Zutaten der Leichtigkeit

6 Apr

Irgendwie ging in meinem Leben vieles schwer. Schon als Kind hörte ich Sprüche wie: „Wer schön sein will, muss leiden“ und „Ohne Fleiss kein(en) Preis“ oder später dann „Als Frau musst Du [in dem „Männerberuf“, den ich wählte] doppelt so gut sein, wie ein Mann um Erfolg zu haben.

Das prägte sich natürlich tief in mein (Unter-) Bewusstsein ein. Zwar bestand ich auch mein Abitur und später meinen Studienabschluss mit recht guten Noten, aber natürlich steckte auch einiges an Konsequenz und Arbeit dahinter. Und während es mir in den ersten Jahren meiner Berufstätigkeit noch sehr viel Freude bereitete, es mit den Herausforderungen der täglichen Arbeit aufzunehmen, merkte ich allerdings mit der Zeit, wie sehr mich diese verändert hatten.
Zwar war es weniger die Arbeit an sich (denn die machte mir prinzipielle nach wie vor Spass), war es vielmehr die falsche Dosis. Ein Mehr an Arbeit ist nicht automatisch auch ein Mehr an Spass… Und so realisierte ich irgendwann, dass die anfängliche Freude bei der Arbeit (und im übrigen Leben) irgendwann nur noch einem „Funktionieren“ gewichen war – und ich mich kurz vor dem Burnout befand.

Zu dem Zeitpunkt hatte mein Leben entsprechend wenig mit Leichtigkeit zu tun. Interessanterweise schlichen sich aber (im Rückblick) auch genau in dieser Phase mit einer solchen Leichtigkeit einige Gegebenheiten in mein Leben, um diesen Zustand offensichtlich zu machen.
Angefangen über meine „Reise“ auf den Jakobsweg, die mein Leben verändern sollte (und über den Sie bei Interesse hier nachlesen können), die sich an sich und vor allem in dieser Form eher „zufällig“ fügte… Über meine mündliche Heilpraktiker-Prüfung, denn immerhin hatte ich mir eine der Fragen zuvor beim Universum bestellt gehabt… Bis zu genau den richtigen Menschen und Informationen, die genau zur richtigen Zeit in mein Leben purzelten…
Was aber auch die Aufgabe mit sich brachte, mich von vielem unnötigen Zeug, was teilweise schon jahrelang ungenutzt herumlag, oder dem einen oder anderen Mitmenschen zu verabschieden (nämlich beispielsweise von denjenigen, die lieber jammerten anstatt etwas zu verändern um so Veränderungswillige von ihrem eigenen „Glück“ abzuhalten) – ähnlich wie auf einer Fahrt mit einem Heissluftballon, bei der man auch Ballast abwerfen muss um zu neuen, höheren Perspektiven und Zielen zu gelangen…

Mein (vorerst) letztes Kapitel zum Thema Leichtigkeit, was mir „zuflog“, war mein (neues) Studium, zu dem ich mich anmeldete, kognitiv nicht wissend, warum ich dies eigentlich tat und was ich mir von dem Abschluss erhoffte – und nicht nur den Studienplatz bekam sondern ein Stipendium gleich dazu.
„Glückspilz“, würde meine Mutter sagen. „Wenn es leicht geht, soll’s so sein“, sage ich.

Und wenn ich mir all diese kleinen Details und Episoden so betrachte, sind ihnen ein paar wesentliche „Zutaten“ gemeinsam, die zu meinem persönlichen Leichtigkeits-Rezept beitragen:
1. Die Erfahrung, dass ich selbst manche (bzw. die meisten?) Dinge nur zu einem gewissen Grad beeinflussen kann.
2. Das Loslassen des Ergebnisses – also das Vertrauen entwickeln, dass das Ergebnis schon gut sein wird, egal ob es dem entspricht, was ich mir gerade darunter vorstelle.
3. Die Erkenntnis, dass es während der Metamorphose von der Raupe zum Schmetterling eine Phase gibt, die es auszuhalten gilt, nämlich die Puppen-Phase. Das ist die Phase des „Nichtwissens“, des „Nicht-Zustandes“, des „Nicht Fisch-nicht Fleisch“ oder (wie eine liebe Wegbegleiterin es mal formulierte) eine Phase in der „man sich fühlt wie braune Masse“.
4. Vor allem aber hilft es, bei all diesem auf die eigenen (positiven) Fähigkeiten zu vertrauen.

Das sind nun zugegebenermaßen nicht gerade die am leichtesten zu verdauenden Zutaten. Vielleicht gibt es aber auch andere – welches sind Ihre? Ich bin gespannt sie zu erfahren (und auszuprobieren)!

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3 Antworten to “Zutaten der Leichtigkeit”

  1. Jessica Leicher 7. April 2014 um 09:49 #

    Eine Zutat zur Leichtigkeit ist für mich die Berührungsqualität in der TRAGER Arbeit. Es ist eben nicht nur eine Kopf Geschichte, sondern das Unterbewußtsein steuert viel mit. Dank der Körper- und Bewegungswahrnehmung von Milton Trager konnte ich vieles auflösen und klären. Im Geist und im Körper. Jetzt arbeite ich damit und kann anderen Menschen vieles vermitteln und sie erfahren, z.B. wie man Schmerzen sanft begegnen kann und sie plötzlich verschwinden .Und immer wieder stellt sich die Frage: „Wie könnte es leichter und freier sein?“

Trackbacks/Pingbacks

  1. Blogparade: Mit Leichtigkeit… (20.03. bis 25.04.2014) | Mutmacher-Magazin - 7. April 2014

    […] Männerberuf über den Jakobsweg zu einem Stipendium für ein neues Studium ihre vier wesentlichen Zutaten der Leichtigkeit […]

  2. Mit Leichtigkeit in seinem Element | Wortakupressur - 9. April 2014

    […] ich zu Ulrike Albrechts Blogparade zum Thema Leichtigkeit bereits mit diesem “Rezept” beigetragen habe, schien es mir, als ob ich damit unbewußt eine Einladung ausgesprochen hatte für […]

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