Vom Karma des Kartoffelackers

1 Jun

Bereits hier hatte ich ja schon von meinen ersten Erlebnissen und Gedanken auf unserm Sonnenacker berichtet. Nun möchte ich heute von einer weiteren Episode „berichten“.

Noch nicht berichtet hatte ich davon, dass auf der Ackerfläche, auf der sich unser Bifang befindet, auch in den Vorjahren schon immer nach dem gleichen Prinzip Furchen verpachtet wurden. Allerdings werden diese in jeder Saison neu verteilt, so dass man mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit jedes Jahr an anderer Stelle untergebracht wird, selbst wenn man sich schon viele Jahre an dem Projekt beteiligt.

Zwar gibt es gewisse Spielregeln (wie z. B. keine synthetischen Dünge- oder Unkraut-vernichtungsmittel zu verwenden oder nur einjährige Pflanzen anzubauen), aber wer weiss schon, ob sich da jeder so dran hält. Immerhin ist auch Rhabarber, den unsere Nachbarn angebaut haben, auch mehrjährig… Und so kommt es mir ganz oft – vor allem beim Unkraut jäten – so vor, als wenn das Sonnenacker-Projekt ein bisschen was von Karma hat. Du weisst nie, was in einem früheren Leben (respektive von Deinem Vor-Mieter) angebaut wurde oder was dieser sonst so angestellt hat.
Somit ist es immer wieder überraschend, welche Pflanzen sich zeigen, unabhängig von dem was wir selbst angebaut haben. Das „Karma“ unseres Ackers scheint jedenfalls irgendwas zwischen Pfefferminz, Gänsefingerkraut und Topinambur zu sein – was an sich ja auch ganz gut und/oder sein könnte, wenn wir nicht an gleicher Stelle lieber Karotten, Kräuter und Erbsen angebaut hätten.

Und so kommt mir gerade der Gedanke, dass diese Situation mich ein wenig an die Passage aus Hirschhausens Pinguin-Prinzip erinnert, wo es am Ende heißt, dass auch sieben Jahre Psychotherapie aus einem Pinguin keine Giraffe machen. Eigentlich wollten wir weder Pinguine noch Giraffen, sondern nur ein bisschen Gemüse züchten. Aber vielleicht gelingt es uns ja, auf unserer Ackerfurche zumindest ansatzweise etwas von dem zu ernten was wir sähen, anstatt nur die (vielleicht nicht so geliebten) verspäteten Früchte unserer „Vorfahren“ zu ernten…

PS:
Lieber Buddhistischer Leser, es liegt mir fern, mich über irgendwessen religiöse Ansichten lustig zu machen.
Falls Sie der Meinung sind, mein Vergleich hinke, bitte ich um Nachsicht.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: