Energiekrise – oder was Kraftwerke mit einem Burnout zu tun haben

15 Apr

Energiekrise (oder auch Energiewende) ist in aller Munde, ebenso wie das Thema Burnout bereits seit vielen Monaten wiederholt durch die Presse geistert. Auf den ersten Blick scheinen die Themen relativ wenig miteinander zu tun zu haben, ich möchte hier jedoch ausführen, wie diese Themen möglicherweise doch miteinander in Verbindung stehen könnten.

Deswegen möchte ich zunächst einmal die Funktionsweise und den Aufbau eines Kraftwerkes betrachten:
Ein Kraftwerk ist eine technische Anlage zur Erzeugung bzw. Gewinnung von Strom (also elektrischer Energie) bzw. teilweise auch zusätzlich zur Bereitstellung von Wärme-Energie. Dabei wird aus sogenannten Primärenergieträgern über verschiedene Wege und mit unterschiedlichen Wirkungsgraden elektrische Energie erzeugt, häufig mit dem Zwischenschritt, dass über Dampf- oder Gasturbinen mechanische Energie produziert wird, um die Generatoren anzutreiben.

Primärenergieträger können beispielsweise fossile Quellen sein, wie z. B. die Verbrennung von Erdöl, Erdgas, Braun- oder Steinkohle, Biomasse oder Müll, oder aus regenerativen Quellen, wie z. B. Sonnen-, Wind- oder  Wasserkraft, wie auch aus Kernenergie stammen. Dabei haben alle Methoden unterschiedliche Vor- bzw. Nachteile (über die ich an dieser Stelle aber nicht diskutieren möchte) sowie verschiedenen Wirkungsgrade.

„Ergebnis“ des Produktionssprozesses ist jedoch immer Energie in seinen verschiedenen Formen: als Bewegungsenergie, als Wärme oder auch als Speicherenergie.

Vergleichbare Prozesse laufen nun auch beim Menschen ab. Nicht nur beim Menschen, sondern auch in jedem Tier und Kleinstlebewesen – kurz gesagt: in jeder Zelle. Dabei gleicht die Zelle dem Kraftwerk, dessen „Output“ die (Lebens-)Energie ist.
Auch bei ein- oder vielzelliges Lebewesen kann diese zu den oben genannten verschiedenen Zwecken genutzt werden: Zur Rubrik Bewegung und Fortbewegung zählen neben der von außen ersichtlichen (Fort-)Bewegung auch „unsichtbare“ Vorgänge wie die Verdauung, der Herzschlag und generell das Aufrechterhalten des körpereigenen „Verbrennungs-prozesses“. Denn auch der Magen, das Herz und sogar die großen Blutgefäße haben eine Muskulatur, die sich bewegt.
Die Wärmeenergie wird benötigt, um den Körper auf Funktionstemperatur zu halten, beim Menschen etwa 37° C – was gar nicht so trivial ist, wenn in unseren Breiten zeitweise die Außentemperatur um den Gefrierpunkt liegt!
Nicht zuletzt ist die Speicherform von Energie bei vielen von uns um die Hüften oder Oberschenkel herum ersichtlich.

Die Energie, von der hier im Zusammenhang mit Lebewesen die Rede ist, trägt den sperrigen Namen Adenosintriphosphat, abgekürzt ATP. Wikipedia definiert ATP als die universelle Form unmittelbar in jeder Zelle verfügbare Energie und gleichzeitig einen wichtigen Regulator energieliefernder Prozesse.
ATP wird dazu bei Bedarf aus anderen Energiespeichern, wie Glykogen (also im Körper gespeicherter Zucker) oder Fettsäuren resynthetisiert.

Was also braucht es (in diesem Fall steht „es“ sowohl für die Zelle als auch für den Menschen, also den Zellinhaber), um möglichst viel Energie bereit stellen zu können?

Zu allererst natürlich einen guten Brennstoff: Gut heißt in diesem Fall einerseits von hohem Brennwert.
Denn ähnlich wie Fichtenholz oder Papier, das Sie in einem Kamin verbrennen, schon nach kurzer Zeit das Feuer nicht mehr nährt, verhält es sich auch bei minderwertiger oder wenig Brennwert- also kalorienhaltiger Nahrung, die jemand zu sich nimmt: Man hat mitunter schon ganz schön schnell wieder Hunger. Etwas flapsig-provokativ ausgedrückt könnte ich auch sagen: Fast Food – Fast Hunger…
Natürlich braucht ein Kraftwerk auch den einen oder anderen Katalysator oder Hilfsstoff, um seine Leistung optimal zur Verfügung zu stellen. Beim Menschen sind das die Vital- und Mineralstoffe oder anderen Co-Faktoren, die ebenfalls über die Nahrung zugeführt oder aus dieser synthetisiert werden müssen. Was in oben erwähntem Fast Food selten in ausreichender Menge enthalten ist.

Dann ist natürlich auch noch eine gute Sauerstoff-Versorgung erforderlich. Beim Menschen heißt dies Atmung, wobei unterschieden werden muss zwischen „Äußerer Atmung“ (also der vom Menschen beeinflussbare Ein- und Ausatem-Prozess)  und „Innerer Atmung“ – das ist der gleiche Prozess von Sauerstoff-Aufnahme und Kohlendioxid-Abgabe, der jeweils in den einzelnen Zellen stattfindet. Mindestens genauso wichtig wie ein regelmäßiges tief Luftholen ist also auch, regelmäßig tief auszuatmen. Ent-Sorgung im doppelten Sinne.

Nicht ganz unwesentlich ist für den Energiebereitstellungsprozess übrigens auch eine ordentliche Wartung bzw. Reinigung des Kraftwerkes. Denn wenn in einem Ofen zu viele Verbrennungsrückstände (Russ undoder Asche) zurückbleiben, sinkt  durch die verstopfte Zu- und Abfuhr der Wirkungsgrad. Im schlimmsten Fall schaltet unser Kraftwerk auf „Sparflamme“ – und dann muss der Kunde  mit Einschnitten rechnen.

Genauso ist es auch mit dem menschlichen Körper – wenn Schlacken- oder Giftstoffe nicht ordnungsgemäß ausgeschieden werden, oder wichtige Katalysatoren oder Brennstoff nicht in ausreichender Menge zur Verfügung steht, schalten die Zellen ebenfalls auf Not-Programm. Anstatt Traubenzucker (Glukose) zu verbrennen, müssten Fett oder Eiweiß verbrannt werden – was zwar auch irgendwie funktioniert, aber letztendlich deutlich ineffizienter ist und daneben auch noch deutlich mehr „Nebenprodukte“ erzeugt, die wiederum entsorgt werden müssen. In Summe also noch mehr Schlacken…

Nun möchte ich noch eine Analogie wagen, denn eines der ganz alten Naturgesetze heisst ja: „Wie im Großen, so im Kleinen“ bzw. anderes herum: „wie im Kleinen, so im Großen“. Denn generell machen ja wie eingangs erwähnt derzeit in unserer Gesellschaft mehrere Phänomene die Runde.
Schließlich und endlich kommt der Begriff „Burnout“ aus der Reaktortechnik und beschreibt den Zustand durchgebrannter Reaktorstäbe oder anderer -komponenten aufgrund von zu geringer Kühlung oder zu hoher Wärmeentwicklung, dessen Folge zum Schutz von Reaktor wie Umwelt die Notabschaltung ist.

Und damit schliesst sich der Kreis, denn wenn eine nach der anderen menschlichen Zellen im Kleinen an Burnout zusammenbricht, ist logischerweise früher oder später auch der ganze Mensch von einem Burnout bedroht.

Was also tun? Die oben indirekt genannten Lösungsmöglichkeiten möchte ich zum Abschluss hier noch mal zusammenfassen:

  • regelmäßige Reinigung, Wartung und Instandhaltung der inneren „Kraftwerke“
    (d. h. Friseur und Kosmetik ist hiermit nicht gemeint, sondern Fasten oder Frühjahrskur).
  • hochwertige Nahrungsmittel (an dieser Stelle bevorzuge ich das Wort „Lebensmittel“!) mit gutem Brennwert
  • ausreichende Versorgung mit Vital- und Mineralstoffen (bevorzugt in guter, bio-verfügbaren Qualität)
  • regelmäßige Zufuhr von Sauerstoff und „Entsorgung“ der Ab-Gase
  • regelmäßige „Kühlung“, sprich Auszeiten, damit es nicht zur Notabschaltung kommen muss

Wie das konkret umgesetzt werden kann, dafür stehe ich gerne in und mit meiner Gesundheitspraxis zur Verfügung.

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