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Das Universum in uns

27 Dez

Ein schönes Wort: Uni – ver –sum, lat. ich bin – alles – in einem.
Allerdings bin ich nach dem hermetischen Prinzip sowieso mit allem verbunden,
und alles ist in mir und mit mir verbunden.
Und doch ist alles für sich.  
Das Wort „Universum“ drückt es einfach, quasi universell, aus. 

Uni-versum drückt aber zugleich auch eine gewisse Einmaligkeit, Einzigartigkeit aus.
Ist das nicht großartig? 

Universum – drückt Weite, Ausdehnung aus, gleichzeitig Tiefe.
Universum drückt Bewegung aus und gleichzeitig Zentriertheit. Zentriertheit, Ruhe und Stille.
Aber Ruhe ist mehr als die Abwesenheit von Bewegung und/oder Geräuschen.
Ruhe ist ein innerer Zustand. Oder eine Kunst.
Denn Ruhe bedeutet, trotz all der Unruhe um uns herum nicht aus der Ruhe zu bringen zu sein,
nicht umzufallen oder aus der Mitte zu fallen.

 Universum bedeutet ruhig zu sein und doch gleichzeitig bewegt.
Licht im Dunkeln. Oder am Ende des Tunnels.
Der größte Teil des Universums liegt in uns.
Das bedeutet auch, dass wir – wenn wir das Universum ändern wollen – bei uns selbst anfangen  sollten.

Ist das nicht wunderbar? Denn wenn vor seiner eigenen Tür kehrt,
wird das Universum innerhalb kürzester Zeit zu einem noch liebenswerterem Ort!

Alles Gute dabei!

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Unterwegs…

25 Jul

Pilgern stammt vom lateinischen Wort peregrinus (oder peregrinari, in der Fremde sein) ab, was Fremdling bedeutet. Im Kirchenlatein wird es als pelegrinus abgewandelt, und bezeichnet es eine Person, die aus religiösen Gründen in die Fremde geht, d. h. zumeist zu Fuß eine Wallfahrt zu einem Pilgerort unternimmt.* (Quelle: Wikipedia)

Für vielen Menschen hat das Pilgern eine ein wenig seltsame oder eigenartige Anmutung, denn ist es nicht eine Form des (zumindest vorübergehenden) Aufgeben der Heimat (und auch eines Großteils des Hab und Gutes)? Für jemanden, der unfreiwillig seine Heimat oder sein Obdach verloren hat, ist es also eher unverständlich, dieses freiwillig zu tun. 

Ja, gewiss ist für den modernen Pilger sicherlich auch eine Menge Lust auf Abenteuer ausschlaggebend, für manche (die 800 km Jakobsweg mit dem Rad in 1 Woche absolvieren) ggf. auch sportlicher Ehrgeiz. Für die meisten Menschen ist Pilgern aber auch eine Ausdrucksform der Hoffnung – früher nach Sündenablass oder nach Gebetserhöhrung in Bezug auf ein bestimmtes Anliegen und auch heute immer noch nach Heilung. 

Worin besteht die Heilung – oder in der Langform des Wortes: Heil-Werdung? Worauf hofft der moderne Pilger? Oder wo nach sucht er? Was fehlt denn den pilgernden Menschen, von denen viele in finanzieller Hinsicht alles hatten oder haben, wovon Millionen andere nur träumen?

„Manchmal wird uns der Wert der Dinge erst dann bewusst, wenn wir auf sie verzichten müssen.“  (Walter Reisberger)

Tja, meist sind es wohl die unbezahlbaren Dinge, die fehlen, und so sind letztendlich viele Pilger auf der Suche – nach dem Sinn des Lebens oder nach sich selbst. 

Denn auf dem Pilgerweg interessiert es normalerweise keinen, womit man „im normalen Leben“ sein Geld verdient, sondern es interessiert die Mitpilger, WO man herkommt und warum man auf dem Weg ist. Und WER man IST.

Ist es nicht ein besonderer Luxus, der uns da beim Pilgern vergönnt ist: Einfach nur SEIN zu dürfen – wo kann man das denn schon tun? Im Alltag identifizieren wir uns doch sehr häufig mit unserer beruflichen Tätigkeit oder mit unserem Besitz, also Haus, Auto, Familie (meist in der Reihenfolge…) Es zählt also vorwiegend nur, was man TUT oder was man HAT.

Also ist es unterwegs eben doch ein Vorteil, in der Fremde zu sein, nämlich  dass einen niemand kennt. Man kann sich also geben, wie man ist. Das heißt SEIN, wer man wirklich IST.

Wieso kann man das zu Hause (d. h. da wo einen jeder kennt) eigentlich nicht? Liegt es nicht vielleicht daran, weil das bekannte Umfeld einen in gewisser Weise kennt und entsprechende Verhaltensweisen erwartet (aber Erwartungen ist ein anderes Thema). 

Ob Sie sich nun auf den Pilgerweg begeben wollen oder können oder nicht: Die interessante Frage ist meiner Meinung nach, WIE man das ganze denn zu Hause umsetzen kann … Am einfachsten geht es meiner Meinung nach durch Ausprobieren. Also, SEIEN Sie doch einfach mal. Am besten Sie selbst.

Ultreya!*

*(aufmunternder, mutmachender Gruß auf dem Jakobsweg bedeutet so viel wie „Vorwärts! Weiter!“ oder auch „Guten Weg“)

Zu-Frieden-heit

2 Jun

Wie geht es Ihnen, wenn Sie im Fernsehen, im Internet oder in anderen Medien Bilder von Demonstranten sehen, die gegen Stuttgart21, gegen Krieg, gegen Umweltverschmutzung, gegen Gurken aus Spanien oder gegen Atomkraft auf die Strasse gehen und demonstrieren?
Mir persönlich vermitteln solche Demonstrationen mit (Auf-) Forderungen an irgendjemanden – ja, an wen eigentlich? – immer ein etwas befremdliches Gefühl.

Zum einen fällt mir auf, dass eigentlich meistens GEGEN etwas und selten FÜR etwas demonstriert wird. Wieso eigentlich? Man könnte doch genauso gut für regenerative Energien, für eine saubere Umwelt, für ein gesundes Wachstum, für einen verantwortungsvollen Umgang in der Wirtschaft oder für Frieden demonstrieren.
Für etwas zu sein und sich dafür einzusetzen, ist doch zum einen viel konstruktiver und motivierender, und außerdem wissen wir, dass unsere Hormone damit gleichzeitig eine positive Botschaft an unser Gehirn übermitteln.

Verstehen Sie mich nicht falsch, ich bin nicht gegen Demonstrationen und die freie Meinungsäußerung, denn in der Vergangenheit wurde sicherlich einiges durch diese Form der politischen Meinungsäußerung erreicht, man denke da nur an den Fall der Mauer. Aber ich bin nicht sicher, dass dieser Weg für die Zukunft noch geeignet ist, sinnvoll zu einer Problemlösung beizutragen. Denn ist nicht eine Demonstration eigentlich ein Akt der Abgabe von Verantwortung? Ein Bitten oder Flehen an den eingangs erwähnten „irgendjemand“ oder an „die da oben, die gerade an der Macht sind“, doch bitte irgend etwas zu ändern?

„WIR SIND DAS VOLK“ (1989) und „WIR SIND DEUTSCHLAND“ (Fussball-WM 2006) hat uns geeint. Anscheinend haben wir das „wir“ schon wieder vergessen. Denn ist es denn nicht so, dass letztendlich wir, Jeder einzelne, das Volk sind?

WIR haben die Verantwortung und die Entscheidungsfreiheit zu wählen – und zwar jeden Tag neu. Sei es, dass wir unsere Regierung wählen, wenn wieder mal Wahlen anstehen, oder uns zwischen Öko- oder Atomstrom entscheiden wenn es um die Energieversorgung unserer eigenen vier Wände geht. WIR sind letztendlich diejenigen, die mit unserer Nachfrage das Angebot dessen kreieren und  diktieren, was uns da in nächster Zukunft serviert werden wird.

Und deshalb haben WIR auch die Verantwortung, wenn wir etwas ändern oder geändert haben wollen. Wir sollten nicht nur lautstark danach schreien, dass die anderen etwas tun mögen, sondern WIR haben auch die Verantwortung, SELBST etwas zu tun. Und wenn es nur das ist, dass wir uns mit unserem eigenen Konsumverhalten und unseren Ansprüchen auseinandersetzen und offen sind, daran etwas zu verändern.

Noch effizienter wäre es allerdings, anstatt gegen Krieg oder für Frieden auf der Strasse zu demonstrieren, diesen zu allererst einmal im eigenen Leben zu etablieren und zu demonstrieren.

Der erste Schritt wäre wohl, Frieden mit sich selbst zu schließen. Wie das geht? Wikipedia definiert Frieden als Ergebnis von Friedensbemühungen und Fried-Fertigkeit. Dabei bedeutet Fertigkeit, dass etwas erlernbar ist. Wie also lerne ich Frieden?

Ist nicht Frieden ein elementarer Bestandteil des Begriffs Zu-Frieden-heit, also Frieden in uns selbst? Der erste Schritt zum inneren Frieden ist deshalb wohl, erstmal für sich selbst zu schauen, was Sie bereits alles Großartiges geschafft oder erreicht haben, anstatt danach zu trachten was noch fehlt. Sprechen Sie sich selbst für das bereits Erreichte eine ordentliche Portion Lob, Anerkennung und Dankbarkeit aus. Dankbarkeit ist dabei ein ganz wichtiger Faktor. Dankbar zu sein, für das, was da ist, und nicht hadern mit dem was noch fehlt (da wird es nämlich immer etwas geben was noch besser oder noch mehr sein könnte).
Danach schließen Sie Frieden mit sich – und mit all den inneren Stimmen, die Ihnen was erzählen von „Du musst aber“, „wieso ist mir das bloß schon wieder passiert“ und „das konnte ja gar nicht gut gehen…“
“Hören“ Sie auf Ihr intuitives Glücksgefühl!

 Wenn Sie diesen großartigen ersten Schritt erst einmal geschafft haben, ist es eigentlich gar nicht mehr so schwer, Frieden nach außen zu schließen.

 Ihr eigener innerer Frieden hilft Ihnen, mit den Nachbarn, mit dem Chef oder mit dem dummen Typen, der da vor mir in der Schlange am Schalter steht und der ausgerechnet heute wo ich es eilig habe, ein besonders kompliziertes Anliegen hat, oder mit einer belastenden Situation klarzukommen und in Frieden zu sein – so schwierig dies auch manchmal sein mag.

Eigener innerer Frieden und innere Zufriedenheit sind dann nur noch eine logische Konsequenz und lassen uns die Welt mit anderen, positiveren, zugewandten Augen sehen.

 Zum Schluss eine Weisheit von Mahatma Gandhi: „Es gibt wichtigere Dinge im Leben, als beständig dessen Geschwindigkeit zu erhöhen.“

Guten Morgen, liebe Sorgen…

1 Mai

„Guten Morgen, liebe Sorgen, seid ihr auch schon alle da? Habt ihr auch so gut geschlafen, na dann ist ja alles klar.“ So begrüßte vor Jahren bzw. Jahrzehnten ein deutscher Sänger (ich glaube Jürgen von der Lippe war’s) seine ihn ständig begleitenden Sorgen.

 Behandeln und begrüßen Sie Ihre sorgenvollen Begleiter oder alles was Sie sonst bekümmert oder beschäftigt auch so liebevoll? Vermutlich eher nicht, wer tut das schon? Vermutlich sind sie den meisten von uns eher lästig, denn wer lässt sich schon gerne in seinem Alltag „stören“? Wer kann schon Sorgen gebrauchen, insbesondere in einer Zeit wie der jetzigen, mit seinen schnelllebigen Veränderungen und Anforderungen?

Sorgen stören mich nur in meiner Kreativität und meinem Schaffen, deshalb will ich Sorgen im Moment am besten loslassen, damit ich Platz habe für Neues und Lebendiges. Diesbezüglich spricht ja sogar unsere deutsche Sprache Bände: Be-sorgt sein, sich um etwas sorgen, für etwas Sorge tragen…

 Ja, manchmal trägt man schwer an seinen Sorgen, nicht umsonst fühlt man sich dann be-Last-et… Ja, täte es nicht gut, seine Sorgen, seine Lasten einfach nur mal für einen Moment loslassen zu können?
Ja, das tut es, und letztendlich ist es gar nicht so schwer.

Eigentlich ist es sogar so einfach wie das Atmen:

  • Ausatmen ist Loslassen – nicht nur verbrauchte Luft lässt man mit dem Ausatmen los (denn sonst vergiftet das angesammelte CO2 den Körper und den Geist), sondern auch alles andere Verbrauchte, Störende oder Belastende.
  • Dann ist erstmal Stille, Pause. Der Atem sammelt sich.
  • Mit dem Einatmen (das übrigens von ganz alleine passiert, ohne unser Zutun) schöpfen wir neben dem Sauerstoff für unsere Zellen auch Kraft für neue Impulse – nicht umsonst heißt Einatmen auf lateinisch auch Inspiratio(n).

Darum: Achte auf Deinen Atem, denn er verbindet Dich mit dem Hier & Jetzt. Achte auch auf Deine Gedanken, denn – so sagt ein asiatisches Sprichwort – sie werden Worte. Achte auf Deine Worte, sie werden Taten. Achte auf Deine Taten, sie werden Gewohnheit…

Der Atem bringt uns Lösung, Loslassen und Leichtigkeit. Trotz aller Sorgen, Traurigkeit, Ent-Täuschung, Ärger, Ängste (kommt das eigentlich von Enge?), atme ich immer weiter. Ich atme und nehme wahr. Ich bleibe aufrecht, dann klappt das auch mit dem Atmen besser. Aufrecht – und aufrichtig. 

Also, passend zum Motto „Alles neu macht der Mai“: Seien Sie unbe-sorgt – und atmen Sie erstmal tief ein und wieder aus!