / Ihrem Lebensgefährten oder Ihrer Lebensgefährtin? Reicht Ihnen das? Verbringen Sie die Zeit dann mit gemeinsamen Interessen oder streiten Sie eher nur?
    Wie oft sehen Sie Ihre Kinder oder beispielsweise Ihre Eltern, die gehören ja auch zur Familie?Und was machen Sie zusammen mit Ihren Kindern, wenn Sie sie sehen? Spielen Sie mit ihnen und haben Sie Spaß dabei? Erziehen Sie Ihre Kinder nur, statt ihnen zu spielen, lesen, ihnen zuzuhören usw.  oder würden Sie sie am liebsten genervt weg schicken, weil Sie so k.o. von der Arbeit sind?
  • Soziales Umfeld: Wie viel Zeit verbringen Sie mit Freunden, oder mit anderen Menschen, die Sie zum Beispiel aus Vereinen, Parteien oder sonstigen Freizeit­organisationen kennen? Reicht Ihnen das oder würden Sie gerne mehr, oder häufigere Kontakte pflegen? Sind es Ihre Kontakte oder die Ihres Partner / Ihrer Partnerin?
    Oder sind Sie evtl. nur genervt von all den Menschen, die immer irgendetwas von Ihnen wollen, sich aber doch gar nicht in Sie hineinversetzen können und sowieso keine Ahnung haben, was Sie eigentlich bewegt?
  • Sport: Wie oft machen Sie Sport? Ob das nun Radfahren, Fußball, Wandern, der Besuch im Fitnessstudio oder der tägliche Fußweg (die Betonung liegt hier auf Fuß-Weg) zur Arbeit ist, ist da ja zweitrangig?
    Und wie intensiv? Reicht Ihnen das? Können Sie Ihren Sport genießen oder machen Sie ihn aus einem Pflichtgefühl heraus?
  • Gesundheit: Wie steht es um Ihre Gesundheit? Leiden Sie unter Stress, Bluthochdruck, Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel, Rücken- oder anderen Gelenkschmerzen oder Depressionen?Dies alles sind leider sehr häufige Folgen eines unausgewogenen Lebensstils.
    Auch häufige Erkältungen, Hautausschläge oder andere Zeichen eines schwächelnden Immunsystems sind leider in unserer Gesellschaft ganz verbreitet.
  • Was sehr eng mit dem letzten Punkt zusammenhängt, ist das Schlafen. Wie viele Stunden schlafen Sie täglich? Reicht Ihnen das? Wie ist die Schlaf-Qualität? Schlafen Sie tief und fest durch und wachen erst am nächsten Morgen ausgeruht mit dem Wecker auf – oder  evtl. sogar ganz ohne Wecker? Oder kommen Sie abends nur schwer ins Bett und morgens nur wieder schwer heraus? Oder wachen Sie mitten in der Nacht mit starkem Herzklopfen und wilden Gedankengängen auf und wälzen dann wach von einer Seite auf die andere?
  • Was außerdem sehr eng mit dem Thema Gesundheit zusammenhängt, ist die Ernährung:
    Wie oft nehmen Sie regelmäßig am Tag eine Mahlzeit ein, und wie oft ist diese auch warm? Wie ist die Qualität des Essens, d. h. setzen Sie sich dabei hin?
    Sorgen Sie beim Essen für eine ruhige, angenehme Atmosphäre? Oder essen Sie morgens auf dem Weg zur Arbeit in der U-Bahn und arbeiten mittags nebenher noch am Computer, weil Sie so viel zu tun haben?
    Und natürlich sollte auch die Kalorienzufuhr in einem angemessenen Verhältnis zur Bewegung, d. h. zum Verbrauch stehen.
    Kochen Sie eigentlich selbst (oder haben einen Partner/-in, der selbst kocht)? Essen Sie viel frisches Obst und Gemüse oder essen Sie meistens lieber eine Fertig-Pizza, ein belegtes Brot oder ein Sandwich und Schokolade, weil das so schön schnell geht?
    Ernähren Sie sich also mehr von Nahrungs-Mitteln oder von Lebens-Mitteln? Und was denken Sie, ist der Unterschied von Nahrungs- und Lebensmitteln?
  • Und wie viel Zeit verbringen Sie eigentlich regelmäßig mit dem wertvollsten Menschen in Ihrem Leben? Mit wem? Na – mit sich selbst!? Wie viel Zeit nehmen Sie sich wirklich nur für sich selbst?
    Sie könnten sich zum Beispiel in Ruhe in die Badewanne legen, ein schönes Buch lesen, ganz entspannt eine schöne CD hören, eine Runde in der Natur spazieren gehen, sich kurz mal in die Sonne setzen oder einfach nur mal eine Runde herzerfrischend lachen.
    Haben Sie schon einmal bewusst ausprobiert, wie gut das tut? Wäre das nicht eine schöne Erfahrung, sich bewusst und gewollt selbst ein wenig Aufmerksamkeit zu schenken, anstatt darauf zu hoffen, dass es jemand anders tut – was auch oft genug überhaupt nicht geschieht.
  • Damit zusammen hängt außerdem auch noch ein anderer wichtiger Punkt: Stille bzw. geistige Einkehr und Zentrierung.
    Sie können sich darunter nichts vorstellen? Damit ist die bewusste Auseinandersetzung mit dem inneren „Ich“ gemeint, das sind Tätigkeiten – na ja, das ist vielleicht das falsche Wort – nennen wir es eher „Übungen“, gemeint, wie z. B. Yoga, Entspannungsübungen, Meditation, Gebete, Schweigen, oder wie auch immer Sie es nennen möchten. In jedem Falle ist es ein „zur Ruhe kommen“, „in seine Mitte“ kommen, „aus dem Alltag heraustreten“.

Natürlich gibt es da auch Schnittmengen, z. B. wenn Sie sich mit Ihren Freunden zum Joggen verabreden oder im Verein Fußball spielen, kann das Sport sein oder auch soziales Umfeld, genauso wie Angeln ebenfalls Sport, soziales Umfeld oder Meditation sein kann. Nun ja, jetzt bin ich ein wenig abgeschweift, nun zurück zum Thema.

Wer mag, kann an dieser Stelle dem Beispiel folgen, dass Sie hier finden.

Was können Sie also zum Ausgleich tun, wenn Sie feststellen, dass sich Ihre Lebensbalance im Ungleichgewicht befindet? Am besten nehmen Sie sich nicht gleich alles auf einmal vor, denn wenn Sie sich vornehmen, von heute auf morgen alles umzukrempeln, und es nicht sofort klappt, ist das natürlich demotivierend und frustrierend.
Insofern ist es sinnvoll, langsam vorzugehen und eines nach dem anderen anzuschauen. Schritt für Schritt – und mit der nötigen Toleranz und Geduld mit sich selbst.

Zunächst einmal können Sie die WORK-Waagschale, also die Seite mit der Arbeit verändern.
Verändern heißt in dem Fall: Reduzieren.

  • Das können Sie entweder tun, in dem Sie die Quantität reduzieren, also die Stundenanzahl.
    Dazu ein paar Gedankenanstöße und Ideen:
    – Wer sagt Ihnen, wie viel Sie arbeiten müssen? Ihr Chef? Sie sich selbst?
    – Haben Sie mal ausprobiert, einfach weniger zu arbeiten und mal zu schauen, wie vielen Leuten es überhaupt
    auffällt und wie viele Leute sich dann eigentlich tatsächlich beschweren?
    (Falls Sie sagen, das ginge nicht: Das dachte ich vor ein paar Jahren auch, und dann hab ich es einfach mal ausprobiert. Und glauben Sie mir, wenn es nicht funktionieren würde, würde ich es Ihnen nicht empfehlen.
    Also, bei mir waren es übrigens nur zwei Personen, denen es überhaupt aufgefallen ist, und von beiden hing zumindest bei mir keine Gehaltserhöhung ab…)
    Und selbst wenn bei Ihnen persönlich die Arbeit Spaß macht, ist bei Ihnen ein Mehr an Arbeit auch automatisch ein Mehr an Spaß? Wenn ja, herzlichen Glückwunsch.
  • Die Alternative zum Reduzieren der Stundenanzahl ist, den Inhalt der Waagschale also Ihre persönliche Belastung – leichter zu machen, indem Sie die Qualität erhöhen. Denn wenn Ihnen eine Sache Spaß und Freude macht, wirkt sie viiieel leichter, wie ein mit Gas gefüllter Luftballon, der Sie und Ihre Waagschale schweben lässt.
    Hier hilft Ihnen vielleicht die Fragestellung weiter: „Wobei fühlen Sie sich wohl?“Das können Sie zum Beispiel dadurch erreichen, dass Sie Ihre Gestaltungsmöglichkeiten ausnutzen oder erweitern. Schaffen Sie sich Spielraum, übernehmen Sie Verantwortung, zeigen Sie Initiative.
    Suchen Sie sich die Aufgaben, die Ihnen Spaß machen, anstatt welche zugeteilt zu bekommen, die keinen Spaß machen. Die können Sie ja nicht mehr erledigen, denn Sie sind ja schon mit den anderen Aufgaben ausgelastet. Und wenn Sie sich schon nicht die Aufgaben und Ziele selbst aussuchen können, versuchen Sie wenigstens den Weg dorthin selbst zu suchen. Auch Delegieren ist unter Umständen eine Möglichkeit.Ganz wichtig ist übrigens dabei authentisch zu bleiben. Sich verbiegen schafft keine Lebens­qualität. Also verbiegen Sie sich nicht um ins Unternehmen zu passen, sondern suchen Sie sich langfristig eines das zu Ihnen passt. Stehen Sie ruhig zu sich und Ihrer Meinung, auch wenn sie anders ist. Die einzige Regel ist hier: Der Ton macht die Musik.Ganz entscheidend ist aber: Ärger können Sie nicht vermeiden. Denn Ärger oder sich ärgern ist eine Bewertung von Anlässen die von außen kommen, also wie Sie damit umgehen. Und andere kann man bekanntlich nicht ändern.
    Was Sie allerdings ändern können, ist die Art und Weise, wie Sie diese Anlässe bewerten. Eine Frage, die sich für mich in solchen Fällen zur Leitfrage entwickelt hat, ist die folgende:
    “Ist dieser Anlass, diese Sache so wichtig, dass ich mich auch in einer Stunde oder auch morgen noch darüber aufregen werde? Und vor allem: Ändert es etwas, wenn ich mich darüber aufrege, außer dass ich meine eigene Lebensqualität und –erwartung reduziere?!“

Zum anderen können Sie die zweite Waagschale verändern, also der Seite mit dem Leben „mehr Gewicht“ zu verleihen. Auch hier haben Sie wieder zwei Möglichkeiten:

  • Entweder Sie erhöhen die Quantität, die Menge an Zeit. Das Stichwort ist dann: Sich Zeit nehmen, für Ihre Familie und Freunde und für sich selbst. (Mir ist schon klar, dass das nur in begrenztem Umfang geht, weil für jeden der Tag nur 24 Stunden hat, wie wir hier gesehen haben.)
    Beispielsweise könnten Sie abends eher aus dem Büro nach Hause gehen um mehr Zeit mit der Familie zu verbringen und dann evtl. anschließend zu Hause weiter arbeiten, wenn die Kinder bereits im Bett sind.
    Oder Sie lassen einfach mal Radio oder Fernseher aus und erfahren so anstatt der Neuigkeiten aus der Welt – die ohnehin oft negativ und/oder oberflächlich sind – die Neuigkeiten aus dem Leben Ihrer Lieben.
  • Alternativ erhöhen Sie die Qualität dieser Waagschale: Indem Sie Ihre Gedanken und Einstellung dazu zu verändern. Das ist kein leichter, aber auf jeden Fall ein lohnender Weg.

Generell kann man also sagen, dass bei einer ausgewogenen Work-Life-Balance sowohl jede Seite einzeln aus auch das Gesamtkonstrukt mit dem Begriff „Lebensqualität“ zusammen gefasst werden kann. Wussten Sie eigentlich, dass der Begriff „Lebensqualität“ früher auch als Ars vivendi bezeichnet wurde, also „Lebenskunst“?  Sind Sie ein Lebenskünstler? Was ist Lebenskunst überhaupt?

Meiner Meinung nach ist Kunst in jedem Fall Geschmackssache, also subjektiv. Das heißt, Sie müssen Ihren persönlichen Weg finden. Das hat natürlich auch wieder was mit authentisch sein zu tun. Und mit Verantwortung, Selbst-Verantwortung, denn sie kommt aus Ihnen selbst.

Also, seien Sie verantwortungsbewusst und kreativ. Schaffen Sie sich das Kunstwerk Ihres eigenen Lebens. Pflegen Sie es, und pflegen Sie, was besonders an Ihnen ist und vor allem: Pflegen Sie sich selbst. Das Gute dabei ist, in puncto Gesundheit, Ernährung, Entspannung, Sport und geistige Einkehr kann ich Sie sogar unterstützen.

Aber ausprobieren müssen Sie es natürlich selbst . Glauben Sie mir – es macht unheimlich Freude!
Und im Jargon des Gastgebers des Gesundheitstages gesprochen:  Freude … ist Energie… ist Power!
Sowohl mit Freude als auch mit Energie oder Power können in Ihrem Leben auch schwergewichtige Themen gaaanz leicht bewältigen.

Zum Abschluss meiner Gedankenreise noch eine Bitte :
Nehmen Sie die Warnlampen in Ihrem Leben bzw. die Ihres Körpers ernst. Denn wenn Sie die Fehlerursachen beheben, können Sie schwerwiegende Ausfälle verhindern, und was viel wichtiger ist, Sie verlängern Ihre Lebensdauer und verbessern außerdem Ihre Lebensqualität!

Herzlichst,

Ihre Christina Bolte

Über die Vereinbarkeit von Gesundheit und Life-Style

26 Okt

Wie ich bereits hier erwähnte, war ich vor einiger Zeit als Zuhörerin bei einer Podiumsdiskussion, bei der es darum ging, dass sich gemäß einer von den Veranstaltern in Auftrag gegebenen Demografie-Studie die Menschheit (in diesem Falle die Oberbayerns) einer immer höhere Lebenserwartung erfreuen darf. Wobei gemäß dieser Studie von „freuen“ wohl eher nicht die Rede sein wird, weil anscheinend das höhere Lebensalter nicht unbedingt mit einer höheren Lebensqualität einher gehen wird.

Leider wurde in dieser Podiumsdiskussion mehr über das Problem des (zukünftig) noch größer werdenden Bedarf an Ärzten und Pflegeeinrichtungen diskutiert (den ich an dieser Stelle auch gar nicht wegdiskutieren möchte), als darüber wie es erreicht werden kann, dass die Menschen zukünftig zwar älter aber nicht unbedingt kränker werden müssen.
Dabei wurde das für diese Situation extrem hilfreiche (Zauber-)Wort „Prävention“ von den Teilnehmern der Diskussion eher mit einem abfälligen „Ach ja, das schon wieder“ gewürdigt.

Diese Denkweise scheint nun allerdings völlig dem Usus der heutigen Zeit zu entsprechen, denn sowohl in der Politik wie auch in der Wirtschaft scheint es an der Tagesordnung zu stehen, kurzfristige Ergebnisoptimierung zu betreiben, die sich auf die Zeitdauer der amtierenden Landes- und Unternehmens-Fürsten begrenzt. Was aus meiner Sicht aber weder für wirklichen Weitblick und noch für Nachhaltigkeitsbewusstsein spricht.

Prävention und Lifestyle

Denn wenn jeder frühzeitig investierte Euro (der beispielsweise für eine Schulung von Gesundheits-bewusstsein und Ernährungsgewohnheiten von Kindern und Jugendlichen investiert wird) am Ende des Tages Millionen oder Milliarden von Euro spart, die für die Diabetesmedikamente und Blutdrucksenker der zukünftigen Diabetiker ausgegeben werden müssten, wäre das zwar ein nachhaltiges und langfristiges Ergebnis, mit dem Nachteil, dass es sich aber leider nicht unsere heutigen Damen und Herren Politiker auf die Fahnen schreiben können, sondern primär die zukünftigen Generationen profitieren. Schwieriges Dilemma, nicht nur für „die da oben“, sondern auch für jeden einzelnen von uns…

Denn ein paar Wochen später bekam ich eine Studie in die Hand, in der es um Life-Style ging. Unter Life-Style fielen für mich bis zu dem Zeitpunkt (und auch nach dem Verständnis von Wikipedia) eher Lebensstile, die stark auf Luxus und Konsum ausgerichtet sind und mit Adjektiven wie „modern“ und „stylish“ assoziiert werden können. Vor allem in den sogenannten „Lifestyle-Medien“ sind hauptsächlich Hinweise auf Partys, Unterhaltungs- und Vergnügungsveranstaltungen, Diskotheken, Restaurants, Mode usw. zu finden.

Insofern klingt das Wort „Prävention“ (im Sinne von gesundes Essen oder ausreichend Bewegung) natürlich im ersten Ansatz auch auf der persönlichen Ebene eher nach Verzicht oder einer scheinbaren Einschränkung an Genuss oder Lebensqualität an, als nach Life-Style.

Dennoch sehe ich die Chance, sich auch im Alter noch einer hohen Lebensqualität und einem hohen Maß an Gesundheit zu erfreuen, durchaus als langfristigen Mehrwert für jeden einzelnen von uns wie auch für die Gesellschaft. Denn Gesundheit und ein gesunder Körper sind nicht – wie weitläufig verbreitet –  ein Luxusgut, das man hat oder nicht, sondern etwas zu dem man durch sein eigenes Verhalten etwas beitragen kann, und zwar je früher desto besser. Ich unterstelle Ihnen an dieser Stelle einfach mal, dass Sie Ihr Auto ja vermutlich auch regelmäßig zum Service bringen und es nicht gerade mit den billigsten Ölen und Kraftstoffen befüllen, den Sie finden…

Die Herausforderung dabei in Bezug auf das gesunde Altern ist, dass dies ein komplettes Umdenken erfordert. Neben einer kompletten Neustrukturierung unseres Gesundheitssystems (auf das ich an dieser Stelle nicht näher eingehen möchte) verlangt dies nämlich von jedem einzelnen von uns einen proaktiven Lebensstil, mit dem so früh wie möglich begonnen werden kann. Wichtig dabei ist das Verständnis, dass nicht nur mit Cremes oder notfalls auch Schönheits-OPs zum Erhalt der äußeren Schönheit beigetragen wird. Sondern auch zur Erhaltung der „inneren Schönheit“ und vor allem Gesundheit kann eben auch schon in der Jugend beigetragen werden, vorzugsweise mit gesundem Essen, ausreichend Bewegung, sowie Alkohol- und Nikotin-Abstinenz. Auch Schlaf anstatt vieler durchfeierter Nächte leistet langfristig einen positiven Beitrag zu unserer Gesundheit. Insofern finde ich es einen interessanten Gedankengang, den ich besagter Studie entnommen habe und den ich hier deshalb aufgreifen möchte, die weiterentwickelte Form von Lifestyle als „Life-Design“ zu betrachten.

Die wichtige Botschaft dabei ist, dass ein gesunder Lebenstil (Life-Style)  nicht Verzicht und Zwang bedeuten, sondern Genuß und Freude!
Denn wer weiß, vielleicht wird auch dem gemeinsamen Kochen einer gesunden Mahlzeit im Freundeskreis ein vergleichbarer „stylischer“ Status eingeräumt wie das gemeinsame Konsumieren überteuerter alkoholischer Getränke und lauter Musik beim nächtlichen Disko-Besuch. Ebenfalls interessant ist, dass das Wort „Sport“ hergeleitet ist vom lateinischen dispertare: sich zerstreuen, sich vergnügen. Ziehen Sie also bitte auch in Erwägung, dass Sport Spass bereiten darf!

Die neue, zukünftige Definition von Lifestyle wäre also, dass Lifestyle die Kunst  ist, für die Gestaltung seiner eigenen Gesundheitszufriedenheit selbst die Verantwortung zu übernehmen. Jeder von uns hat für sich selbst die Aufgabe und kann die entsprechenden Fähigkeiten erlernen, sich seine Gesundheit selbst zu entwickeln!
Was meiner Meinung nach gar nicht so schwer ist. Denn genauso wie für die deutliche Mehrheit unserer Gesellschaft ein gewisses Maß an Körperhygiene (also beispielsweise Händewaschen oder Zähneputzen) mittlerweile eine Selbstverständlichkeit geworden ist, kann zukünftig auch eine neue Form der Hygiene selbstverständlich werden – die Psycho-Hygiene. Was das ist? Den Körper/Kopf sowie den Geist und die Seele rein halten von psychischem „Müll“. Wie das geht? Ganz einfach: mit  Bewegung, Entspannung, Mentaltraining. Denn nachdem dies dem ganzheitliches Konzept der Burnout-Lotsen entspricht, haben Sie auch gleich ein ganzes Netzwerk an Ansprechpartnern zur Verfügung, die Sie hier finden.

Für den Raum München stehe ich Ihnen zur Verfügung, für Diskussionen wie auch für Unterstützung.
Bitte sprechen Sie mich an!

Literatur-Tipp:
Healthness: Die nächste Stufe des Megatrends Gesundheit„,
erschienen im Verlag Zukunftsinstitut, 136 Seiten,
ISBN-10: 3938284668 bzw. ISBN-13: 978-3938284667

Heute schon ans Alter denken?

31 Jul

Kürzlich war ich Zuhörer auf einer Podiumsdiskussion zum Thema Gesundheit & Pflege im Jahr 2030.

Nach dem Ergebnis einer entsprechenden Studie wird im Jahr 2030 ein Großteil der Bevölkerung älter als 65 Jahre sein (das sind die sogenannten Baby-Boom-Jahrgänge). Gleichzeitig nimmt der Anteil der Bevölkerung im Erwerbsalter aufgrund der abnehmenden Geburtenzahlen kontinuierlich ab.

Dass dies ein Problem vorzugsweise für unser momentanes Rentenversicherungssystem ist, wurde bereits hinlänglich an vielen anderen Stellen diskutiert. Da aber gerade die oben genannten älteren Jahrgänge erfahrungsgemäß bereits jetzt und später erst recht auch die Hauptnutzer der Kranken- und Pflegesysteme sind, resultiert sich daraus ein um etwa ein Drittel steigender Bedarf an medizinischer und pflegerischer Versorgung und damit an Ärzten und Personal in Pflegeberufen im Vergleich zu heute.

Was mich an der Diskussion auf dem Podium ein wenig gestört hat, war die Tatsache, dass sämtliche Vertreter aus Krankenhaus und ambulanter Pflege eigentlich fast ausschliesslich darüber klagten, dass die gegenwärtig getroffenen Entscheidungen die Situation nicht lösen würden, ja, das die Situation bereits heute fast schon unerträglich sei. Soweit, so gut. Nur dass dies kein wirklich lösungsorientierter Denkansatz ist.

Denn nur wenn wir (als Gesellschaft) es schaffen, das wir zwar älter, aber nicht unbedingt kränker werden, können wir die Situation in den Griff bekommen. Neben der Prävention und einem entsprechend gesunden Lebensstil, der hinreichend Bewegung und eine gesunde, naturbelassene Ernährung mit einschließt, gehört auch dazu, dass sich jeder von uns mit der Frage auseinandersetzt: „Wie will ich mein Leben im Alter verbringen?“

Auch im Alter möchte jeder von uns körperlich und geistig fit sowie finanziell abgesichert sein.

Die Vermutung liegt nahe, dass wir auch im Alter körperlich und geistig fit sowie finanziell abgesichert sein möchten. Nur, wenn wir uns darüber keine Gedanken machen, sondern „einfach nur so vor uns hinleben“, in der Hoffnung, die Politik, das Sozialversicherungssystem oder sonst wer wird schon dafür sorgen, wird das ganze nicht funktionieren. Deswegen auch die provokative Überschrift zu meinem Beitrag.

Mit „Heute schon ans Alter denken“ meine ich nicht, dass wir wie irre einen Riester-, Rürup- oder sonstigen Rentenversicherungsvertrag nach dem nächsten abschließen, denn ich bin kein Versicherungsvertreter. Sondern damit meine ich vor allem, dass wir uns bewußt machen, dass unser heutiger Lebenswandel maßgeblich dazu beiträgt, wie unser körperlicher und psychischer Zustand in zwanzig Jahren aussehen wird.

Denn eines ist klar, keine Krankheit, ob Herzinfarkt, Diabetes, Demenz, Depression oder Burnout, fällt „einfach so“ vom Himmel, wie ich häufig in meinem Umfeld zu hören bekomme. Sondern ist das Resultat von den vielen großen oder kleinen Sünden oder Wohltaten die wir unserem Körper und auch unserer Psyche über die Jahrzehnte unseres Lebens angedeien lassen.

Deshalb ist Schritt 1, sich auf einem weissen Blatt Papier eine Liste mit zwei Spalten zu machen.
Schreiben Sie über die erste Spalte die bereits genannte Frage „Wie will ich mein Leben im Alter verbringen?“  und beschreiben Sie stichpunktartig Ihre Vorstellungen. Das kann sein „komfortabel im eigenen Zuhause wohnen“, „viel Reisen“, „körperlich und geistig gut in Form“ oder auch „umgeben von vielen lieben Menschen“, „ich musiziere viel oder über ein anderes meiner Hobbies aus“.

Nun schreiben Sie im nächsten Schritt über die zweite Spate  die Frage: „Trägt das, was ich heute esse, einnehme oder tue (Arbeit, Rauchen, Sport, Alkohol, Medikamente o. ä )  eher dazu bei, dass ich dieses Szenario erreichen werde oder nicht. So könnte beispielsweise heraus kommen, dass Sie später gerne sehr viel Zeit für Ihr Lieblingshobby Golfen haben möchten, Sie aber im Moment vor lauter Arbeit noch nicht einmal Zeit für einen Golfkurs haben.

Kommen wir zum letzten Schritt: Drehen Sie das Blatt um und schreiben Sie auf die Rückseite zu dem Thema „Was kann ich heute bzw. ab heute schon zu tun, damit ich diese(s) Ziel(e) erreiche?“ alles auf, was Ihnen einfällt. Alles ist erlaubt, außer Verhinderungs-Sätze wie „das geht nicht, weil…“ Und dann tun Sie’s – setzen Sie bereits heute mindestens einen Punkt davon in die Tat um.

Denn wie sagte Mahatma Gandhi: Be the change you want to see in the world – Seien Sie die Veränderung, die Sie in der Welt sehen wollen. Denn wenn dies jeder tut, ist die Welt bald schon ein wunderbares Fleckchen Erde, dass wie zudem auch noch lange im Alter genießen können.

Von grauen Mäusen und bunten Vögeln

9 Apr

Ich bin froh, dass es wieder Frühling wird und die Café-Saison wieder losgeht. Denn eine Sache, die ich daran persönlich besonders schätze ist, dass man gemütlich in einem Café in der Sonne sitzen kann und Menschen beobachten kann, vorzugsweise an gut besuchten Plätzen. Einfach nur dasitzen, beobachten – und staunen. Ich nenne das immer: In den Sozialzoo gehen.

Ich kann Ihnen wirklich empfehlen, das auch einmal zu probieren, denn es laufen teilweise wirklich ganz besondere Exemplare auf Deutschlands Strassen umher!

Und nachdem ich ja vor kurzem erst über das Thema Öffentlichkeit geschrieben habe, ist mir dabei aufgefallen, dass sich die Menschen neben den herkömmlichen Merkmalen (wie Geschlecht, Alter, Herkunft) auch in Bezug auf ihr Öffentlichkeitsverhalten klassifizieren lassen.

Zum Beispiel gibt es Menschen, die haben eine ausgeprägte Öffentlichkeits-Aversion. Ich möchte sie hier als „graue Mäuschen“ bezeichnen. Graue Mäuse lieben es – wie Mäuse es nun mal so tun – sich in der breiten Masse der anonymen „Gesellschaft“ zu verstecken und haben ein schon fast panische Abscheu davor, in der Öffentlichkeit zu stehen oder aus einer Menge hervorzustechen und tun daher alles, um dies zu vermeiden.
In einem Lokal eine Tasse auf dem Boden fallen zu lassen und dann die Blicke aller Umstehenden auf sich gerichtet zu wissen, gehört für sie zu den größten Alpträumen.

Andererseits gibt es Menschen, die ich gerne als „bunte Vögel“ bezeichne. Sie haben eine sehr ausgeprägte Öffentlichkeits-Affinität und – so wie ein Pfau aus seinem farbenfrohen Federkleid ein Rad schlägt – suchen bunte Vögel immer wieder gerne Situationen um aufzufallen und wahrgenommen zu werden. Ihnen keine Aufmerksamkeit zukommen zu lassen ist so ähnlich wie Blumen nicht zu gießen – sie gehen dann früher oder später ein. 

Von diesem Typus gibt es nach meinen Beobachtungen zwei Ausprägungen:
Die einen möchten gerne im Rahmen der gesellschaftlichen Konventionen auffallen, sei es (wie überwiegend bei Frauen zu beobachten ist) durch extravagante Kleidung, auffälligen Schmuck oder Frisuren. Oder (was gerne bei Männern vorkommt) sie betonen ihr Auftreten durch Statussymbole, wie ein großes, besonderes und/oder PS-starkes Auto, ein Segelboot oder die Präsenz im Golfclub.

Andere wiederum fallen bewusst gerne „aus dem Rahmen“ des Gewöhnlichen. Sie betonen beispielsweise ihren unkonventionellen Lebensstil, den sie meistens recht medienwirksam vermarkten, sei es dass sie Auswandern oder nach einer steilen Karriere ins Kloster gehen. Oder treten im Extremfall auch schon mal  nackt in Fernseh-Shows auf.

Aber ich finde: Gesund ist das beides nicht. Denn wer – wie ein bunter Vogel – die Aufmerksamkeit der anderen zum Leben benötigt wie Luft zum Atmen, oder wer – wie eine graue Maus – bei der geringsten „Überdosis“ an Aufmerksamkeit von außen im Boden versinken möchte, hat ein Problem. Und zwar mit sich selbst. Oder seinem Selbstwertgefühl.

Gesund dagegen ist, dann aufzustehen und aus der Menge aufzutauchen, wenn es etwas zu sagen oder zu tun gibt – wie ein gut erzogener Wachhund vielleicht. Und dann auch wieder problemlos anerkennen zu können, wenn andere Menschen in der ersten Reihe stehen oder das Sagen haben. Dazu gehört auch, ehrlich gemeinten Lob und Dank annehmen zu können, ohne großes Trara. Je nachdem, wie es die Situation gerade erfordert.

Genauso gesund finde ich Menschen – und es macht mir auch wirkliche Freude, diese zu beobachten – die aus reinem Spass am Leben an einem frösteligen Ostermontag zu den feurigen Salsa-Klängen einer Latino-Band mittanzen. Natürlich sticht so etwas ins Auge und erregt auch irgendwie Aufmerksamkeit, aber dazu war es ja nicht primär gedacht. Sicherlich mag der eine oder andere einwenden, dass solch ein Verhalten doch kindisch sein mag. Kann schon sein – denn was sie letztendlich mit Kindern gemeinsam haben, ist, dass man ihnen die pure Lust am Leben so richtig ansehen kann – aber in keinem Fall kann man sie ihnen nehmen. Und das finde ich wunder-voll.

Also, wann nutzen Sie das frühlingshafte Wetter um in den Sozialzoo zu gehen? Ich bin gespannt, was für Exemplare Sie entdecken!

Wurzeln und Flügel

20 Feb

„Zwei Dinge sollen Kinder von ihren Eltern bekommen: Wurzeln und Flügel.“ (J. W. v. Goethe)

Bei mir in der Nähe meiner Wohnung steht in einem Park eine wunderschöne Blutbuche, die nicht nur durch ihre weitgehend freistehende Position, sondern vor allem auch durch ihre ungewöhnliche Blattfärbung ins Auge sticht. Diese schöne Buche hat mir in den letzten Jahren in so manchen Situationen Kraft und Inspiration gegeben. Kraft und Trost durch ihren starken, geraden Stamm, an den ich mich in Zeiten großer Traurigkeit anlehnen, und den ich umarmen durfte.

Inspiration durch ihre „Präsenz“ und Standfestigkeit, die ich vor allem dann erfahren durfte, wenn ich auf meinen „kreativen Spaziergängen“ an ihr vorbei ging und für einen kleinen Moment dort verweilte.

Erst im Herbst oder Winter, wo die umstehenden Gräser schon sehr stark vertrocknet sind oder abgemäht wurden, lässt sich erkennen, dass der Baum in seinem Wurzelwerk von einem Fundament aus Beton gestützt wird.

Und doch – trotz dieses scheinbaren Makels ist dieser Baum so wunderbar stark, erhaben und standfest und auf seine Art vollkommen. Er lässt sich weder durch starke Winde etwas anhaben, noch durch Nachbarskinder, die vor ihm Respekt zu haben scheinen, denn sie bauten ihr Baumhaus lieber ein paar Meter weiter in einem Haselbaum.

Als ich vor ein paar Monaten einen sonnigen Herbstnachmittag zu einem kreativen Spaziergang nutzte und so im Schatten meiner Blutbuche vor mich hin sinnierte, kam mir der Gedanke, dass es doch erstaunlich ist, dass diese Blutbuche etwas symbolisiert, womit so viele Menschen sich schwer tun: klar einen Standpunkt einnehmen oder eine Position vertreten (wie auch immer man dies nennen möchte) und dort auf dieser Position auch starkem Gegenwind zu trotzen.

Warum ist es für viele Menschen (mich eingeschlossen) oft eine solche Herausforderung / so schwierig, eine eindeutige Stellung zu beziehen? Vielleicht weil „Standpunkt“ etwas mit Standfestigkeit zu tun hat? Oder weil „Standpunkt“ etwas mit einem Punkt zu tun hat, ganz im Gegensatz zu einer Fläche.

Vielleicht erinnern Sie sich noch an den Versuch aus dem Physik-Unterricht, bei dem man einen Lichtstrahl flächig gestreut scheinen ließ. Das ergab dann eine weiche, unscharf abgegrenzte Lichtfläche. So ist es auch, wenn ich mich mit meiner Meinung nicht festlegen möchte: Weich und unscharf abgegrenzt.

Anschließend hat man den Lichtstrahl durch eine Lupe oder Streuscheibe präzise gebündelt. Das ergab dann eine scharf abgrenzten Lichtpunkt. „Fokus“ hieß hierbei das Stichwort, und dieses Prinzip haben wir als Kinder auf dem Zeltplatz immer genutzt, um ein Feuer zu entfachen.

Das gleiche Prinzip gilt auch für unsere Worte. Wenn ich um den heißen Brei herum rede oder „Weichspüler-Vokabular“ (wie zum Beispiel die Worte „eigentlich“ oder „vielleicht“) verwende, gelingt es mir meistens nicht, meinen Gesprächspartner von meinem Anliegen zu überzeugen. Bin ich jedoch klar fokussiert und präzise, d.h., bringe ich meine Worte auf den Punkt, kann ich meine Position im Allgemeinen auch viel besser vertreten, und so auch in meinem Gegenüber „das Feuer entfachen“, für das Anliegen, das in mir „brennt“. So erhalten unsere Gedanken, Visionen oder Ideen die sprichwörtlichen Flügel um ins Fliegen zu kommen…

Vielleicht ist es auch deswegen so schwierig, eine eindeutige Position zu beziehen, weil Standpunkt von stehen kommt. Stehen bedeutet, dass mich andere viel klarer erkennen und ggf. auch festnageln können, als wenn ich ständig in Bewegung, und dadurch nicht zu greifen wäre.

Meiner Meinung nach steckt hinter einer vagen Positionierung vielmehr die ureigene Angst des Menschen, von den anderen Mitgliedern seiner Rasse ausgeschlossen, abgelehnt oder nicht akzeptiert – im übertragenen Sinne: nicht geliebt – zu werden.

Burnout und die Frage: Wer BIN ich und wofür stehe ich?

Das ist nun verständlicherweise ein schwieriges Thema. Denn wenn ich klar und offen meine Meinung vertrete, kann das ja unter Umständen bedeuten, dass ich mich unbeliebt mache bei meinen Mitmenschen. Vor allem bei Chefs, Kunden oder dem Partner möchte man ja lieber „gefallen“ als unbequem sein.

Aber wenn ich möglichst immer alles tue um meinen Mitmenschen zu gefallen, wie die weiche, unscharf abgegrenzte Lichtfläche aus dem Physik-Experiment, wie kann ich dann eigentlich zu mir selbst stehen?  Macht es da nicht Sinn, sich immer mal wieder die Frage zu stellen: Wer BIN ich? Wofür stehe ich (gerade)? Ist dies das, wofür ich gerne stehen möchte?

Hier schließt sich für mich wieder der Kreis zu dem weit verbreiteten Thema „Burnout“, für den nämlich bekanntermaßen eine häufige Ursache ist, dass man Dinge tut, mit denen man sich nicht (mehr) identifizieren kann…

Deshalb ist es anfangs vielleicht leichter, sich selbst darüber zu definieren, was man NICHT (mehr) ist und wofür man NICHT (mehr) stehen möchte. Auch das ist ein geeigneter Weg um sich abzugrenzen. Und je abgegrenzter und präziser Sie sind, in dem was sie SIND oder NICHT SIND, desto konzentrierter und purer (im Sinne von  echt) sind Sie.

Insofern möchte ich Sie herzlich dazu einladen, einmal auszuprobieren, wie es sich anfühlt, zu sagen: „Tut mir leid, dafür stehe ich nicht (mehr) zur Verfügung.“ Noch präziser, weil kürzer, und leichter auszusprechen ist übrigens auch die folgende Formulierung für die Abgrenzung: N – E – I – N.

„Das größte Vergnügen im Leben besteht darin, das zu tun, von dem die Leute sagen, du könntest es nicht tun.“ (Walter Bagehot)

Und dann heißt es: Nur nicht weich werden, wenn die anderen verdutzt schauen. Immerhin sind viele Menschen es nicht gewohnt, wenn andere so offen und ehrlich ihre Meinung sagen… Aber tun Sie es, denn dann werden Sie feststellen, wie gut es sich anfühlt, sich selbst treu geblieben zu sein. Mir jedenfalls hilft der Gedanke, dass ich zwar nicht jedem unbedingt gefalle, wenn ich „Profil“ zeige, aber zumindest weiß jeder woran er bei mir ist. Was der andere daraus macht, ist primär sein Problem.

Wie ist es bei Ihnen – haben Sie einen festen Standpunkt, den sie auch in „stürmischen Zeiten“ beibehalten können? Was brauchen Sie gegebenenfalls, oder was könnte Ihnen helfen, um  Ihren Standpunkt noch besser zu behaupten? Denken Sie nur an den unauffälligen Beton-sockel meiner Blutbuche…

Unterstützung beim Thema NEIN sagen bekommen Sie übrigens auch im Rahmen einer  „Kursveränderung“ oder im Rahmen eines Einzelcoachings unter http://brennpunkt-burnout.com/angebot_einzelpersonen/.

Ich freue mich auf Ihre Erfahrungsberichte.

Herzlichst, Ihre Christina Bolte

Kontakt: mailto:christina.bolte@quantenspringerin.de

Spagyrik des Alltags

16 Nov

Was ist eigentlich Spagyrik?

Bei der Spagyrik handelt es sich zum einen um eine Weltanschauung und zum anderen auf eine Art der Arzneimittelherstellung, die auf Theophrastus von Hohenheim (1493-1541), genannt Paracelsus, zurück geht.
Von ihm ist der erstmalige Gebrauch des Begriffes Spagyrik überliefert.

Das Wort Spagyrik kommt aus dem Griechischen: spáein bedeutet „(heraus)ziehen, trennen“ und ageirein „vereinigen, zusammenführen“, als Trennen des „Guten“ vom „Schlechten“ und nur das „Gute“ wieder miteinander verbinden.

Das Wort Spagyrik bezeichnet somit die Art der Arzneimittelherstellung, also Pharmazie, und Therapie nach den weltanschaulichen und praktischen Regeln der Alchemie. Die Aufgabe der Alchemie sah er nicht – wie weitläufig verbreitet – z. B. in der Herstellung von Gold, sondern in der Herstellung von Arzneimitteln.

Im paracelsischen Sinne betrachtet ist die Alchemie (oder auch Spagyrik) ein jahre-bis jahrzehntelanges Sich-Auseinandersetzen mit der Natur sowie die Kenntnis und das im Einklang leben mit ihren Gesetzen, Details, Prinzipien und Zusammenhängen bzw. Analogien. Eine Lebensaufgabe also.

Im weiteren Sinne des Wortes ist jedoch die Alchemie „die Kunst, des rechten Umgangs mit den Dingen der Natur“. Demnach sind also auch Landwirte, Bäcker, Weber, Winzer oder Köche Alchemisten, so sie sich auf sachgerechte und kunstvolle Weise damit beschäftigen, die Dinge der Natur dem Menschen zum Nutzen zu bereiten.
D.h. auch in einem klassischen „Lehrberuf“ kann man zu seiner Meisterschaft gelangen.

Umsetzung im Alltag

Nun fragt sich eventuell der eine oder andere, was wir mit diesem „Mittelalterlichen Hexenzeug“ nun konkret im Alltag anfangen können. Welche Bedeutung hat das für uns persönlich? Ist nicht letztendlich jede Situation, in der es gefragt ist, den „Menschen zum Nutzen“ gemäß zu handeln, Grund für die Anwendung spagyrischer Prinzipien?

An einem Beispiel möchte ich Ihnen verdeutlichen, inwieweit auch heute noch Vieles ein wahrhaft spagyrischer Prozess ist:

Da wäre zunächst mal, dass uns ein Zustand, ein Thema, das uns nicht gefällt und für das wir Lösungs­möglichkeiten und Handlungsoptionen finden möchten – sei es eine anstehende berufliche Veränderung, ein Umzug oder die Trennung von einer nicht mehr funktionierenden Partnerschaft.

Wir beschäftigen uns geistig mit diesem Zustand oder Thema (oder es beschäftigt uns), es geht uns durch den Kopf bzw. es gärt in uns. Gärung ist ein Teil der spagyrischen Arzneimittel-Herstellung.
Indem wir ggf. mit anderen Menschen über die Situation unterhalten, bekommen wir Input von außen, evtl. auch Lösungs­vorschläge. Wir analysieren und erwägen eventuelle Vor- und Nachteile, die sich für uns aus dem einen oder anderen Weg oder sogar der Situation selbst ergeben.
Diese „geistigen“ Prozesse können zwischen Tagen und Wochen dauern.

Anschließend sortieren wir die für uns hilfreichen „guten“ Gedanken und Lösungs­möglichkeiten heraus und verwerfen die unbrauchbaren „schlechten“ – Trennen des „Guten“ vom „Schlechten“ also.
Man kann schon fast destillieren dazu sagen, denn das ganze findet ja unter großem Energieeinsatz statt, und auch die Destillation ist ein Teil der spagyrischen Arzneimittel-Herstellung.

Abschließend setzen wir all die „guten“ Zutaten unserer Lösung zu einem Idealbild zusammen.

Solve et coagula – löse (das was nicht mehr dienlich ist) und konstruiere Neues bzw. füge Dinge oder Umstände wieder neu zusammen. Oder lassen Sie sie durch die Natur und den Lauf der Dinge sich neu zusammensetzen.

Übrig vom ganzen Prozess mit all seinen Stufen bleibt die Essenz – der für uns zum jeweiligen Zeitpunkt richtige und heilsame Lösungsweg aus unserer Situation.
Meisterliche Kompositionen brauchen jedoch Geduld –  und Zeit. Zwei heutzutage besonders selten gewordene Ingredienzien… Überstürzen Sie daher nichts, wenn Sie eine gute Lösung haben möchten.

Unterstützen können Sie die „spagyrischen Prozesse Ihres Alltags“ durch die Einnahme oder durch Aufsprühen spagyrischer Arzneimittel. Deren Zusammensetzung richtet sich nach Ihrem tatsächlichen Thema, ein Patentrezept gibt es hierbei nicht. Die Arzneimittel wirken auf der körperlichen wie geistigen Ebene und bringen Ihnen Klarheit in Ihre Prozesse – sei es dass Sie klarer in sich selbst sehen, oder kleine Helferlein von außen dazu beitragen.

Weitere Infos dazu erhalten Sie auf der Website meiner Gesundheits- und Coachingpraxis. Oder sprechen Sie mich an.

Geld oder Leben – oder eine alternative Investitionsempfehlung

1 Okt

Haben Sie sich in letzter Zeit auch des Öfteren gefragt, worin Sie guten Gewissens Ihr Geld investieren möchten? Je nachdem, welchen Berater Sie dazu befragen, Sie bekommen entweder den einen oder anderen Aktienfonds, Beteiligungen an sogenannten „grünen Energien“, Immobilien, das neueste Smartphone oder gar Gold empfohlen.

Ich persönlich kam mir nach solchen Beratungsgesprächen meistens vor wie Goethes Protagonist, der proklamierte „Da steh ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor“ – und wusste meistens nie so recht, wem ich denn nun glauben sollte, und wo ich mein Geld sinnvoll und lukrativ anlegen könnte.

Neulich erhielt ich während einer Diskussion mit Freunden den interessanten, doch so banalen Hinweis, dass man im Fall der Fälle weder Gold noch Smartphones, noch Aktienfonds essen kann. Deshalb habe ich mich inzwischen für eine recht ungewöhnliche Anlageempfehlung entschieden, die ich gerne mit Ihnen teilen möchte:

Investieren Sie Ihr Geld doch zur Abwechslung mal in sich! Sie selbst sind die beste Geldanlage, die Sie haben. Denn je schlechter die Zeiten, desto mehr muss jeder einzelne leisten, jeder einzelne „gut drauf“ sein, und umso wichtiger ist es, seine Gesundheit und Leistungsfähigkeit – und auch seine seelische Gesundheit zu stärken und zu erhalten. Denn nur so werden Sie langfristig in der Lage sein, Ihren Arbeitsplatz zu erhalten und dadurch Ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. 

Dabei ist die erste Investition, die Sie in sich selbst tätigen können, Ihre Bildung. Wie wäre es denn mal mit einer neuen Fremdsprache – oder peppen Sie doch Ihre alten Englisch- oder Französisch-Kenntnisse aus der Schulzeit wieder auf. Auch das Erlernen einer Programmier-Sprache oder eine nebenberufliche Zusatzqualifikation bieten sich an.

Denn neben der Tatsache, dass sich durch das Lernen in Ihrem Gehirn neue Synapsen bilden können, was auch die „Denkleistung“ der „alten Pfade“ steigert, können Sie durch die zusätzlichen Kenntnisse auch Ihre Attraktivität auf dem Arbeitsmarkt steigern.

Oder Sie können durch Erlernen eines neuen Hobbys oder Erweiterung vorhandener Kenntnisse quasi „Ihr Hobby zum (Neben-)Beruf“ machen und sich ein zweites berufliches Standbein aufbauen. Neben einer zusätzlichen Einnahmequelle fördert (nebenberuflicher) Erfolg auch das Selbstbewusstsein.

Das kann sich auch als gute Quelle der Gelassenheit in Ihrem Haupt-Beruf oder innerhalb Ihrer Familie erweisen, denn – dank einer Alternative, die Spaß macht – fühlen Sie sich erstens unabhängiger von Ihrem primären Arbeitgeber, und zweitens haben Sie sich ja für Ihren Alltag einen positiven (Ausgleichs-)Aspekt geschaffen.

Die zweite wichtige Investition, die Sie sich leisten sollten, sei es in Zeit oder in Geld, ist Ihre Gesundheit. Denn was nützt Ihnen das gefüllteste Bankkonto, wenn Sie zu „krank“ sind, um davon Gebrauch zu machen? Oder dies womöglich gebrauchen müssen, um wieder gesund zu werden?

Dass Sie ausreichend Zeit in eine gesunde Ernährung investieren, ist eine gute Möglichkeit. Dabei kann man das Obst und Gemüse vom Bio-Bauern beziehen oder zumindest die Speisen selbst zubereiten, anstatt Fertigprodukte zu kaufen, die meist auch noch teurer sind.

Die Zubereitung von gesundem Essen, z. B. einer leckeren Gemüsesuppe, dauert meistens gar nicht so viel länger als ein Schnellgericht, und gesundes Essen spricht außerdem viele unserer Sinnesorgane an – neben der Optik vor allem den Geruchs- und den Geschmackssinn.

 Es ist auch gesundheitsfördernd und mit großem Spaßfaktor versehen, für genügend Bewegung oder ausreichend Sport zu sorgen – auch dabei müssen Sie noch nicht einmal viel Zeit oder Geld investieren. Für den Anfang kann es schon ein guter erster Schritt sein, den Aufzug oder die Rolltreppe durch Treppensteigen oder das Auto durch die öffentlichen Verkehrsmittel zu ersetzen.

Oder Sie steigen einfach eine U-Bahnstation früher aus bzw. parken Ihr Auto einfach ein paar Blocks vom Büro oder von Zuhause entfernt und legen die übrige Distanz zu Fuß zurück.

Auch das Erlernen einer Entspannungstechnik, das Wahrnehmen von Krebs­vorsorge-Untersuchungen und anderer verbeugender Maßnahmen zur Gesund­erhaltung tragen zu einem gesteigerten Wohlgefühl und einer besseren Lebensqualität bei. So zum Beispiel macht die Verbesserung Ihres Immunsystems, vor allem während der Grippe-Saison, durch natürliche Vitamine im Obst, Bewegung an der frischen Luft – auch einfach Freude, die Freude gesund und lebensfroh zu sein.

 Ich weiß, dass dies eine ungewöhnliche Anlage-Empfehlung ist. Aber das liegt hauptsächlich daran, dass Renditen von Geldanlagen üblicherweise in Prozent oder Euro ausgedrückt werden, statt in Lebensqualität und Lebensjahren. Letztendlich liegt es aber auch daran, dass es schwierig zu sagen ist, welchen Wert Lebens­qualität hat. Denn zum einen beurteilt jeder Einzelne „Lebensqualität“ schon sehr individuell; und noch individueller ist der Wert, den jeder ihr beimisst.

 Ich zumindest finde, dass es ziemlich viel wert ist, wenn ich mich in meinem Leben wohlfühle – und ohne Angst oder Unsicherheit in die Zukunft blicken kann. Sie auch?